Soubrette werd’ ich nie

Soubrette werd’ ich nie
Studioalbum von Rosenstolz

Veröffent-
lichung

Dezember 1992

Label(s) Pool

Format(e)

CD

Genre(s)

Pop, Chanson

Titel (Anzahl)

15

Länge

47:12

Besetzung

  • Arrangement, zusätzliches Keyboard, Gitarre: Andy Sedlmaier
  • Oboe: Sebastian Römisch
  • Marsianer: Tom Müller

Produktion

Tom Müller

Studio(s)

Hansa Studios

Chronologie
Soubrette werd’ ich nie Nur einmal noch
(1994)
Singleauskopplungen
20. August 1992 Ich geh' auf Glas
17. Mai 1993 Schlampenfieber

Soubrette werd’ ich nie ist das 1992 veröffentlichte erste Studioalbum der Berliner Popband Rosenstolz. Es erschien außerdem eine weitere auf 100 Exemplare limitierte Auflage mit anderem Cover.

Entstehungsgeschichte und Veröffentlichungen

Der Veröffentlichung des Albums im Dezember 1992 gingen eineinhalb Jahre voraus, in denen sich AnNa R. und Peter Plate regelmäßig in der Küche von Plates Hinterhofwohnung in Berlin-Friedrichshain trafen, um Songs zu schreiben. Sie nahmen die Lieder auf einem Vierspur-Tonbandgerät auf, produzierten und verkauften privat drei Musikkassetten in geringer Auflage und traten regelmäßig auf.[1.1][2][3] Tom Müller, der unter anderem die ersten beiden Alben von Nina Hagen mitproduziert hatte, sah das Duo bei einem Konzert in der Berliner Galerie Bellevue und bot ihnen eine Zusammenarbeit an.[1.2]

Die Aufnahmen fanden zwischen April und September 1992 in den Berliner Hansa-Studios statt.[1.3][2] AnNa R. und Peter Plate verfassten alle Liedtexte, Tom Müller fungierte als Produzent. Zu den ersten aufgenommenen Liedern zählten Ich geh’ auf Glas, Schlampenfieber, Ich geh’ jetzt aus (sonst geh’ ich ein) und Süchtig.[1.4] Das titelgebende Lied Soubrette werd’ ich nie wurde als letztes geschrieben und aufgenommen.[1.5] Im Rückblick (1998) sah Plate das Duo in dieser Zeit in „der kreativsten Phase, die wir je hatten; fast jeden Tag schrieben wir neue Songs.“[1.6]

Im Juni 1992 hörte sich ein Verantwortlicher des Independent-Labels Pool im Studio die Lieder Schlampenfieber und Magnetisch an. Plate beschrieb dessen Reaktion als „bizarr: Er lachte, ohne wieder aufhören zu können, und meinte, so etwas […] hätte er noch nie gehört!“[1.6] Dennoch bot er ihnen einen Vertrag für eine Single und ein Album an.[1.6]

Sowohl dem im Dezember 1992 veröffentlichten Album als auch den Singles Ich geh’ auf Glas (Veröffentlichung: 20. August 1992) und Schlampenfieber (Veröffentlichung: 17. Mai 1993) gelang kein Einstieg in die deutschen Charts.[3][4][5][6][1.7] Die Band wurde vom Rundfunk ignoriert und trat nur selten in Fernsehsendungen auf.[1.7] Dennoch hielten Pool und Müller an Rosenstolz fest. Letzterer gab beiden je 500 DM im Monat, damit sie sich ganz auf das zweite Album und weitere Auftritte konzentrieren konnten.[1.8]

Wiederveröffentlichungen

Das Album erschien 1993 erstmals in einer Neuauflage.[2] Durch den Wechsel zum Major-Label Polydor folgten 1996 und 2002 zwei veränderte Neuauflagen. So fehlt das Lied Königin, da das Duo den Song für ihr fünftes Studioalbum Die Schlampen sind müde (1997) neu einspielte. Zudem wurde die kurze Sprachaufnahme am Albumende entfernt, in der AnNa R. schüchtern „Ok?“ fragt und eine Person aus dem Aufnahmeraum „Prima!“ antwortet.[2]

2007 erschien bei Island Records eine Deluxe-Neuauflage, die Platz 93 der deutschen Albumcharts erreichte.[7] Neben dem remasterten Originalalbum aus dem Jahr 1992 enthält sie eine Bonus-CD mit Demoaufnahmen der Anfangsjahre (Zwischen Euphorie und Klaustrophobie – Die Küchen-Lieder) sowie die ersten Fernsehauftritte auf einer Bonus-DVD.[2][8]

Titelliste

Alle Lieder wurden von Peter Plate und AnNa R. geschrieben.[1.4] Die jeweilige Lieddauer bezieht sich auf die remasterte Version von 2007.[9]

# Titel Länge
1. Soubrette werd’ ich nie 3:43
2. Ich geh’ auf Glas 3:55
3. Wenn du aufwachst 3:36
4. Schlampenfieber 3:02
5. Kosmos 3:04
6. Januar (Wenn die Mona Lisa weint) 3:07
7. Erwarten ‘se nix 2:37
8. Klaus-Trophobie 3:19
9. Voyeur 2:49
10. Ich geh’ jetzt aus (sonst geh’ ich ein) 3:11
11. Magnetisch 2:32
12. Stolz der Rose 3:13
13. Süchtig 2:53
14. Königin 3:16
15. Ich geh’ auf Glas (Die Andere) 3:00

Bonus-CD: Zwischen Euphorie und Klaustrophobie – Die Küchen-Lieder (inkludiert in der Deluxe-Version von 2007)

Alle Texte wurden von AnNa R. und Peter Plate geschrieben, außer Bestes Stück und Bunte Herzen, die Plate allein verfasste.[8] Er komponierte die Musik zu allen Texten.[8] Neben AnNa R. (Gesang) und Plate (Keyboard, Gesang) waren keine weiteren Personen an den Aufnahmen beteiligt.[8]

Niemehr niemals mit dir ist der erste gemeinsame geschriebene Song und trug ursprünglich den Titel Mach die Tür zu.[1.9][8] Er wurde 2004 neu aufgenommen und auf der Single Ich komm an dir nicht weiter veröffentlicht.[10] Das Lied Diva hatte bis mindestens 1998 den Namen Norma. Unter diesem Namen präsentierte das Duo den Song auch in den Anfangsjahren bei Liveauftritten.[1.10][8]

# Titel Länge
1. Diva 3:29
2. AnNa Galaktika 2:47
3. Durchgedreht 2:43
4. Frühling 2:11
5. Niemehr niemals mit dir 2:48
6. Sinne nähmst 2:37
7. Bestes Stück 2:53
8. Ödenreich 2:29
9. Bunte Herzen 2:27
10. Schlampenfieber 2:22
11. Ich leg dich flach 2:56

Tour Soubrette werd' ich nie

Soubrette werd' ich nie
von Rosenstolz
Präsentationsalbum Soubrette werd' ich nie
Anfang der Tournee 28. August 1992
Ende der Tournee 25. September 1993
Konzerte insgesamt
(nach Land)
10 in Deutschland
Konzerte insgesamt 10
Chronologie
Soubrette werd' ich nie Nymphomanentour
(1994–1995)

Der komplette Tourplan kann nicht mehr vollständig rekonstruiert werden. Die nachfolgende Liste enthält alle eigenständigen Konzerte von der Veröffentlichung der ersten Single am 20. August 1992 bis zur Veröffentlichung des zweiten Albums Nur einmal noch am 23. Mai 1994.[11][12][13] Wahrscheinlich ist die Tabelle unvollständig.

Datum Stadt Veranstaltungsort Land
28. August 1992 Berlin Scheselong Deutschland Deutschland
29. August 1992
30. August 1992
04. September 1992
05. September 1992
06. September 1992
01. Oktober 1992 BKA
21. November 1992
20. März 1993 Wabe
25. September 1993

Singleauskopplungen

Chartplatzierungen

Soubrette werd’ ich nie erreichte die deutschen Charts erstmals nach einer Wiederveröffentlichung 2007.[7]

ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[14]93 (1 Wo.)1

Trivia

Der Song Schlampenfieber war ursprünglich für einen Independent-Film gedacht, der jedoch nie gedreht wurde.[8] Müller mochte dieses Lied sehr, während AnNa R. und Plate es „nicht für unsere stärkste Nummer“[1.11] hielten. Auch auf Konzerten kam der Song nicht gut an. Über die Jahre wurde es jedoch zu einem der bekanntesten und beliebtesten Rosenstolz-Lieder. Die Band entwickelte für ihre Tourneen oft jeweils eine neue Version.[1.11][15][16] Nur die Version Megapower (Schlampenfieber) wurde auf zwei Tourneen gespielt – Macht Liebe/Was kann ich für eure Welt (2002/2003) und Das große Leben/Das große Leben geht weiter (2006/2007).[17]

Plate bezeichnete 1998 Ich geh’ auf Glas als sein Lieblingslied von Rosenstolz. Darin verarbeitet er seine erste große Liebe.[1.12] Laut Plate steckt in Wenn du aufwachst viel „von AnNa, ihrem Leben und ihrem Lebensgefühl.“[1.13]

Mit Januar (Wenn die Mona Lisa weint) beginnt die Reihe der sogenannten Monatslieder. Bis zum Herz-Album (2004) trägt auf weiteren Veröffentlichungen je ein Lied mit besonderer Bedeutung einen Monat im Titel.[18]

Monat Titel Tonträger
Januar Wenn die Mona Lisa weint Soubrette werd’ ich nie
Februar Viel zu kalt Nur einmal noch
März Traum von Fliegen Mittwoch is’ er fällig
April Zu treu Objekt der Begierde
Mai Dunkle Wolken Die Schlampen sind müde
Juni Herzensschöner Alles Gute
Juli Nackt Zucker
August Wenn du nicht mehr da bist Zuckerschlampen:Live
September Septembergrau Kassengift
Oktober Ganz unten Es könnt ein Anfang sein CD 1
November Tag in Berlin Macht Liebe
Dezember Augenblick Herz

Quellen

  1. Rosenstolz: Lieb mich, wenn du kannst, nimm mich, nimm mich ganz: Leben, Geschichten, Lieder (= dtv. Nr. 20058). 3. Auflage. dtv, München 1998, ISBN 978-3-423-20058-5.
    1. S. 34–51
    2. S. 64f.
    3. S. 106
    4. a b S. 80–82, 84
    5. S. 87
    6. a b c S. 84
    7. a b S. 87f., 90
    8. S. 90f.
    9. S. 34
    10. S. 47f.
    11. a b S. 82
    12. S. 134
    13. S. 86
  2. a b c d e Roberto Monden. 2007. Begleittext im CD-Booklet. In: Rosenstolz. Soubrette werd' ich nie. Universal Music Group. BIEM/SABAM 17448667.
  3. a b Roberto Monden. 2007. Ich geh' auf Glas (Begleittext im Booklet). In: Rosenstolz. Die Singles 92-07. Universal Music Group. EAN: 0602517448711.
  4. Raffem: The Rosenstolz Story. Abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
  5. hitparade.ch: Rosenstolz - Ich geh auf Glas. Abgerufen am 27. November 2025.
  6. hitparade.ch: Rosenstolz - Schlampenfieber. Abgerufen am 27. November 2025.
  7. a b GfK Entertainment GmbH: Rosenstolz Soubrette werd' ich nie. Abgerufen am 7. November 2025.
  8. a b c d e f g Rosenstolz. 2007. Zwischen Euphorie und KlaustrophobieDie Küchen-Lieder (CD-Booklet). In: Rosenstolz. Soubrette werd' ich nie. Universal Music Group. BIEM/SABAM 17448667.
  9. Discogs: Rosenstolz - Soubrette Werd' Ich Nie. 30. November 2007, abgerufen am 14. November 2025 (englisch).
  10. Rosenstolz. 2007. Ich komm an dir nicht weiter. In: Rosenstolz. Die Singles 92-07. Universal Music Group. EAN: 0602517448711.
  11. Rosenstolz - alle Auftritte. Archiviert vom Original am 9. Juli 2010; abgerufen am 27. November 2025.
  12. Rockinberlin: Rosenstolz. Detlef Luchterhand, 24. September 2013, abgerufen am 27. November 2025.
  13. setlist.fm: Rosenstolz Concert Setlists (page 43). Abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
  14. Chartplatzierung in Deutschland. In: offiziellecharts.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.
  15. Roland Morgen: „Schlampenfieber“ gegen Eisheilige. 23. Mai 2004, abgerufen am 7. November 2025.
  16. Rosenstolz: Rosenstolz – Back on Stage (Live im Schlachthof, München 1996). 6. Oktober 2025, abgerufen am 16. Januar 2026.
  17. Peter Plate: Rosenstolz: Das große Leben – Live | Das komplette Konzert aus Leipziger Arena vom 6. Mai 2006. 8. Mai 2020, abgerufen am 7. November 2025.
  18. hitparade.ch: Rosenstolz - Januar (Wenn die Mona Lisa weint). Abgerufen am 7. November 2025.