St. Laurentius (Niederschlettenbach)

St. Laurentius

Laurentiuskirche aus westlicher Richtung

Daten
Ort Niederschlettenbach
Baujahr 13. Jahrhundert
Koordinaten 49° 5′ 12,3″ N, 7° 50′ 39,8″ O

Die Laurentiuskirche ist eine römisch-katholische Kirche in Niederschlettenbach und eines von zwei Gotteshäusern innerhalb der Gemeindegemarkung. Sie steht unter Denkmalschutz.

Lage

Das Bauwerk steht mit der Hausnummer 10 auf der östlichen Seite der Kirchstraße auf dem Kirchberg im Nordwesten des Siedlungsgebiets. Der Kirchberg bildet den Südostläufer des Bremmelsbergs.

Architektur

Die Kirche, ein flachgedeckter Saalbau mit eingezogenem Chor, ist aus Buntsandsteinquadern errichtet. Als ehemalige Wehrkirche hat sie nur wenige, kleine Fensteröffnungen. Der seitlich angebaute Kirchturm, ebenfalls aus Sandsteinquadern, hat im Obergeschoss Maßwerkfenster.

Im Kirchhof befindet sich in die Mauer eingelassen der Sockel eines Steinkreuzes aus der Zeit des Barock, der mit der Jahreszahl 1756 bezeichnet ist. In einem ehemaligen Chor befindet sich die Taufkapelle.

Der Turm kam im 15. Jahrhundert hinzu; er wurde 1952 in einen Neubau einbezogen und enthält drei Glocken. Am Turm ist eine Sonnenuhr angebracht. 2005 wurde im Turm außerdem ein als Spolie verbauter Götterstein aus römischer Zeit entdeckt. Er hat die Inschrift IN Honorem (Domus Divinae) – DeAE DIANaE – ET GENIO – COL – (LEGI) IVI (---),. Mutmaßlich entstammt er dem Vorgängerbau und war laut Analysen des Denkmalamts Speyer ein der Göttin Diana gewidmeter Altarstein aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus.[1]

Geschichte

An selbiger Stelle befanden sich vorher mehrere Vorgängerbauwerke. Bereits im Frühmittelalter gab es eine kleine Kapelle, die nach einiger Zeit durch eine solche ersetzt wurde, die doppelt so groß war und von einem Widegovo gegründet wurde, über den weitere Informationen fehlen. Nach 955 wurde sie Laurentius von Rom geweiht, da an dessen Jahrestag, dem 10. November 955, die Schlacht auf dem Lechfeld stattfand und daraufhin um ihn der Kult verstärkt wurde.[1]

Im 11. Jahrhundert wurde diese zweite Kapelle erneut zu klein und es wurde eine Kirche mit Apsidenchor errichtet. Der Codex Edelini berichtete über die Weihe dieser Kirche. Aus dieser Zeit überdauerte ein Giebelstein mit der Weiheinschrift vom 13. Mai 1068 im alten Chor.[1] Die Kirche in ihrer gegenwärtigen Form wurde im Wesentlichen um das Jahr 1220 errichtet; dabei wurde die Apsis zugunsten des aus dieser Zeit erhaltenen Chor entfernt.[1] Jahrhunderte lang diente die Kirche neben der örtlichen Bevölkerung zusätzlich den Gläubigen aus dem nördlichen Nachbarort Erlenbach, ehe dieser ab Mitte des 18. Jahrhunderts eine eigene Kirche erhielt. Diese war fortan eine Filialkirche der Niederschlettenbacher Pfarrei.[2]

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, sodass sie neu aufgebaut werden musste; diese Maßnahme war 1952 abgeschlossen.[3]

Bis Ende 2015 war St. Laurentius Pfarrkirche mit Filialen in Bundenthal und Erlenbach. Seit 2016 bildet sie eine Filiale der Pfarrei Hl. Petrus in Dahn.[4]

Ausstattung

Das Bild in der Chorapsis entstand 1954 und zeigt Jesus Christus begleitet von musizierenden Engeln. Mit dem Finger zeigt er auf die Schrift in dem aufgeschlagenen Buch: EGO SUM LUX MUNDI (lat. Ich bin das Licht der Welt). Über ihm schwebt der Heilige Geist in Gestalt der Taube. Unten sind Aegidius, Mutter Anna mit Maria und ihrem Kind, Erzengel Michael und Laurentius von Rom dargestellt.[3] Das Bild ist ein Werk des aus Neustadt (Wied) stammenden Kunstmalers Heiner Schumann. Neben dem Seitenaltar steht eine Laurentiusstatue.

Die Orgel stammt aus der Zeit um 1900 und befindet sich seit 1964 nach Umbau durch Wolfgang Scherpf mit neuem Gehäuse in der Laurentiuskirche. Sie hat pneumatische Spiel- und Registertraktur und sieben Register auf zwei Manualen und Pedal.[5]

Literatur

Commons: St. Laurentius (Niederschlettenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Kirche St. Laurentius. In: heiliger-petrus.de. 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2025.
  2. Mariä Himmelfahrt Erlenbach. In: heiliger-petrus.de. 16. November 2025, abgerufen am 16. November 2025.
  3. a b Katholische Kirche St. Laurentius in Niederschlettenbach. In: westpfalz.wiki. 16. November 2025, abgerufen am 16. November 2025.
  4. pfarrei-feilbingert.de: künftige Struktur Bistum Speyer. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. April 2020; abgerufen am 10. April 2020.
  5. Niederschlettenbach, St. Laurentius. In: organindex.de. 16. November 2025, abgerufen am 16. November 2025.