St. Adalbert (Magdeburg)

Sankt Adalbert ist die katholische Kirche im Magdeburger Stadtteil Reform. Sie ist die einzige Kirche im Bistum Magdeburg, die nach dem heiligen Adalbert von Magdeburg, dem ersten Bischof des Bistums Magdeburg, benannt ist. Das Gotteshaus gehört zur Pfarrei St. Sebastian in der Pastoralregion Magdeburg.

Geschichte

Ab 1932 entstand für Arbeiter des Grusonwerkes im heutigen Magdeburger Stadtteil Hopfengarten die Krupp-Gruson-Siedlung. Bereits 1934 wurde dort im Ahornweg ein evangelisches Gemeindehaus erbaut, in dem lange Zeit auch katholische Gottesdienste stattfanden.[1] Ab 1937 erfolgten Bemühungen für den Bau einer katholischen Kirche, die jedoch nicht zum Erfolg führten. 1939 wurde Am Klostergraben ein Baugrundstück angekauft, es wurden Pläne für eine Kirche mit Pfarrhaus erstellt, aber der Zweite Weltkrieg verhinderte die Realisierung der Pläne. Von 1955 bis 1958 bemühte sich die Pfarrei St. Norbert nochmals erfolglos um eine Baugenehmigung für eine Kirche in Hopfengarten.

1967 erteilte das Stadtbauamt die Genehmigung für die Errichtung eines Fertigteilhauses mit Kapelle im Buchenweg 23, das vom Bonifatiusverein zur Verfügung gestellt wurde. 1968 wurde das Gebäude aufgestellt, bis 1969 folgte der Innenausbau. Am 3. Juli 1969 wurde Johannes Latzke zum Kuratus von Magdeburg-Hopfengarten ernannt, womit in Hopfengarten eine katholische Gemeinde gegründet wurde. Als Schutzpatron bekam die Kuratiegemeinde den Heiligen Adalbert von Magdeburg. Bereits am 1. August 1969 folgte die Erhebung der Kuratie zur Filialkirchengemeinde (Pfarrvikarie) der Pfarrei St. Norbert. Damals gehörten rund 700 Katholiken zur Filialkirchengemeinde. Bis 1975 hatte sich ihre Zahl durch die Neubaugebiete Schilfbreite und Reform, deren Bau 1968 und 1970 begann,[2] auf rund 1500 vergrößert.

Im Rahmen eines kirchlichen Sonderbauprogramms in der DDR begann 1982 mit finanzieller Unterstützung der Diözese Paderborn, zu der Magdeburg damals gehörte, der Bau eines Gemeindezentrums und eines Pfarrhauses im Süden Magdeburgs. Die katholische Kirche konnte das 1939 gekaufte Grundstück gegen ein Baugrundstück am Neptunweg tauschen.[3] Am 9. September 1983 folgte die Grundsteinlegung der St.-Adalbert-Kirche.[4] Die Kirche wurde am 10. November 1985 vom Magdeburger Bischof Johannes Braun geweiht. Im Altar der Kirche wurden Reliquien des heiligen Burchard I. von Halberstadt eingebettet.

Am 1. April 2006 wurde der Gemeindeverbund Magdeburg Mitte errichtet, der die Kirchengemeinden St. Adalbert, St. Johannes Baptist, St. Norbert und St. Sebastian umfasste.[5] Zu diesem Zeitpunkt gehörten der Pfarrei St. Adalbert rund 670 Katholiken an. Am 2. Mai 2010 entstand aus dem Gemeindeverbund die heutige Kathedralpfarrei St. Sebastian. Auch die St.-Marienstift-Kapelle gehört heute zu dieser Pfarrei.

Bauwerk

Die Kirche steht auf dem Grundstück Neptunweg 13 und ist ein achteckiger Hallenbau mit abgewalmten Kupferdach. Im Gegensatz zur ein Jahr zuvor erbauten Magdeburger St.-Mechthild-Kirche bekam die St.-Adalbert-Kirche aus Kostengründen keinen Keller. Seit 1993 steht vor der Kirche ein kleiner freistehender Glockenstuhl mit einer 1959 gegossenen Glocke.

Siehe auch

Literatur

  • Hans-Joachim Krenzke, Kirchen und Klöster zu Magdeburg, 2000.
  • Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 32, Teil 12, Geschichte und Rechtsstellung von der Gründung der DDR bis zur Ernennung des Apostolischen Administrators. St. Benno Verlag, Leipzig 1989, S. 171–176.
  • Kirchweihe von St. Adalbert in Magdeburg. In: Tag des Herrn. Ausgabe 25/1985 vom 7. Dezember 1985, S. 193–194.
Commons: St. Adalbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Siedlungsgeschichte. Hopfengartenverein KMS 1932 e.V., abgerufen am 18. Oktober 2025.
  2. Chronik 1954–2014. MWG-Wohnungsgenossenschaft eG Magdeburg, S. 36 und 40. (PDF)
  3. Lebendige Gemeinde ohne eigenes Kirchengebäude. In: Tag des Herrn. Ausgabe 36/1994 vom 11. September 1994, S. 15.
  4. Johannes Latzke: Grundsteinlegung in Magdeburg-Reform. In: Tag des Herrn. Ausgabe 21/1983 vom 15. Oktober 1983, S. 167.
  5. https://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?idcat=1421&idart=2525&lang=5

Koordinaten: 52° 5′ 11,6″ N, 11° 36′ 32,3″ O