Sternstein

Sternstein
Der Sternstein von Schenkenfelden gesehen. Freie Flächen im Wald sind Schipisten
Höhe 1125 m ü. A.
Lage Mühlviertel, Oberösterreich
Gebirge Böhmische Masse
Dominanz 30,5 km → Hochficht
Schartenhöhe 337 m ↓ östlich Uvěže
Koordinaten 48° 33′ 36″ N, 14° 16′ 3″ O
Gestein Weinsberger Granit
Besonderheiten Sternsteinwarte (AT)

Der Sternstein ist ein 1125 m ü. A.[1][2][3] hoher Berg im Gemeindegebiet von Vorderweißenbach, nördlich der Stadt Bad Leonfelden in Oberösterreich, nahe der Grenze zu Tschechien. Geologisch gehört er zur Böhmischen Masse, und der umgebende Sternwald ist der östlichste Bereich des Böhmerwaldes.

Lage und Landschaft

Der Großteil des Sternsteins liegt in der Gemeinde Vorderweißenbach, so auch die Sternsteinwarte am Gipfel des Berges, die im Wappen beider Gemeinden vorkommt (symbolisch als Stern bei Vorderweißenbach, deutlich abgebildet bei Bad Leonfelden). Über den Gipfel verläuft die europäische Wasserscheide zwischen Donau und Moldau. Am Sternstein entspringen die Große Rodl und der Dürnaubach.

Der Sternstein ist aus Weinsberger Granit aufgebaut.[4] Am Osthang, rund 100 bis 150 Meter unter dem Gipfel liegt eine etwa 120 Meter breite und tiefe Mulde. Hierbei handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine eiszeitliche Bildung. Weitere Vereisungsspuren wie Moränen, Eisschliffe usw. wurden bisher nicht entdeckt. Dies wäre die östlichste Vergletscherung im Böhmerwald, da die Schneegrenze in der Eiszeit um 1100 Meter Seehöhe lag, die Gletscherzungen reichten bis auf 900 Meter Seehöhe hinunter.[5]

Das Gebiet um den Sternstein zählt mit einer Jahresmitteltemperatur von weniger als 6 °C zu den kältesten Gebieten von ganz Oberösterreich.[6]

Geschichte

Der Sternstein wurde im Jahr 1198 erstmals urkundlich erwähnt.[7] Das Beiwort Stern ist wahrscheinlich durch eine volksetymologische Umformung einer slawischen Bezeichnung entstanden, ähnlich wie bei Sternberg in der Gemeinde Wernberg (Kärnten), wobei das Ausgangswort mit tschechisch strmý (dt. steil) verwandt ist.[8]

Touristische Erschließung

Eine Kombibahn (8er Gondel und 6er Sessel) der Leitner AG mit Fahrbetriebsmitteln von Carvatech[9] wie auch ein Schlepplift erschließen den Berg mit seinen vier Pisten.[10] Im Winter werden 5 km Skipisten präpariert. Zudem stehen ein Kinderland mit 4000 m² Größe und ein 174 m langer Zauberteppich zur Verfügung.[11]

Am Gipfel beginnt auch der Salzsteigweg, ein Weitwanderweg, welcher von hier über das Tote Gebirge und die Nockberge nach Arnoldstein führt.

Sternsteinwarte

Die Sternsteinwarte ist ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, der anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph 1898 aus Granitblöcken errichtet wurde. Von seiner Aussichtsplattform hat man einen sehr guten Rundblick über das Mühlviertler Hügelland bis zum Dachstein und zum Watzmann.[2]

Literatur

  • Josef Matznetter: Geomorphologische Beobachtungen im südlichsten Abschnitt der Donau-Elbe-Wasserscheide. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 93, Linz 1948, S. 255–273 (zobodat.at [PDF]).
  • Hubert Nagl: Zur eiszeitlichen Vergletscherung des Sternsteins, Oberösterreich. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 127a, Linz 1982, S. 221–226 (zobodat.at [PDF]).
  • Christine Schwanzar: Die mittelalterliche Glashütte am Sternstein in Bad Leonfelden, Oberösterreich. In: Heidelinde Dimt (Hrsg.): Glas aus dem Böhmerwald. Linz 1994, S. 104ff.
Commons: Sternstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Matznetter 1948, S. 255–273.
  2. a b Sternsteinwarte. In: alpenverein.at. Alpenverein Linz, Ortsgruppe Bad Leonfelden, abgerufen am 27. Mai 2025.
  3. Oberösterreichisches Landesarchiv: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs. Hrsg.: Oberösterreichisches Landesarchiv. Nr. 3. Oberösterreichisches Landesarchiv, 1954.
  4. Matznetter 1984, S. 262.
  5. Matznetter 1984, S. 271–272.
  6. Matznetter 1984, S. 272.
  7. Erich Trinks (Bearb.): Urkunden-Buch des Landes ob der Enns. Band 2. Wien 1856, CCCXVI, S. 461 (archive.org – „Mons etiam vocatus Stella“ in einer Urkunde vom 30. Juni 1198 zu Passau): „Wolfker, Bischof von Passau, verleiht dem Gundackar von Steyr die Herrschaft Wildberg.“
  8. Karl Hohensinner, Peter Wiesinger, unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer, Michael Schefbäck: Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel) (= Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 10). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 978-3-7001-3676-7, S. 94–95, Nr. 10.2.6.15 (Sternwald, Sternstein).
  9. Carvatech rüstet Seilbahn-Anlagen in Oberösterreich aus: ULTRA 8S für Feuerkogel und Sternstein. (PDF; 729 kB) In: seilbahnen.org. Seilbahnen International, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. August 2022.@1@2Vorlage:Toter Link/www.seilbahnen.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  10. Moderne Seilbahn auf dem Sternstein. (PDF) Website des Skigebiets / Artikelausschnitt aus s&bt. Abgerufen am 21. Dezember 2016.
  11. Pisten am Sternstein. Website des Skigebiets. Abgerufen am 21. Dezember 2016.