St. Johannes der Täufer (Winsen/Aller)

Die Kirche St. Johannes der Täufer in Winsen (Aller) ist eine Kirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde im Kirchenkreis Celle, im Sprengel Lüneburg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Das Gebiet der Kirchengemeinde ist in drei Pfarrbezirke gegliedert. Zum Bezirk I zählen Winsen-Nord und die Ortsteile Meißendorf und Walle, zum Bezirk II gehören Winsen-Ost und die Ortsteile Wolthausen und Stedden, zum Bezirk III rechnen Winsen-West und die Ortsteile Thören, Bannetze und Südwinsen.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Winsen (Aller)).[1]

Geschichte und Beschreibung

Über einen Vorgängerbau gibt es keine Quellen. Vermutlich war es eine Holzkirche und gehörte bereits zu den Kirchen, die im 9. Jahrhundert in der Missionierungszeit des Sachsenlandes entstanden. Sie unterstand dem Archidiakonat Ahlden im Bistum Minden. Das Patrozinium (die Schutzherrschaft) des Patrons Johannes der Täufer weist nur die Kirchen in Ahlden, Soltau und Walsrode aus. Herzog Ernst der Bekenner führte 1527 im Celler Land die Reformation ein.

Gebäude

Von dem ursprünglichen romanischen Kirchengebäude blieb nur der aus Raseneisenstein errichtete Unterbau des Turmes erhalten. Im 14. Jahrhundert wurde anstelle des romanischen Kirchenschiffes ein gotisches Langhaus errichtet, mit Strebepfeilern und einem Spitzbogenfenster.

1597 wurde die Kirche durch Baumeister Jakob Reis mit einem Anbau im Norden erweitert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie stark zerstört, und auch das Archivgut ging in der Zeit verloren. Erst seit 1668 sind Kirchenbücher wieder vorhanden.

1822 wurde im Südteil ein Umbau, der einem Neubau gleichkam, vorgenommen. Es erfolgte die Erweiterung des jetzigen Längsschiffes und der Umbau zu einer klassizistischen Saalkirche. Das verputzte Gebäude auf kreuzförmigem Grundriss mit Walmdächern hat ein einschiffiges gotisches Querhaus. Der Chor ist ein Anbau in der Mitte der Nordwand, mit je einem Spitzbogenfenster im Ost- und Westteil der Nordwand, ansonsten rundbogige Fenster.

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Im dreischiffig gegliederten Innenraum sind zwei Reihen Holzstützen, welche die umlaufende Emporen tragen. Das Mittelschiff hat ein Tonnengewölbe, die Seitenschiffe und Querhausarme haben Flachdecken.

Der Westturm hat einen schiefergedeckten Turmhelm als achtseitige Pyramide.

Ausstattung

Orgel

Es lässt sich zurückverfolgen, dass von dem Orgelbauer Jonas Weigel aus Braunschweig 1630, im Dreißigjährigen Krieg, in der Kirche eine Orgel eingebaut wurde. Während des Krieges wurde diese stark zerstört und musste größeren Reparaturen unterzogen werden. 1752 erfolgte durch den Orgelbauer Christian Friedrich Matthay aus Hannover ein Umbau oder Neubau. Nach dem Umbau der Kirche im Jahr 1822 erfolgte 1824 durch Christian Bethmann auch ein vollständiger Neubau der Orgel. Diese wurde 1933 erweitert und renoviert. 1975 erfolgte nochmals ein grundlegender Umbau durch die Orgelbaufirma Emil Hammer. Das äußere Erscheinungsbild (der Orgelprospekt) aus dem Jahr 1824 wurde hier aber beibehalten. Heute umfasst die Orgel 24 Register auf 2 Manualen und Pedal.

Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer, Winsen (schon 1315 erwähnt), umfasst heute den Kernort Winsen mit Südwinsen, sowie die Ortsteile Bannetze, Meißendorf, Stedden, Thören und Walle. Die rund 5625 Mitglieder werden von derzeit (2025) zwei Pastoren versorgt. Die Gemeinde hat musikalische Gruppen als Flötenkreis, Kantorei, Posaunenchor und Kinderchor sowie eine Kinderkirche und mehrere Gesprächskreise u. a. für Jugend. Zur Gemeinde gehören auch das Pfarrhaus Kirchstraße 12 mit Gemeindebüro, das ehem. Pfarrwitwenhaus Küsterdamm 9 als Kulturcafé Nebenan genutzt und das Küsterhaus Küsterdamm 7, heute Pfarramt.

Commons: St. Johannes der Täufer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
  2. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
  3. RWLE Möller: Braband(t), Johann Ernst, in ders.: Celle-Lexikon, S. 26

Koordinaten: 52° 40′ 48,3″ N, 9° 54′ 22,2″ O