Sophie von Salm-Rheineck
Sophie von Salm-Rheineck (* um 1120; † 26. September 1176 in Jerusalem) war Ehefrau des Grafen Dietrich VI. von Holland sowie eine regierende Gräfin von Bentheim.
Leben
Sophie war die einzige Tochter des Grafen Otto I. von Salm aus dessen Ehe mit Gertrud von Northeim, einer Tochter und Erbin des Grafen Heinrich des Fetten von Northeim, Markgraf von Friesland, und der Gertrud von Braunschweig. Ihr Vater Otto entstammte dem uradeligen Geschlecht der Wigeriche und war Graf von Rheineck sowie von 1125 bis 1137 Pfalzgraf bei Rhein. Ihr Großvater Hermann von Salm war von 1081 bis 1088 römisch-deutscher Gegenkönig Heinrichs IV. und gilt als Begründer des Hauses Salm.
1137 heiratete Sophie von Salm-Rheineck Dietrich VI. von Holland aus dem Geschlecht der Gerulfinger. Der Halbbruder ihrer Schwiegermutter Petronilla war zu dieser Zeit der römisch-deutsche Kaiser Lothar III. aus dem sächsischen Geschlecht der Supplinburger. Aus ihrer Ehe mit Dietrich gingen mehrere Kinder hervor:
- Dietrich (* um 1138; † 1151), genannt „Peregrinus“, starb in Egmond
- Florens III. (Floris III.) (* um 1138; † 1. August 1190)
- Balduin, ab 1178 Bischof von Utrecht († 28. April 1196)
- Otto I., Graf von Bentheim († um 1208)
- Dietrich I., ab 1196 Bischof von Utrecht († 3. August 1197)
- Sophia, wurde 1186 Äbtissin von Rijnsburg
- Hedwig († 28. August 1167), Nonne in Rijnsburg
- Gertrud, starb als Kind
- Petronilla
Sophie tat sich als Stifterin (Geld, Renten und liegende Güter) der Klöster Egmond und Rijnsburg hervor. 1138 unternahm sie mit ihrem Gatten eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. Auf der Rückreise statteten sie dem Papst Innozenz II. einen Besuch ab. Mit dem Tod ihres Bruders Otto II. (* um 1115; † 1149) und ihres Vaters († 1150) erbte sie die Grafschaft Bentheim. Ihre Mutter Gertrud übte dort als Regentin ihre Herrschaftsrechte aus. Ihren Gatten setzte sie als Mitherrscher ein. Nach dessen Tod (1157) brach sie zu einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela auf. In den Jahren 1173 und 1776 pilgerte sie erneut nach Jerusalem. Auf ihrer letzten Wallfahrt starb sie im Marienhospital des Deutschen Ordens. In Jerusalem wurde sie begraben.[1]
Literatur
- Erik H. P. Cordfunke: Gravinnen van Holland. Huwelijk en huwelijkspolitiek van de graven uit het Hollandse Huis. De Walburg Pers, Zutphen 1987, ISBN 978-90-601-1529-9, S. 65.
- Heinz Renn: Das erste Luxemburger Grafenhaus (963–1136) (= Arbeiten zur Landes und Kulturgeschichte. Veröffentlichungen des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn, Band 39). Bonn 1941, S. 159
Einzelnachweise
- ↑ Indrikis Sterns: The Teutonic Knights in the Crusader States. In: Kenneth M. Setton, Norman P. Zacour, Harry W. Hazard (Hrsg.): A History of the Crusades. The Impact of the Crusades on the Near East. University of Wisconsin Press, 1985, S. 319