Otto II. von Salm-Rheineck
Otto II. von Salm-Rheineck, auch als Otto III. Graf von Bentheim bezeichnet[1] (* um 1115; † 1149 auf der Schönburg bei Oberwesel), war Herr der Grafschaft Bentheim.
Leben
Otto war Sohn des Grafen Otto I. von Salm aus dessen Ehe mit Gertrud von Northeim, einer Tochter und Erbin des Grafen Heinrich des Fetten von Northeim, Markgraf von Friesland, und der Gertrud von Braunschweig. Sein Vater Otto entstammte dem uradeligen Geschlecht der Wigeriche und war Graf von Rheineck sowie von 1125 bis 1137 Pfalzgraf bei Rhein. Sein Großvater Hermann von Salm war von 1081 bis 1088 römisch-deutscher Gegenkönig Heinrichs IV. und gilt als Begründer des Hauses Salm.
Otto focht als Herr der Grafschaft Bentheim, die als mütterliches Erbe in Familienbesitz gekommen war und ihm als Erben zustand, in den Jahren 1144 bis 1148 einen Kampf mit Hartbert, dem Bischof von Utrecht, um gräfliche Gerechtsame in den Territorien des Bischofs. Im Rahmen der Auseinandersetzungen, die aus Plünderungszügen Ottos auf Utrechter Gebiet bestanden, fiel Otto 1148 in einem Gefecht bei Ootmarsum in die Gefangenschaft des Bischofs. Ottos mächtiger Schwager Dietrich VI. von Holland, seit 1137 Gemahl seiner Schwester Sophie, vermittelte seine Freilassung. Im Gegenzug musste Otto eine Lehnsherrschaft des Bistums Utrecht über die Grafschaft Bentheim anerkennen.
Zusammen mit seinem Vater Otto I. befehdete er nach seiner Freilassung Hermann von Stahleck, der 1142/1143 von dessen Schwager, dem römisch-deutschen König Konrad III., mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt worden war. Die Pfalzgrafschaft hatte von 1125 bis 1137 Otto I. besessen. Dieser hatte nach dem Tod Wilhelms von Ballenstedt (1140) im reichspolitischen Kontext der Spannungen zwischen Staufern und Welfen erneut Ansprüche auf die Pfalzgrafschaft erhoben. Hermann von Stahleck konnte Otto II. 1148 gefangen nehmen. Berichten zufolge wurde Otto II. 1149 auf Befehl Hermanns in der Schönburg am Rhein erdrosselt.[2]
Literatur
- Wilhelm Bernhardi: Konrad III. Verlag von Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 508–511, 788 f. (Digitalisat).
- Ruth Gerstner: Die Geschichte der lothringischen und rheinischen Pfalzgrafschaft von ihren Anfängen bis zur Ausbildung des Kurterritoriums Pfalz (= Rheinisches Archiv Band 40). Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1941, S. 71 f.
Weblinks
- Otto II., Webseite im Portal manfred-hiebl.de
Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Görges, Ferdinand Spehr: Vaterländische Geschichten und Denkwürdigkeiten der Vorzeit der Lande Braunschweig und Hannover. Dritter Teil: Hannover, Hansestädte etc. 2. Auflage, Friedrich Wagner’s Hof-Buchhandlung, Braunschweig 1881, S. 193 (Google Books)
- ↑ Wilhelm Bernhardi: Konrad III. Verlag von Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 789, Fußnote 47 (Digitalisat)