St. Laurentius (Amstetten)

Die evangelische Pfarrkirche St. Laurentius steht im Amstetten-Dorf, einem Gemeindeteil von Amstetten im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Geislingen an der Steige der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen.

Geschichte und Architektur

Das Patrozinium des heiligen Laurentius weist auf eine Entstehung der Kirche um das Jahr 1000 hin. Die Verehrung dieses Heiligen nahm in Deutschland nach der siegreichen Schlacht Ottos I. auf dem Lechfeld am 10. August 955, dem Laurentiustag, deutlich zu. Die ältesten Bauteile der Kirche stammen ebenfalls aus dieser Zeit.[1]

1498/99 wurde unter Einbeziehung von Teilen des Vorgängerbaus ein neues gotisches Kirchengebäude errichtet. Eine Bauinschrift über dem Südportal dokumentiert diese Baumaßnahme und zeigt das Steinmetzzeichen des Ulmer Münsterbaumeisters Bernhard Winkler von Rosenheim. Aus derselben Zeit stammen der nördlich an den Chor angefügte Sakristeianbau mit gotischem Kreuzgewölbe sowie das benachbarte Pfarrhaus. Der heutige Turmabschluss entstand um 1580 und kombiniert spätgotische Formen wie Kielbögen mit Elementen der Renaissance.

Die Kirche besteht aus einem Langhaus, einem Kirchturm im Westen, einem Chor im Osten, der von Strebepfeilern an den Ecken gestützt wird, und der Sakristei unter dem Schleppdach des Chors im Norden.

An der Südseite des Kirchturms befindet sich eine farbig gestaltete Sonnenuhr mit den Symbolen der vier Evangelisten.[1]

Ausstattung

Im Innenraum des Langhauses sind Reste von Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert vorhanden. Die gotischen Malereien der Nordwand aus der Zeit um 1380 zeigen Szenen aus dem Marienleben. Ein weiterer bedeutender Zyklus stammt aus der Renaissance um 1630 und umfasst sechs große Wandbilder sowie dreizehn Emporenbilder mit einem lehrhaften, dogmatischen Programm.

Der Altar wurde 1738 von Georg Fink, einem Schreiner aus Aufhausen, geschaffen, das dazugehörige Abendmahlsbild malte Johann Leonhard Schneider aus Geislingen. Der Taufstein von 1743 ist ein Werk des Ulmer Steinmetzen Johann Jakob Hacker. Die Kanzel wurde 1745 von Christoph Gottfried Rößle aus Geislingen gefertigt.[1]

Orgel

Der Ulmer Orgelbauer Georg Friedrich Schmahl errichtete 1764 eine Orgel mit 10 Registern auf der Empore.[2] 1825 wurde das Pfeifenwerk dieser Orgel an die Pfarrkirche St. Martin nach Westerstetten verkauft und der Orgelbauer Johann Georg Schäfer, Göppingen, errichtete hinter dem Prospekt der Vorgängerorgel ein neues Instrument. Diese Orgel wurde 1973 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link überholt und umdisponiert. Sie verfügt über 11 Register auf einem Manual und Pedal.[3][2]

Glocken

Im Kirchturm hängen drei Glocken. Zwei ältere Glocken stammen aus den Jahren 1585 und 1593 und wurden vom Ulmer Glockengießer Wolfgang Neidhardt gefertigt. Eine dritte Glocke wurde 1951 von der Gießerei Kurtz aus Stuttgart gegossen. Die Schlagtonfolge des Geläutes (fis – a – h) entspricht dem Te-Deum-Motiv.[1]

Literatur

Commons: St. Laurentius (Amstetten) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b c d Kirchen | Evangelische Kirchengemeinde Amstetten. Abgerufen am 21. November 2025.
  2. a b Amstetten (Württemberg)/Amstetten-Dorf, Laurentiuskirche – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 21. November 2025.
  3. Orgel Databank | Beschreibung Orgel. Abgerufen am 21. November 2025.

Koordinaten: 48° 34′ 36,7″ N, 9° 51′ 24,3″ O