Sophie Leifhelm

Sophie Leifhelm geb. Hennicke (* 30. November 1890 in Graz; † März 1945 in Ravensbrück) war eine österreichische kommunistische Schriftstellerin[1], Widerstandskämpferin gegen die deutschen Besatzer und Opfer des Naziregimes.

Leben

Sophie Hennicke war die Tochter von Malvine und Dr. Adalbert Hennicke und besuchte die Volksschule und das Mädchenlyzeum in Graz. Anschließend studierte sie vier Semester Kunstgeschichte an der Universität Graz. Bis 1917 lebte bei ihren Eltern und bei Verwandten in Deutschland, heiratete 1917 den Soldaten Hans Leifhelm und wurde mit ihm die Mutter ihrer Tochter Elfriede (1917–1997). Zusammen mit ihrem Mann betätigte sie sich in der politischen Arbeit der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) und zug mit ihm 1923 nach Graz. Seit 1923 war sie mit Albert Leskoschek befreundet, einem Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung Arbeiterwille. Auf dessen Anregung hin wurde sie Mitglied der KPÖ. Nach den Februarkämpfen 1934 engagierte sie sich in der Rechtshilfe für angeklagte Sozialdemokraten und arbeitete mit der Liga für Menschenrechte in Paris zusammen. Im Jahre 1934 trennte sie sich von ihrem Mann und engagierte sich für die „Rote Hilfe“. Im Jahre 1938 siedelte sie nach Wien über. Hier bekam sie eine Anstellung in der Auslandsbriefprüfstelle der Wehrmacht. 1943 trat sie in Graz der Anti-Hitler-Bewegung Österreichs bei und gehörte wahrscheinlich zu den Kontaktpersonen von Irma Machalek.[2] Im Jahre 1943 wurde sie wegen ihrer kommunistischen Betätigung festgenommen und am 11. Januar 1944 von der Gestapo Wien erkennungsdienstlich behandelt. Über die Zwischenstation Leipzig wurde sie am 12. Juli 1944 mit einem schweren Herzleiden in das KZ Ravensbrück deportiert. Im März 1945 endete dort ihr Leben mit 54 Jahren, da sie keine Medikamente erhielt.[3]

Literatur

  • Zentrum für politische Schönheit (Hrsg.): An die Nachwelt. Letzte Nachrichten und Zeitzeugnisse von NS-Opfern gegen das Vergessen, Berlin 2019, S. 166, ISBN 978-3-00-064453-5.

Einzelnachweise

  1. http://alltag.mur.at/lexikon/leifhelm-sophie
  2. Frauen im Widerstandsnetzwerk um Karl Hudomalj. Die »Anti-Hitler-Bewegung Österreichs« 1942–1944 - kommunismusgeschichte.de. Abgerufen am 16. Oktober 2025.
  3. Sophie Leifhelm im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes