St. Nikolaus (Düsseldorf)
| St. Nikolaus | |
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| Ansicht von Nordosten | |
| Baujahr: | 11. Jahrhundert |
| Stilelemente: | romanisch |
| Lage: | 51° 9′ 58,2″ N, 6° 48′ 14,2″ O |
| Anschrift: | Nikolausstraße 20 Düsseldorf Nordrhein-Westfalen, Deutschland |
| Zweck: | römisch-katholische Kirche |
| Gemeinde: | St. Nikolaus, Himmelgeist |
| Pfarrei: | St. Nikolaus Düsseldorf |
| Bistum: | Köln |
| Webseite: | www.meinegemein.de |
Die katholische Kirche St. Nikolaus gehört zu den drei ältesten Kirchen in Düsseldorf und befindet sich im Stadtteil Himmelgeist.[1] Bis 2025 war sie Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei.
Geschichte
Die erste Kirche in Himmelgeist wurde urkundlich erwähnt im Jahre 904. Es handelte sich um eine Filialkirche des Stiftes Kaiserswerth und war ein Vorgängerbau der heutigen Kirche. Diese wurde im Kern im 11. Jahrhundert und Stil der Spätromanik erbaut, zunächst ohne Turm und ohne Chorhaus.[2] Im 12. Jahrhundert erfuhr die Kirche eine Erweiterung um den Chorraum und die Hauptapsis. Der Turm wurde schließlich im 13. Jahrhundert zugefügt. Im 14. Jahrhundert wurde das kleinere und im 15. Jahrhundert das größere der beiden Sakramenthäuschen angebaut. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts waren drei alte Kirchenglocken vorhanden und in Gebrauch. Die älteste Glocke war mit dem Gießjahr 1454 versehen und die beiden anderen stammten von 1730.[3] Nach einem Blitzeinschlag am 14. Juni 1741 musste der Turm restauriert werden.
Der Innenraum wurde 1867 von August Rincklake restauriert. Die Sakristei wurde im 19. Jahrhundert ausgebaut.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Turm wiederum schwer beschädigt, so dass ein Orkan am 28. Dezember 1945 zum Absturz des Turmhelms führte. Die vollständige Erneuerung dauerte bis 1967. 1974 erfolgte eine umfassende Renovierung der Kirche.
Architektur
St. Nikolaus ist eine romanische, dreischiffige Pfeilerbasilika aus dem 11. Jahrhundert mit drei Apsiden. Das Chorhaus aus dem 12. Jahrhundert ist ebenfalls romanisch und sein rippenloses Kreuzgewölbe ruht auf romanischen Dreiviertelsäulen. Der Turm wurde später in die Kirche hineingebaut. Seine Ostwand durchschneidet die Bögen der dritten Arkade. Die Öffnungen in der Glockenstube besitzen bereits Spitzbögen. Die Decke des Hauptschiffs ist ein frühgotisches Rippengewölbe, das gleichzeitig mit dem Turmbau errichtet wurde. Die romanischen Fenster im Obergaden sind zugemauert. Die Seitenschiffe haben ein Gratgewölbe. Im Chorraum sind zwei Sakramenthäuschen eingebaut.
Ausstattung
Die Kirchenfenster stammen aus den Jahren 1967/68 und sind das Werk von Franz Pauli. Im Hauptschiff lassen die rein ornamentalen Fenster fast ohne Farbe Licht herein. Die Vierpass-Fenster in den Seitenschiffen thematisieren die Seligpreisungen aus der Bergpredigt, die Taufe Jesu im Jordan und Werke der Barmherzigkeit. Die drei Fenster der Apsis stellen Das Lamm im Himmlischen Jerusalem aus der Apokalypse (Mitte) sowie Christus der Gute Hirte (links) und Christi Auferstehung (rechts) dar.[4]
Der Altar aus Aachener Blaustein wurde 1967 von Olaf Höhnen geschaffen und ersetzte einen überdimensionierten Altar im neu-romanischen Stil. Das 1974 geschaffene Portal, dessen Thema „Die Sendung der vom Hl. Geist erfüllten Kirche in die Welt“ ist, stammt ebenfalls von diesem Bildhauer. Dies trifft auch auf das Triumphkreuz über dem Altar, den Tabernakel und die Konsolen unter dem Tabernakel und für das Ewige Licht zu.
Zur Ausstattung gehören außerdem ein gotisches Taufbecken, eine Madonna und ein Kruzifix aus der Barockzeit und eine Pietà, ein Kreuzweg und eine Statue des Heiligen Nikolaus aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.
Orgel
Die Orgel wurde 1938 von dem Orgelbauer Johannes Klais (Bonn) mit der Opusnummer 915 erbaut. Das Kegelladen-Instrument hat 17 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch. 1998 wurde die Orgel durch die Erbauerwerkstatt restauriert.[5] 2022 erfolgte eine gründliche Sanierung des Instruments durch Orgelbau Seifert, Kevelaer.
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P, Sub II/I
- Anmerkungen
- ↑ 1998, ersetzt Krummhorn 8′
Neue Pfarrei
Zum Jahreswechsel 2025/26 wurden die Pfarreien
- St. Nikolaus,
- St. Hubertus in Itter (Pfarrei 1492 erstmals urkundlich erwähnt),
- St. Gertrud in Eller (Pfarrei seit 1624),
- St. Maria Rosenkranz in Wersten (Pfarrei seit 22. März 1901),
- St. Joseph in Holthausen (Pfarrei seit 19. März 1908[6]),
- St. Michael in Lierenfeld (Rektoratspfarrei seit 1931, Pfarrei seit 1950[7]),
- St. Augustinus in Eller (Rektoratspfarrei seit 1955) und
- St. Maria in den Benden in Wersten (Pfarrei seit September 1959)
aufgelöst und an deren Stelle die katholische Pfarrei St. Nikolaus Düsseldorf neu errichtet.
Eine Besonderheit ist, dass St. Gertrud als größte Kirche dieser Pfarrei die Pfarrkirche ist. Das Pastoralbüro und der Wohnsitz des leitenden Pfarrers dagegen befinden sich neben der Kirche St. Maria Rosenkranz.
Einzelnachweise
- ↑ Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf. 7. ergänzte Auflage. Triltsch-Verlag, Düsseldorf 1979.
- ↑ Boisserée. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein. Unter: Miscellen. 1901, Köln, 27. Heft, S. [423]413. Onlinefassung
- ↑ Boisserée. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein. Unter: Berichte und Notizen. 1874, Köln, 26. und 27. Heft, S. [142]132. Onlinefassung
- ↑ Düsseldorf-Himmelgeist, Kath. Kirche St. Nikolaus. Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V., abgerufen am 30. Dezember 2025.
- ↑ Nähere Informationen zur Orgel auf der Website des ido-Orgelfestivals und Information zur Orgel. In: orgbase.nl. Orgel-Datenbank, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ meinegemein.de / Über uns / Unsere Kirchen / St. Joseph. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
- ↑ Sankt Michael. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
Weblinks
- Eintrag in der Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege
- https://www.meinegemein.de/ueber-uns/unsere-kirchen/st.-nikolaus/
- Website der Pfarrei St. Nikolaus Düsseldorf