St. Pirmin (Pirmasens)

St. Pirmin
St. Pirmin und Schlossbrunnen (2012)
Basisdaten
Konfession römisch-katholisch
Ort Pirmasens, Deutschland
Diözese Bistum Speyer
Patrozinium Pirminius
Baugeschichte
Architekt Wilhelm Schulte I.
Bauzeit 1897–1900
Baubeschreibung
Baustil Neogotik
Bautyp Basilika
Koordinaten 49° 12′ 0,4″ N, 7° 36′ 23,7″ O
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St. Pirmin ist eine katholische Pfarrkirche in Pirmasens mit dem Patrozinium des heiligen Pirminius, von dem sich auch der Stadtname herleitet.

Geschichte

St. Pirmin ist das zweite Kirchengebäude an dieser Stelle. Ursprünglich stand dort seit 1770 die große Exerzierhalle Landgraf Ludwigs IX. Ein katholisches Gotteshaus gab es in Pirmasens seit Einführung der Reformation unter Philipp V. von Hanau-Lichtenberg im Jahr 1575 nicht mehr. Soldaten katholischer Konfession im Heer Ludwigs IX. mussten zum Gottesdienst die Kirche in Vinningen aufsuchen. Im Jahr 1803 setzte sich auf Bitten der Pirmasenser Katholiken der Mainzer Bischof Joseph Ludwig Colmar bei Napoleon für ein eigenes Kirchengebäude in der Stadt ein. Napoleon verfügte Ende 1804 in einem Dekret, dass die Exerzierhalle als Geschenk an die Gemeinde fällt. Anfangs benutzte man einen Teil der Halle für die Gottesdienste. Im Jahr 1806 brach man sie ab, um einen Neubau zu errichten. 1808 wurde die erste katholische Kirche auf den mächtigen Fundamentmauern der alten Exerzierhalle fertiggestellt und dem heiligen Antonius von Padua geweiht.[1]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Antoniuskirche zu klein für die enorm angewachsene Gemeinde. Die alte Kirche wurde abgerissen, die Gottesdienste fanden vorübergehend in einer vor dem Kirchenbauplatz errichteten hölzernen Notkirche statt. Die neue Kirche wurde in den Jahren 1897 bis 1900 nach Plänen von Wilhelm Schulte I. als neugotische Basilika mit Doppelturmfassade erbaut und dem heiligen Pirminius geweiht. Im Zweiten Weltkrieg bis auf die Türme und die Frontfassade komplett zerstört, wurde sie von 1953 bis 1958 durch Wilhelm Schulte II., Sohn des ursprünglichen Architekten, in modernisierter Form und niedriger als Pseudobasilika wiederaufgebaut. Die Türme, früher 72 Meter hoch, erhielten neue Dächer, die nur noch eine Höhe von 52 Meter erreichen.

Architektur

Der heutige Bau ist eine Mischung aus neogotischer Backsteinkirche und modernem Kirchenbau. Insbesondere die Frontfassade ist weitestgehend erhalten geblieben und entspricht mit Ausnahme des hinzugefügten Säulenvorbaus und den niedrigeren Turmdächern dem originalen Zustand. Das Kirchenschiff entstand dagegen nach der Zerstörung neu in vereinfachten Formen ohne die neogotischen Verzierungen des Ursprungsbaus. Form und Material des Neubaus wurden jedoch stark an die ursprüngliche Gestalt und die erhaltenen Reste angepasst.

Ausstattung

Die Kirchenausstattung enthält neben modernen Gestaltungselementen – Deckengemälde, Altar, Tabernakel – auch Teile der Originalausstattung wie den Kreuzweg, das Pirminius-Reliquiar und Heiligenstatuen. Die Orgel der Werkstatt Walcker von 1957 wurde 1999 von Gerhard Kuhn Orgelbau umgebaut. Sie hat 42 Register auf drei Manualen und Pedal. Das fünfstimmige Geläut im Südturm wurde 1956 von Hermann Hamm in Frankenthal gegossen; die Nominale (Schlagtöne) sind h° – d′ – e′ – fis′ – a′. Der Viertelstundenschlag erfolgt auf den beiden kleinsten Glocken a′ – fis′, die Stunden werden auf der d′-Glocke angeschlagen. Damit erklingt zu jeder vollen Stunde ein D-dur-Akkord von oben nach unten.

Hinter der Kirche befindet sich das Grab des im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Pirmasenser Pfarrers Johann Michael Schang (1757–1842).

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Einzelnachweise

  1. Julius B. Lehnung: Geliebtes Pirmasens. Band 2 (1790–1840). 1. Auflage. Komet-Verlag, Pirmasens 1979, S. 11, 83–85.