St. Peter (Peterstal)
St. Peter ist eine katholische Filialkirche in Peterstal im Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen. Sie wurde 1895/96 nach Plänen von Ludwig Maier errichtet und steht unter Denkmalschutz.[1]
Geschichte
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete Peter Wenzel im Steinbachtal eine Glashütte, um die sich die Ortschaft Peterstal entwickelte. Die Katholiken wurden zunächst durch den Pfarrer von Heiligkreuzsteinach betreut. 1734 trat Wenzel zum katholischen Glauben über und stiftete für die Bevölkerung eine Kapelle, die 1738 fertiggestellt und dem Apostel Petrus geweiht wurde. Sie stand im Bereich des heutigen Friedhofs.[2] Die Kapelle wurde zunächst durch Heidelberger Ordensgeistliche betreut, ab 1806 gehörte sie als Filiale zur Pfarrei Ziegelhausen.[3] Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Kapelle baufällig und für die gewachsene Gemeinde zu klein. Daher wurde 1895/96 nach Plänen von Ludwig Maier eine größere Kirche in zentraler Lage errichtet, die das Patrozinium des hl. Petrus von der alten Kapelle übernahm. 1904 wurde sie durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber konsekriert. Die alte Kapelle wurde abgebrochen. 1898 wurde neben der Kirche ein Schwesternhaus errichtet. Von 1994 bis 2004 wurde die Kirche in mehreren Abschnitten umfassend renoviert.[2]
Beschreibung
Die kleine, neugotische Saalkirche mit fünfseitig schließendem Chor, seitlichem Sakristeianbau und Dachreiter entspricht wie St. Laurentius in Schlierbach einer Standardplanung Maiers, die er jeweils an die örtlichen Gegebenheiten anpasste. Das Mauerwerk und die Zierelemente sind aus rotem Sandstein. Das leicht vorspringende Hauptportal an der Ostseite wird von einem Wimperg mit Fiale überfangen, darüber im Giebel befinden sich drei gestaffelte Blendbögen mit Schlitzfenstern. Im Tympanon befindet sich ein Bild der Schlüsselübergabe an Petrus, das 1960 übertüncht und 2006 wiederhergestellt wurde. Die übrigen Wände sind durch einfache Maßwerkfenster und wenig vorspringende Trauf- und Sockelgesimse gegliedert und an den Ecken mit gestuften Strebepfeilern versehen. Das schlichte Innere weist eine hölzerne, bemalte Flachdecke auf.[1][2]
Glocken
Im Dachreiter hängt ein dreistimmiges Geläut aus Bronze. Die kleinste Glocke (65 kg, g"+6) wurde 1925 von der Glockengießerei Grüninger in Villingen gegossen, die beiden anderen (130 kg, e"-1 bzw. 200 kg, d"-1) stammen von der Heidelberger Glockengießerei Friedrich Wilhelm Schilling aus dem Jahr 1950.[4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg im Geoportal Baden-Württemberg
- ↑ a b c Filialkirche St. Peter Willhelmsfelderstr. 105 in Peterstal-Ziegelhausen, erbaut 1896. Seelsorgeeinheit Heidelberg-Neckartal, abgerufen am 10. Dezember 2025
- ↑ Peterstal - Wohnplatz. In: LEO-BW, Landesarchiv Baden-Württemberg; abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ Kath. Filialkirche St. Peter in Heidelberg-Peterstal. Glockeninspektion der Erzdiözese Freiburg, abgerufen am 10. Dezember 2025
Koordinaten: 49° 26′ 33,2″ N, 8° 45′ 6,9″ O