St. Johannes der Täufer (Celle)

Die Kirche St. Johannes der Täufer ist eine katholische Pfarrkirche in Celle, einer Kreisstadt in Niedersachsen. Die nach dem heiligen Johannes dem Täufer benannte Kirche gehört zum Dekanat Celle des Bistums Hildesheim.

Geschichte

Mit der Einführung der Reformation im Fürstentum Lüneburg durch Ernst den Bekenner wurde die Bevölkerung im Raum Celle im 16. Jahrhundert evangelisch-lutherisch.

Nachdem sich wieder Katholiken in Bostel, Garßen, Scheuen und Vorwerk niedergelassen hatten, fanden im Zweiten Weltkrieg katholische Gottesdienste in einer Privatwohnung in Garßen statt.

Im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 war die Zahl der Katholiken im Raum Celle stark angestiegen, 1950 wurde in Vorwerk eine Flüchtlingssiedlung erbaut. Daher fand im Sommer 1953 in Vorwerk eine durch die Ostpriesterhilfe unterstütze Kapellenwagenmission statt, worauf sich die Zahl der Gottesdienstteilnehmer stark erhöhte und dadurch die bisher genutzte Privatwohnung zu klein geworden war. Zunächst wurde der Klassenraum der Schule in Vorwerk für Gottesdienste genutzt. Danach wurde in der Scheune eines Bauernhauses am Bosteler Weg, in einer ehemaligen Wetterwarte, eine Kapelle eingerichtet. Am 2. Oktober 1955 folgte durch Dechant Herbert Höbbel aus Celle die Benediktion der Rosenkranzkapelle,[1] die in einem Anbau des Wohnhauses Reuterweg 24 eingerichtet worden war und in der bis zur Weihe der Kirche die Gottesdienste stattfanden. Auch in Garßen, Groß Hehlen und Scheuen fanden katholische Gottesdienste statt.

Nachdem sich die Zahl der Katholiken im Raum Vorwerk auf rund 1100 erhöht hatte, erfolgte 1969 der Erwerb eines Baugrundstückes. 1973 begann der Bau der Kirche, am 11. November 1973 fand die Grundsteinlegung statt. Am 1. November 1974, dem Hochfest Allerheiligen, nahm Bischof Heinrich Maria Janssen die Kirchweihe vor. Zum Hauptpatron wurde der heilige Johannes der Täufer, zur Nebenpatronin Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz.

1975 wurde die Kirchengemeinde zur Pfarrkuratie erhoben, 1979 bekam die Kirche eine Orgel. 1999 folgte eine großzügige Erweiterung des an die Kirche angebauten Pfarrheims.

Am 1. August 2004 kamen zur Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer auch die Kirchen St. Theresia vom Kinde Jesu in Eschede und St. Paulus in Unterlüß hinzu.[2] Die Pfarrgemeinde in Unterlüß wurde in diesem Zusammenhang aufgelöst und die Pfarrgemeinde in Eschede nach Lachendorf transferiert.[3] Die Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu wurde am 18. Oktober 2017 profaniert.

Lage, Architektur und Ausstattung

Die Kirche steht im Nordosten von Celle, im Stadtteil Vorwerk auf dem Grundstück Garßener Weg 24.

Sie wurde als Beton-Fertigteilkirche mit freistehendem Glockenturm nach Plänen von Josef Fehlig vom Diözesanbauamt des Bistums Hildesheim erbaut. Von diesem Kirchentyp wurden im Bistum Hildesheim eine Reihe weiterer Kirchen erbaut, so 1969 in Altenwalde und Sudmerberg, 1970 in Dungelbeck, Meckelfeld und Poggenhagen, 1971 in Afferde, Hohegeiß, Luthe, Meine, Schwanewede und Winsen (Aller), 1972 in Gifhorn, Ronnenberg, Stederdorf und Wittingen, 1975 in Dransfeld, Münchehof und Rodenberg, und 1976 in Rhüden.

Der Schutzpatron der Kirche, der heilige Johannes der Täufer, ist am Turm dargestellt.

Die künstlerische Innenausstattung, darunter die Buntglasfenster, die Altarwand und den Kreuzweg, entwarf Claus Kilian. Im Zentrum des Buntglasfensters ist das Lamm Gottes dargestellt. Vor dem Pfingstfenster steht das Taufbecken. Vor einer Marienstatue können Opferkerzen aufgestellt werden. Die Orgel der Firma Hillebrand verfügt über zwölf Register.

Siehe auch

Literatur

  • St. Johannes der Täufer, Vorwerk. In: Kirche in Celle. Beiträge zur Kirchengeschichte. Celle 1992, S. 79–80.
Commons: St. Johannes der Täufer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Kirche St. Johannes der Täufer. Katholische Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer, abgerufen am 17. November 2025.
  2. Archivierte Kopie (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)
  3. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Kirchlicher Anzeiger. Nr. 7/2004 (PDF), S. 228–230.

Koordinaten: 52° 39′ 20,3″ N, 10° 6′ 22,1″ O