Steinsberg (Rheinland-Pfalz)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 19′ N, 7° 57′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Rhein-Lahn-Kreis | |
| Verbandsgemeinde: | Diez | |
| Höhe: | 234 m ü. NHN | |
| Fläche: | 2,9 km² | |
| Einwohner: | 243 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 84 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56379 | |
| Vorwahl: | 06439 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EMS, DIZ, GOH | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 41 130 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Louise-Seher-Straße 1 65582 Diez | |
| Website: | www.vgdiez.de | |
| Ortsbürgermeister: | Timo Reinhardt | |
| Lage der Ortsgemeinde Steinsberg im Rhein-Lahn-Kreis | ||
Steinsberg ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Steinsberg gehört der Verbandsgemeinde Diez an.
Geographie
Steinsberg liegt an den Ausläufern des Taunus im westlichen Hintertaunus und grenzt an das Rupbachtal und das Naturschutzgebiet Gabelstein. Zu Steinsberg gehört der Ortsteil Rupbach.
Geschichte
Steinsberg wurde erstmals am 13. November 1328 urkundlich erwähnt. König Ludwig der Bayer belehnte Johann und Reinhard von Westerburg mit dem Freiheimgericht Habenscheid mit den Dörfern Habenscheid, Cramberg, Steinsberg, Biebrich, Wasenbach. Steinsberg gehörte zur Herrschaft Schaumburg und war ab 1806 Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz.
Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Haupterwerbsquelle der Steinsberger Bewohner die Landwirtschaft. Immer wieder kam es zu heftigen Unwettern (so z. B. am 25. Mai 1831 oder am 2. Juni 1903), welche dazu führten, dass die angebauten Getreidesorten auf den Feldern vernichtet wurden. Dies führte immer wieder zur Vergrößerung der Armut. Um die Armut zu bekämpfen, bestanden sogenannte Armenfonds, an die die betroffenen Bauern sich über Bittgesuche wenden konnten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es nach und nach immer mehr zur Abkehr von der Landwirtschaft, da immer mehr Arbeitsplätze in den Steinbrüchen und Schieferbrüchen im Rupbachtal entstanden waren. Zu einer vollständigen Abkehr von der Landwirtschaft kam es allerdings nie: Die Landwirtschaft blieb zunächst die Haupterwerbsquelle der Steinsberger. Auch heute noch gibt es einige Bauernhöfe in Steinsberg sowie Anbau von Getreide auf den Feldern. Die meisten Bürger jedoch arbeiten heute außerhalb des Dorfes im Raum Diez/Limburg an der Lahn bzw. pendeln ins Rhein-Main-Gebiet.
Die Einwohnerschaft entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert wie folgt: 1843: 221 Einwohner, 1927: 220 Einwohner, 1964: 219 Einwohner.
Religion
Die römisch-katholischen Christen in Steinsberg sind dem Kirchort St. Bartholomäus in Balduinstein zugeordnet.[2] Zuvor eine eigenständige Kirchengemeinde, ging diese zum 1. Januar 2019 mit fünf weiteren Gemeinden in der Pfarrei „St. Christophorus Diezer Land“ auf.[3] Zu diesem Zeitpunkt war die Pfarrei Teil des Bezirks Limburg des katholischen Bistums Limburg. Mit Wirkung zum 1. Mai 2024 wurden die elf Limburger Bezirke zu fünf Regionen zusammengefasst, Steinsberg ist nun der „Region an der Lahn“ zugeordnet.[4]
Auf evangelischer Seite ist der Ort der Kirchengemeinde Habenscheid im Dekanat Nassauer Land in der Propstei Rheinhessen und Nassauer Land der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zugehörig.[5][6][7]
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Steinsberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[8]
Bürgermeister
Timo Reinhardt wurde 2001 Ortsbürgermeister von Steinsberg. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 84,47 %[9] und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 86,0 % jeweils für fünf Jahre wiedergewählt.[10]
- Liste der Bürgermeister von Steinsberg (teilweise unvollständig)
- 1726–1741: Georg Wilhelm Müller
- um 1794: Jakob Meffert / Georg Philipp Schwarz
- 1802–1820: Georg Philipp Scheurer
- 1822–1840: Johann Peter Schwarz
- 1841–1847: Georg Philipp Schwarz
- 1851–1865: Philipp Schwarz
- 1873–1886: Carl Vogt
- 1891–1901: Philipp Heinrich Scheurer
- 1916–1925: Karl Wilhelm Schwarz
- bis 1933: Heinrich Jakob Best
- 1933–1943: Heinrich Meffert
- 1943–1945: Karl Wilhelm Meffert (unbestätigt)
- 1945–1956: Adolf Kalkofen
- 1956–1973: Albert Mäurer
- 1973–2000: Emil Schneider
- 2000–2001: Brigitte Koschara
- seit 2001: Timo Reinhardt
Wappen
| Blasonierung: „In Silber ein schwarzer Hügel, darauf drei grüne Laubbäume.“[11] | |
| Wappenbegründung: Dieses Bild, das wohl „redend“ auf das Grundwort des Ortsnamens Bezug nehmen will, steht in den Gemeindesiegeln seit 1843 im Schild. Die Farben wurden ergänzt. Nachdem der Ort 1806 mit der Herrschaft Schaumburg an Nassau gefallen war, hat er 1816 sein erstes Siegel eingeführt, das aber kein Bild enthielt. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Am 2. Wochenende im Juli findet in der Gemeinde das traditionelle „Küppelfest“ statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Steinsberg ist eine ländliche Wohngemeinde. Hier existiert eine Schlosserei[12], eine Hundeschule, ein Hundesportverein[13], eine Kräuterschule[14] sowie ein Pferde- und Hufbehandlungszentrum[15]. Steinsberg ist über die Buslinie 585[16], welche als sog. Anruf-Linien-Fahrt[17] eingerichtet wurde und zwischen Katzenelnbogen und Balduinstein verkehrt, an den ÖPNV angebunden.
Siehe auch
Literatur
- Steinsberg 1305–1997 – Beiträge zur Geschichte des Dorfes. hrsg. von der Ortsgemeinde Steinsberg. Steinsberg 1998.
Weblinks
- Ortsgemeinde Steinsberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Diez
- Literatur über Steinsberg in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ St. Bartholomäus Balduinstein. Katholische Kirchengemeinde St. Christophorus Diezer Land, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Pfarrei. Katholische Kirchengemeinde St. Christophorus Diezer Land, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Regionen. In: Organisation. Bistum Limburg – Bischöfliches Ordinariat, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Kirchengemeinde Habenscheid. Evangelisches Dekanat Nassauer Land, Bad Ems, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Die Dekanate der Propstei Rheinhessen und Nassauer Land. Evangelische Propstei Rheinhessen und Nassauer Land, Mainz, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Die Propstei Rheinhessen und Nassauer Land. Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Timo Reinhardt (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Steinsberg am 9. Juni 2024. In: Amtsblatt der Verbandsgemeinde Diez und der Ortsgemeinden, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 24. Juni 2024, abgerufen am 4. Dezember 2024.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Diez, Verbandsgemeinde, 21. Ergebniszeile. Abgerufen am 9. November 2019.
- ↑ Steinsberg, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Steinsberg. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 5. Dezember 2024.
- ↑ Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 251.
- ↑ Start – Ahlgrimm – Ideen in Metall. Abgerufen am 29. März 2024.
- ↑ | Bleib Hund e. V. :: Steinsberg. Abgerufen am 29. März 2024.
- ↑ Wilde Kräuter – Mel Detjen. Abgerufen am 29. März 2024 (deutsch).
- ↑ PferdeZentrum Steinsberg. Abgerufen am 29. März 2024.
- ↑ VRM – Verkehrsverbund Rhein-Mosel. Abgerufen am 29. März 2024.
- ↑ Rufbus / AnrufLinienFahrt (ALF) – Verkehrsverbund Rhein-Mosel. Abgerufen am 29. März 2024.