Spurius Postumius Albus Regillensis (Konsul)

Spurius Postumius Albus Regillensis († 439 v. Chr.) war ein patrizischer Politiker der frühen Römischen Republik. Er amtierte 466 v. Chr. als Konsul und 451 v. Chr. als Decemvir.

Leben

Spurius Postumius Albus Regillensis entstammte der römischen Patrizierfamilie der Postumier und war nach der Filiation der Fasti Capitolini für das Jahr 466 v. Chr. sowie der Auguren-Fasten der Sohn eines Aulus Postumius und Enkel eines Publius Postumius. Demnach galt er im antiken Rom als Sohn des Siegers in der Schlacht am Regillius-See über die Latiner, Aulus Postumius Albus Regillensis, sowie als Bruder des gleichnamigen Konsuls von 464 v. Chr.[1] Entweder er oder sein Bruder Aulus war der vom römischen Geschichtsschreiber Titus Livius[2] erwähnte Dedikant eines noch von seinem Vater gelobten Tempels für Castor.[3]

466 v. Chr. hatte Spurius Postumius Albus Regillensis gemeinsam mit Quintus Servilius Priscus das Konsulat inne. Während Servilius die Bekämpfung der Aequer übernahm, aber infolge einer Seuche sich ruhig verhielt,[4] weihte Postumius den Tempel des Dius Fidius.[5] 462 v. Chr. wurde Postumius laut einer antiken Inschrift in das geistliche Gremium der Auguren oder jenes der Pontifices aufgenommen.[6] 454 v. Chr. soll er einer der drei Delegierten gewesen sein, die nach Griechenland entsandt wurden, um die dortigen Gesetze, u. a. solche des Solon, zu studieren. Zwei Jahre später sei er mit seinen Amtskollegen wieder nach Rom zurückgekehrt.[7] 451 v. Chr. wurde er in das erste, ausschließlich aus Patriziern bestehende Kollegium der Decemvirn zur Kodifikation des Rechts gewählt.[8]

446 v. Chr. soll Postumius als Legat das Zentrum der römischen Armee in der Schlacht bei Corbio befehligt haben.[9] Die Römer gingen in dieser gegen die Aequer und Volsker ausgetragenen Auseinandersetzung als Sieger hervor. Der Althistoriker Friedrich Münzer bezweifelt indessen, dass das von Livius erwähnte militärische Kommando des Postumius historischen Wert hat.[10] 439 v. Chr. starb Postumius und erhielt in seinem Amt als Augur oder Pontifex Quintus Servilius Priscus zum Nachfolger, der offenbar mit dem gleichnamigen Diktator von 435 v. Chr. identisch ist.[11] Postumius war wahrscheinlich der Vater des gleichnamigen Konsulartribuns von 432 v. Chr.[10]

Literatur

Anmerkungen

  1. Friedrich Münzer: Postumius 52b). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXII,1, Stuttgart 1953, Sp. 933 f.
  2. Livius, Ab urbe condita 2, 42, 5.
  3. Christian Müller: Postumius [I 15]. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0, Sp. 225.
  4. Livius, Ab urbe condita 3, 2, 1; Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 9, 60, 7.
  5. Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 9, 60, 8.
  6. Hermann Dessau, Inscriptiones Latinae selectae 9338, 2.
  7. Livius, Ab urbe condita 3, 31, 8; Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 10, 52, 4 und 10, 56, 3.
  8. Livius, Ab urbe condita 3, 33, 3-6; Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 10, 56, 3; Diodor, Bibliothḗkē historikḗ 12, 23, 1.
  9. Livius, Ab urbe condita 3, 70, 2.
  10. a b Friedrich Münzer: Postumius 52b). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXII,1, Stuttgart 1953, Sp. 933 f. (hier: Sp. 934).
  11. Thomas Robert Shannon Broughton: The Magistrates of the Roman Republic, Bd. 1 (1951), S. 57 mit Anm. 3.