St. Marien (Weinheim)
St. Marien ist eine römisch-katholische Kirche in Weinheim. Die gleichnamige Pfarrei ist seit dem 1. Januar 2026 eine von 36 Pfarreien im Erzbistum Freiburg.
Geschichte
St. Marien wurde nach Plänen des bedeutenden Kirchenbaumeisters Albert Boßlet (1880–1957) und des Regierungsbaumeisters Erich van Aaken mitten im Obstbaumgürtel zwischen der Siedlung am Stahlbad und der Weststadt errichtet. Sie wurde 1955 unter dem Namen Maria Regina auch in Erinnerung an die ehemalige Marienkapelle auf dem Gelände der heutigen Laurentiuskirche am oberen Marktplatz geweiht. Boßlet hat diese Kirche an einen herausragenden Ort und dies noch durch die hohe Chorpartie betont. In der Baubeschreibung der Architekten wird auf den besonders schönen, an drei Straßen gelegenen Bauplatz verwiesen, der im Blickfeld der Fernverkehrsstraße lag. Die Architektur besteht aus additiven Bauteilen, die in den hochrechteckigen Formen der Fenster und den dünnen Stützen im Innenraum eine Weiterentwicklung und Modernisierung gegenüber den früheren Werken Boßlets zeigt. Die städtebauliche und landschaftsbezogene Ausrichtung der Kirchen Boßlets war ihm in seiner langen Schaffenszeit ein wichtiger Gesichtspunkt. Er schuf über 100 Kirchen, die in seinen frühen Schaffensperioden entweder dem Heimatstil, dem Expressionismus oder der Romanik verpflichtet waren. St. Marien ist ein charakteristischer Bau seines Spätwerks nach dem Zweiten Weltkrieg.
2021/22 erfolgte eine umfassende Außen- und Innensanierung.
Bis Ende 2025 gehörte die Pfarrei zur Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg, die Teil des Dekanats Heidelberg-Weinheim war.
Seit dem 1. Januar 2026 ist St. Marien Weinheim das Zentrum der neu gegründeten Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße. Die bisherigen Pfarreien St. Laurentius Hemsbach, St. Bartholomäus Laudenbach, St. Remigius Heddesheim, St. Gallus Ladenburg, Mariä Himmelfahrt Schriesheim, St. Pankratius Dossenheim, St. Jakobus Weinheim-Hohensachsen, St. Johann Baptist Hirschberg, Hl. Kreuz Heiligkreuzsteinach, St. Michael Schönau, St. Bonifatius Wilhelmsfeld, Herz-Jesu Weinheim und St. Laurentius Weinheim wurden zu diesem Stichtag aufgelöst und der Pfarrei St. Marien Weinheim zugelegt.[1][2] Damit gehören zu der auf 239 km² vergrößerten Pfarrei 34204 Katholiken, was 25 % der Gesamtbevölkerung entspricht (Stand Oktober 2022).[3]
Beschreibung
Der monumentale Einheitsraum ist nach dem Willen des Architekten Albert Boßlet und seines Mitarbeiters Erwin van Aaken auf den Altar ausgerichtet, was durch die Lichtführung der seitliche Chorfenster unterstützt wird. Er ist in gewollt großzügiger aber schlichter Form gestaltet mit einer Neigung zu dekorativer Abstinenz. Von der Erstausstattung sind wichtige Stücke regional bedeutender Künstler überliefert, so die beiden farbig gefassten Zementskulpturen des Karlsruher Bildhauers und Professors Emil Sutor (1888–1974) über den Seitenaltären, das Fenster der Krönung Mariens nach Entwürfen des Kunstmalers Jupp Gesing aus Herne, ausgeführt von der Glasmalerwerkstätte Donat in Buer und die Terrakotta-Reliefs des Kreuzwegs von August Weckbecker (1888–1939) aus München. Doch nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch in Beziehung auf die Stadtgeschichte hat St. Marien wichtigen Zeugniswert, belegt die Kirche doch das Bevölkerungswachstum der Stadt nach dem Krieg, u. a. durch den Zuzug katholischer Flüchtlinge aus dem Osten.
Durch die Innensanierung, insbesondere die Aquarellmalereien von Tobias Kammerer, ist das Kircheninnere jetzt deutlich heller geworden.[4]
Weblinks
- Alte Website der Katholischen Pfarrgemeinde St. Marien
- Katholische Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße
Einzelnachweise
- ↑ Raumplanung. kirchenentwicklung2030.de, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Gemeinden der Pfarrei Nördliche Bergstraße. Römisch-katholische Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ St. Marien Weinheim. Erzdiözese Freiburg, 19. Januar 2024, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Blick in den Himmel. Sanierte Kirche St. Marien in Weinheim zeigt sich hell und freundlich. Stiftungen der Erzdiözese Freiburg, 24. Juli 2023, abgerufen am 2. Januar 2026.
Koordinaten: 49° 32′ 48″ N, 8° 39′ 1,7″ O