Caesellius Vindex
(Lucius?) Caesellius Vindex war ein lateinischer Grammatiker zur Zeit Kaiser Hadrians. Überliefert ist, dass er grammatische Werke verfasst hat, von denen jedoch Titel und Umfang nicht ganz klar sind.
Nach antiken Zeugnissen soll Vindex zwei Werke geschrieben haben: eines mit dem Titel Stromateus und ein weiteres namens Lectiones antiquae („Alte Lesarten“). Da jedoch andere Grammatiker, die ihn zitieren, diese Titel nicht erwähnen, nimmt die Forschung heute meist an, dass es sich nicht um zwei getrennte Werke, sondern um ein einziges großes Werk handelte, das etwa Stromateus sive lectiones antiquae geheißen haben könnte. Dieses Werk war offenbar alphabetisch aufgebaut, ähnlich wie ein Lexikon. Manche Buchstaben nahmen mehrere Bücher ein. Inhaltlich behandelte Vindex grammatische und sprachgeschichtliche Fragen.
Aus diesem Werk stammen vermutlich auch orthographische (rechtschreibliche) Auszüge, die später gesammelt und überliefert wurden. Diese Sammlungen gehen allerdings nicht vollständig auf Vindex selbst zurück, sondern wurden von späteren Gelehrten bearbeitet. Eine davon enthält sprachlich jüngere Elemente und ist wohl erst nach seiner Zeit entstanden. Der spätantike Sammler und Autor Cassiodor übernahm diese Auszüge, glaubte aber irrtümlich, sie stammten von zwei verschiedenen Autoren.
Zu den Quellen des Caesellius Vindex gehörten wahrscheinlich Marcus Terentius Varro, Lucius Annaeus Cornutus und wohl auch Plinius der Ältere. Der Schriftsteller Aulus Gellius lobt ihn ausdrücklich als gebildeten und sorgfältigen Grammatiker.[1] Gleichzeitig weiß man, dass Vindex von anderen Fachgelehrten heftig kritisiert wurde, besonders von Gaius Sulpicius Apollinaris[2] und Quintus Terentius Scaurus, der sogar eine eigene Schrift über seine Fehler verfasst haben soll.[3]
Spätere Grammatiker wie Flavius Caper (und über ihn Priscian) nutzten Vindex sicher als Quelle. Ob auch Nonius Marcellus ihn verwendet hat, ist umstritten. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass der Einfluss des Caesellius Vindex größer war, als es die heute erhaltenen Fragmente erkennen lassen.[4]
Literatur
- Georg Goetz: Caesellius 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,1, Stuttgart 1897, Sp. 1305 f.