Stanisław Witek (Chemiker)
Stanisław Witek (geboren am 12. April 1932 in Sosnowiec; gestorben am 6. Januar 2015 in Breslau) war ein polnischer Chemiker und Professor an der Technischen Universität Breslau. Als Vorsitzender des International Scientific Advisory Board on Sea-Dumped Chemical Weapons (ISAB) und langjähriges Mitglied der internationalen Organisation für das Verbot chemischer Waffen war er auf die Erforschung der organischen Synthese und chemischer Eigenschaften der Pestizide spezialisiert.[1]
Leben
Stanislaw Witek studierte 1949–1955 an der Chemischer Fakultät Technischen Universität Breslau und promovierte 1962. In den Jahren 1968–1983 war er als Dozent und seit 1983 als Professor tätig.[1][2] In den Jahren 1972–1990 hielt er das Amt des Direktors des Instituts für Organische Technologie und Kunststoffe der Technischen Universität Breslau.[1]
Als Experte auf dem Gebiet der chemischen Waffen und als erster polnischer Wissenschaftler war er Mitglied des internationalen Scientific Advisory Boards der 2013 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisation für das Verbot chemischer Waffen.[3][4] In dieser Funktion blieb er zwei Amtszeiten (1998–2004). Zudem fungierte er als Wissenschaftlicher Berater des polnischen Außenministers hinsichtlich chemischer und biologischer Waffen. Auf Initiative des litauischen Außenministeriums organisierte er das Scientific Advisory Board on Sea-Dumped Chemical Weapons, dessen Arbeit er als Vorsitzender leitete.[5][6][7][8][9][10]
Witek fungierte als Vertreter der Chemischen Fakultät der Technischen Universität Breslau in der Polnischen Akademie der Wissenschaften.[1] Er veröffentlichte über 170 wissenschaftliche Arbeiten und hielt 49 Patente. Unter seiner Betreuung promovierten 13 Wissenschaftler, davon sind sieben Professoren in Polen sowie außerhalb.[1] Im Jahr 2005 wurde er mit seinem Team mit dem 1. Preis des Premierministers für herausragende wissenschaftlich-technische Errungenschaften ausgezeichnet.
Witek war Neffe von Kazimierz Banyś, ebenfalls Professor der Technischen Universität Breslau und Marian Banyś, Chirurg. Er war bis zu seinem Tod mit der promovierten Chemikerin Barbara Witek verheiratet. Das Ehepaar hatte eine Tochter.
Auszeichnungen und Ehrungen
- Order Polonia Restituta (2000)[1][11]
- Medaille der Komisja Edukacji Narodowej (Kommission für nationale Bildung)[1]
- 1. Preis des Premierministers für herausragende wissenschaftlich-technische Errungenschaften (2005, gemeinsam mit Team)[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h Zmarł profesor dr inż. Stanisław Witek. In: Pryzmat.
- ↑ Nowa Nauka Polska. Abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons; COMPOSITION OF THE SCIENTIFIC ADVISORY BOARD. 2004, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons; COMPOSITION OF THE SCIENTIFIC ADVISORY BOARD 2001 - 2004. 2002, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ United Nations Resolution on sea dumped chemical munitions.
- ↑ International Dialogues on Underwater Munitions.
- ↑ The Third International Dialogue on Underwater Munitions.
- ↑ Bałtyk pełen iperytu. In: Tygodnik Przegląd.
- ↑ The first meeting of the Scientific Board on Dumped Chemical Weapons held in Prague.
- ↑ International Seabed Authority ISBA/21/A/INF/5 Assembly. 2015, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Beschluss des Präsidenten der Republik Polen vom 26. Oktober 2000 über die Verleihung von Orden. 2000, abgerufen am 3. Januar 2026 (polnisch).