Stadtfriedhof Walsrode
Der Stadtfriedhof Walsrode liegt in der Kernstadt Walsrode im niedersächsischen Landkreis Heidekreis. Es ist der Begräbnisplatz für die Verstorbenen aus dem Kirchspiel Walsrode.
Beschreibung
Der ca. 310 Meter lange und maximal ca. 220 Meter breite Friedhof liegt südlich unweit vom Heidekreis-Klinikum Walsrode. Am nördlichen Rand des Friedhofs verläuft die Saarstraße, am östlichen Rand die Brüggemannstraße und am westlichen Rand der Parkweg. Auf dem Friedhof sind diese Grabarten möglich: Wahlgrabstätten mit oder ohne Hecke, Reihen-, Urnenwahl- und Urnenreihengrabstätten und Grabstätten im Urnen-Hain.[1]
Ein Historischer Rundweg mit 15 Stationen erschließt bedeutsame Orte auf dem Friedhof.[2]
Auf dem Friedhof sind diese Baudenkmale zu finden (siehe Liste der Baudenkmale in Walsrode#Einzelbaudenkmale – bei Saarstraße):
- Kapelle (ID = 32810836; Koordinaten: 52° 51′ 28,7″ N, 9° 35′ 19,5″ O),
- Gusseiserne Grabkreuze (ID = 32810884; Koordinaten: 52° 51′ 25,4″ N, 9° 35′ 22,3″ O),
- Ehrenfriedhof (D = 32817137; Koordinaten: 52° 51′ 26,3″ N, 9° 35′ 16,3″ O) und
- Kriegsgräber (ID = 32817110; Koordinaten: 52° 51′ 26,3″ N, 9° 35′ 10,8″ O).
Geschichte
Ursprünglich befand sich die Begräbnisstätte für die Verstorbenen aus dem Kirchspiel Walsrode auf dem Kirchplatz in den Nähe der Kirche. Nach jahrzehntelangem Streit und langen Verhandlungen konnte 1815 der neue Friedhof am jetzigen Standort eingeweiht werden. Die alte Friedhofsmauer am Kirchhof blieb zunächst zum Schutz der Gräber erhalten, einen Teil der Grabsteine verlegte man auf den neuen Friedhof. Nach einigen Jahren wurde die Mauer verkauft. Aus dem Kirchhof wurde ein öffentlicher Platz. Mehrmals wurde der neue Friedhof im Laufe der Jahre erweitert: 1861, 1879, 1914 und zuletzt 1987. Für den Bau einer Friedhofskapelle, die 1863 fertiggestellt wurde, wurde die sogenannte „Wolff'sche Scheune“ abgebrochen und die durch den Abbruch gewonnenen Materialien genutzt.[3]
Besonderheiten
Der Friedhof beherbergt auch die Grabstätten des Klosters Walsrode, Soldatengräber aus dem Zweiten Weltkrieg und Gräber von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus der Zeit des Nationalsozialismus.[4]
Auf dem Friedhof sind insgesamt 213 Opfer des Krieges und der NS-Gewaltherrschaft in zwei Gräberfeldern bestattet:
- Auf der Anlage für die deutschen Kriegstoten im mittleren rechten Teil ruhen insgesamt 114 Soldaten, die in Walsroder Lazaretten verstorben oder während der Endkämpfe im April 1945 in Walsrode und Umgebung gefallen sind sowie einige Ziviltote.
- Der "Ausländerfriedhof" wurde im rechten hinteren Teil des Friedhofes als geschlossene Anlage im Jahr 1959 auf Betreiben der Bezirksregierung Lüneburg angelegt. Dazu wurden die hier bestatteten 99 Kriegstoten aus ihren ursprünglichen, verstreuten Grablagen auf das neu geschaffene Gräberfeld umgebettet. Der "Ausländerfriedhof" umfasst die Gräber von 31 Frauen und 68 Männern, die in den Jahren 1941–1945 verstorben sind. Die älteste Person starb mit 87, die jüngste mit 16 Jahren. Es handelt sich um Angehörige vieler verschiedener Nationen: 45 Sowjetbürger, sieben Belgier, ein Tscheche, 14 Polen, drei Griechen, ein Ungar, elf Niederländer, drei Slowenen, ein Bulgare, 11 Jugoslawen und zwei Dänen.[5]
Siehe auch
Weblinks
- Friedhof auf kirchengemeindelexikon.de
Einzelnachweise
- ↑ Grabarten auf kirchengemeinde-walsrode.de
- ↑ Friedhof Walsrode. Historischer Rundweg. Stationen auf assets-michael.max-e.info
- ↑ Geschichte des Friedhofs auf assets-michael.max-e.info
- ↑ Historischer Rundweg. Interessante Orte auf dem Friedhof auf kirchengemeinde-walsrode.de
- ↑ Walsrode, Ev. Friedhof Saarstraße auf kriegsgraeberstaetten.volksbund.de, abgerufen am 25. Oktober 2025
Koordinaten: 52° 51′ 27,1″ N, 9° 35′ 16,4″ O