Stiller Verdacht

Film
Titel Stiller Verdacht
Originaltitel La part du soupçon
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2019
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Christophe Lamotte
Drehbuch Julien Messemackers
Musik
  • R. Jéricho
  • Alexandre Lessertisseur
Kamera Hugues Poulain
Schnitt Emmanuèle Labbé
Besetzung
  • Kad Merad: Thomas Kertez
  • Laurence Arné: Alice Kertez
  • Géraldine Pailhas: Sophie Lancelle
  • Gaspard Pasquet: Romain Kertez
  • Aladin Reibel: Serge Vilmorin
  • Jean-Philippe Puymartin: Vicenzi
  • Julie-Anne Roth: Virginie Plouermel
  • Françoise Lebrun: Gladys Durieux Jelosse
  • Raphaël Quenard: Flavin
  • Steve Achiepo: Mademba Bouyoute
  • Isa Mercure: Madame Tyran
  • Vincent Berger: Robert Maillard
  • Ludmila Mikhailova: Sonia Gorinski
  • Mustapha Abourachid: Mehdi Kerzaoui
  • Martine Coste: Caroline Folleron
  • Léonore Confino: Journalistin
Synchronisation

Stiller Verdacht ist ein französischer Thriller aus dem Jahr 2019. Der Film wurde im deutschen Fernsehen erstmals am 7. Juni 2021 im ZDF gezeigt.[1]

Handlung

In einem kleinen französischen Küstenort führt Ärztin Alice mit ihrem Mann Thomas und dem gemeinsamen Sohn Romain ein glückliches Leben. Sie sind in der Gemeinschaft des Orts integriert, haben Freunde und sind beruflich zufrieden.

Eines Tages wird Thomas aufs Polizeirevier vorgeladen, wenig später kommt es zu einer Hausdurchsuchung bei den Kertez. Kommissarin Sophie Lancelle hält Thomas für Antoine Durieux-Jelosse, der 15 Jahre zuvor seine Familie ermordete und dann verschwand. Der aus Russland stammende Thomas ist Vollwaise, hat keine Kontakte mehr aus der damaligen Zeit und musste nach einem Verkehrsunfall eine Gesichtsoperation durchführen lassen, eine erfundene Identität ist damit möglich.

Um Thomas unter Druck zu setzen, gibt Sophie ihre unbewiesenen Vermutungen an die Presse weiter. Der Artikel bringt die Kertez in soziale Isolierung. Als Alice auf Ungereimtheiten in Thomas’ Vergangenheit stößt, ist sie zunehmend zwischen aufkeimenden Zweifeln und gewachsenem Vertrauen hin- und hergerissen. Von Sophie bekommt sie die Adresse von Antoines Mutter, die behauptet, Antoines Familie sei gar nicht ermordet worden, sondern untergetaucht. Dabei erfährt Alice jedoch Details über Antoine, die Parallelen zu Thomas aufzeigen.

Da Sophie aus Sicht ihres Chefs zu weit gegangen ist und statt sauberer Polizeiarbeit eine verbissene Marotte durchzieht, wird ihr der Fall entzogen. Unter neuer Leitung der Ermittlungen wird eine Zeugin gefunden, die Thomas aus gemeinsamer Kindheit in Russland kennt und seine Identität bestätigt. Sophie findet auf eigene Faust heraus, dass die Zeugin gekauft wurde, aber nicht wie vermutet von Alice, sondern von Antoines Mutter. Demnach handelt es sich bei Thomas also tatsächlich um Antoine.

Gleichzeitig findet Romain im von Thomas gebauten Baumhaus ein Foto von Antoines Familie und zeigt es seiner Mutter. Diese will sofort fliehen, doch Thomas ist ihnen zuvorgekommen, überwältigt sie und fährt sie zu seiner Mutter. Über Handyortung folgt Sophie ihnen und stellt ihn im Haus, als er gerade dabei ist, gegen das Flehen seiner Mutter Romain zu vergiften. Bei einem Handgemenge zwischen Sophie und Thomas bekommt Alice die Polizeiwaffe zu fassen und erschießt Thomas damit. Seine Mutter, die die erste Tat bislang abgestritten hat, zeigt nun der Polizei, wo die ermordete Familie verscharrt wurde.

Entstehung

Figur Darsteller Deutscher Sprecher[2]
Thomas Kertez Kad Merad Michael Lott
Alice Kertez Laurence Arné Berenice Weichert
Sophie Lancelle Géraldine Pailhas Katrin Zimmermann
Romain Kertez Gaspard Pasquet Kian Weichert
Virginie Plouermel Julie-Anne Roth Marie Bierstedt
Mademba Bouyoute Steve Achiepo Simon Derksen
Gladys Durieux Jelosse Françoise Lebrun Luise Lunow

Der Film wurde vom 26. November 2018 bis zum 11. Januar 2019 gedreht.[1]

Kritiken

Das Lexikon des internationalen Films verleiht dem Film insgesamt 3 von 5 möglichen Punkten und resümiert: „Schnörkellos inszenierter Thriller mit guten Darstellern, die es verstehen, die Frage nach der Wahrheit lange in der Schwebe zu halten. Trotz vertrauter Muster fügen sich auch die Szenen einer sich aufbauenden Feindseligkeit stimmig in die Kriminalhandlung ein.“[3]

Die Redaktion der TV Spielfilm gibt dem Film einen Daumen nach oben und beschreibt ihn als „[s]olide inszeniert und durchaus fesselnd“. Auch wenn die Handlung nicht allzu viele Haken schlüge, überzeuge der Film dennoch durch Spannung.[4]

Oliver Armknecht ist in seiner Kritik auf film-rezensionen.de deutlich kritischer. Der Film sei wenig überzeugend und habe insbesondere für eine persönliche Geschichte erstaunlich wenig über seine Figuren zu sagen. Stellenweise habe man den Eindruck, der Film mache sich über das Publikum lustig. Zwar verkörpere Merad seine undurchsichtige, bedrohliche Figur ausgezeichnet, doch die nervige Polizistin, die unsinnige Geschichte und diverse Klischees sorgten dafür, dass von dem guten Eindruck nicht viel bleibe. Er gibt dem Film 4 von 10 Punkten.[5]

Einzelnachweise

  1. a b Stiller Verdacht. Internet Movie Database, abgerufen am 12. Juni 2021.
  2. aus dem Abspann des Films entnommen
  3. Stiller Verdacht. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 12. Juni 2021.
  4. Stiller Verdacht. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 12. Juni 2021.
  5. Oliver Armknecht: Stiller Verdacht. In: film-rezensionen.de. 7. Juni 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.