St. Clemens Maria Hofbauer (Alfdorf)
Die römisch-katholische Kirche St. Clemens Maria Hofbauer steht in Alfdorf im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg und wurde 1951 erbaut. Sie steht unter dem Patronizium von Clemens Maria Hofbauer, dem früheren Schutzpatron Südmährens.
Geschichte
Seit der Reformation war Alfdorf evangelisch geprägt. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es nur wenige Katholiken in Alfdorf. Durch die Evakuierung der bedrohten Städte vor Kriegsende und durch die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten nach dem Krieg wuchs die Zahl der Katholiken in Alfdorf und Umgebung auf ca. 800 Seelen an. Die Sonntagsmesse wurde zunächst in der evangelischen Stephanuskirche und in der Turnhalle durch Geistliche der Münstergemeinde Gmünd vierzehntägig abgehalten. Ab November 1946 fand der katholische Gottesdienst dann in der methodistischen Kapelle in der Welzheimer Straße statt.[1]
Ab 1946 hatte Alfdorf mit dem in Neudau im Sudetenland geborenen Pfarrer Walter Mayer einen ständigen katholischen Seelsorger. Da die Katholiken aus acht verschiedenen Ost-Diözesen kamen, gab es kein gemeinsames Liedgut, sodass ein eigenes Liedbüchlein erstellt und gedruckt wurde. Im August 1948 wurde ein Kirchenchor gegründet.[1]
Es stellte sich schnell heraus, dass die methodistische Kapelle für die katholische Gemeinde viel zu klein war, sodass viele Gottesdienstbesucher keinen Platz fanden und Planungen für einen Neubau einer katholischen Kirche in Alfdorf aufgenommen wurden. 1948 wurde ein Grundstück am Strübelweg von den Freiherren vom Holtz gekauft und der Architekt Albert Hänle aus Schwäbisch Gmünd beauftragt, einen Plan zur Erstellung einer Kirche in Alfdorf zu fertigen. Am 23. März 1950 fand der erste Spatenstich zur Erbauung der Kirche durch Pfarrer Mayer statt.
Mit viel Eigenleistung aus der Gemeinde wurde innerhalb von nur 10 Monaten die neue Kirche errichtet, und schon am 1. Januar 1951 feierte die Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in dem neuen Gotteshaus. Ende 1951 wurde in Stuttgart ein gebrauchtes Harmonium gekauft. Am 15. Juni 1952 wurde die Kirche von Weihbischof Franz Joseph Fischer auf den Namen St. Clemens Maria Hofbauer geweiht.
Am 10. Juni 1957 fand die erste Fronleichnamsprozession in Alfdorf statt.
1989 und 2013 fanden Renovierungen der Kirche statt.
Architektur und Innenausstattung
Den Tabernakel spendete die Pfarrei Baustetten, die Münstergemeinde Schwäbisch Gmünd stiftete ein neues Altarmissale, die Gemeinde in Mutlangen einen großen Osterleuchter und die Pfarrei Ergenzingen eine Monstranz. Ein großes Kruzifix mit Gipschristus wurde vom Pfarramt Wolfegg gestiftet und von Elfriede Bijok aus Schwäbisch Gmünd gefertigt.[1]
Von der Pfarrkirche Heilig Kreuz in Hüttlingen wurde der Kirchengemeinde Alfdorf eine Glocke aus dem 14. Jahrhundert geschenkt. Im Juni 2012 wurde eine zweite Glocke eingebaut.
Im September 1952 malte der Kunstmaler Otto Eberle (1909–1981) aus Schwäbisch Gmünd kostenlos das Altarbild, das die ganze Breite der Stirnwand einnimmt. Es zeigt Jesus Christus, oberhalb Gott Vater und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, unter dem Kreuz Johannes den Täufer, Maria, Stephanus und den Heiligen Clemens Maria Hofbauer.[2] Während die Darstellung von Johannes und Maria der Überlieferung nach Johannes 19 folgt, stellt Stephanus eine Verbindung zur evangelischen Stephanuskirche in Alfdorf her.
Im Sommer 1953 malte Otto Eberle auch das Sgraffito am Ambo mit den vier Evangelisten und 1954 einen Kreuzweg.[2] Auch der Taufstein wurde von Eberle entworfen.
Im Oktober 1960 wurde am Tag der Heimat nach dem Gottesdienst in einer Feierstunde ein neues Ehrenmal zur Erinnerung an die ostdeutsche Heimat der Vertriebenen vor der Kirche geweiht. Es wurde ebenfalls von Otto Eberle entworfen. Auf einer großen Steintafel befinden sich eine Darstellung des Erzengels Michael, Schutzpatron der Deutschen, und eine Gedenkinschrift, darüber hängt ein Kreuz als das Zeichen der Erlösung aus dem Leid.[1]
1984 erhielt die Kirche eine neue Orgel, die am 7. Oktober geweiht wurde und 2002 renoviert wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Chronik - Katholische Seelsorgeeinheit Lorch-Alfdorf. Abgerufen am 9. Januar 2026.
- ↑ a b St. Clemens Maria Hofbauer - Katholische Seelsorgeeinheit Lorch-Alfdorf. Abgerufen am 9. Januar 2026.
Koordinaten: 48° 50′ 43,5″ N, 9° 43′ 13,4″ O