St. Nikolaus (Rölsdorf)

St. Nikolaus ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche im Dürener Stadtteil Rölsdorf im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen. Die Kirche wurde 1929 nach Plänen von Hans Peter Fischer errichtet, steht unter dem Patrozinium des hl. Bischofs Nikolaus von Myra und gehört zur Pfarre St. Elisabeth von Thüringen/Düren im Pastoralen Raum Düren.

Allgemeines

In der Monschauer Straße, etwa in Höhe der heutigen Hausnummern 175, stand früher die 1871 erbaute Kirche (bis 2017 stand dort ein Pfarr- und Jugendheim). Die bisherige Kapelle wurde am 22. November 1866 zur Pfarrkirche erhoben. Um 1870 wurde beschlossen, die baufällige und zu klein gewordene Kapelle durch den Neubau einer Kirche an gleicher Stelle zu ersetzen. Die von Vincenz Statz geplante Kirche wurde am 6. Dezember 1871 eingeweiht und im März 1958 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Melchior Pleuß, Besitzer der Pleußmühle, betrieb vom 1. Oktober 1946 bis zum 1. Dezember 1950 in der gepachteten alten Rölsdorfer Kirche eine Hammermühle mit Walzenstuhl. An dieser Stelle wurde 1959/1960 das Pfarr- und Jugendheim erbaut, welches im August 2017 abgerissen wurde.

Da die alte Kirche zu klein war, wurde in den 1920er Jahren mit der Planung der heutigen Kirche durch den Kölner Architekten Hans Peter Fischer begonnen. Am 24. Januar 1929 erfolgte die Grundsteinlegung. Die Einweihung folgte am 3. November 1929. Im Jahre 1952 bekam die Kirche eine Orgel der Firma Josef Weimbs Orgelbau. 1967 wurde der Chorraum nach den Plänen des Dürener Architekten Helmut Lüttgen umgestaltet.

Die einschiffige Backsteinkirche ist in nord-südliche Richtung gebaut. An der Südostecke steht der 30 m hohe viereckige Kirchturm. Das Gebäude hat ein Satteldach, die Seitenschiffe Flachdächer. Im Westen des Gebäudes begleitet die Brigida-Kapelle – Brigida ist die zweite Pfarrpatronin – den Hauptbau, an den im Osten die Sakristei angelehnt ist.

Die Außenwände sind als Mauerwerksbau hergestellt (Fassadenziegelsichtmauerwerk). Die Geschossdecken über den Seitenschiffen, der Sakristei und der Brigidakapelle sind massiv, die Kirchenschiff-Zwischendecke besteht aus einer Holzkonstruktion.

Die Baukosten betrugen insgesamt 140.000 Reichsmark. Das Gotteshaus hat 420 Sitz- und 700 Stehplätze und liegt auf 132 m über NHN.

Die Pfarre St. Nikolaus wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit weiteren aufgelösten Pfarreien zur Großpfarre St. Elisabeth von Thüringen/Düren fusioniert. Seitdem ist St. Nikolaus keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Nebenpfarrkirche.[1]

Glocken

Das Glockengeläut im Kirchturm aus vier Gussstahlglocken mit den Schlagtönen 0f′ – a′ – c″ – d″0 wurde 1958 vom Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation gegossen. Das Läutemotiv ist das Salve Regina.[2]

Pfarrer

Folgende Priester wirkten bis zur Aufhebung der Pfarre 2026 als Pfarrer an St. Nikolaus:[3]

  • 1917–1928 Johannes Josef Fröls[4]
  • 1928–1930 Joseph Schmitz
  • 1930–1938 Peter Gilson
  • 1938–1954 Johann Wessel
  • 1955–1961 Leonhard Meurer
  • 1961–1990 Dieter Wieland
  • 1990–2003 Rainer Gattys
  • 2003–2025 Hans Tings

Literatur

  • Rölsdorfer Geschichten, herausgegeben von der Schützenbruderschaft Contantia 1877 e. V., 2002, ISBN 3-927312-50-9
  • Jahrbuch des Kreises Düren 1991, herausgegeben vom Kreis Düren 1990

Einzelnachweise

  1. Nr. 157 Dekret über die Errichtung der Pfarrei und Kirchengemeinde St. Elisabeth von Thüringen in Düren. In: Kirchliches Amtsblatt des Bistums Aachen Nr. 9.2/2025. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  2. Norbert Jachtmann, Glocken in der Region Düren, S. 97 (PDF; 5,8 MB)
  3. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 348.
  4. Totelzettel Fröls, Johannes Josef. In: Internetseite Totenzettelsammlung Rhein-Erft. Abgerufen am 17. November 2025.

Koordinaten: 50° 47′ 24,9″ N, 6° 27′ 49,9″ O