Sergio Diez

Sergio Eduardo de Praga Diez Urzúa (* 2. April 1925 in Curicó; † 29. Juni 2015 in Santiago de Chile) war ein chilenischer Jurist und Politiker der Rechten in Chile.[1]

Er ist vor allem dafür bekannt, dass er während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet als Vertreter Chiles bei den Vereinten Nationen die Existenz von verschwundenen Gefangenen bestritt.[2][3][4][5]

Leben

Er war der Sohn des ehemaligen Abgeordneten Manuel Diez García und von Yolanda Urzúa Ravanal. Er besuchte das Instituto San Martín in Curicó, das zur Kongregation der Maristenbrüder gehört, und schloss 1948 das Jurastudium an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile ab.[6]

1950 wurde er Titularprofessor (profesor titular) an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile am dortigen Lehrstuhl für Römisches Recht (Derecho Romano).[7] 1955 wurde er dort Professor (profesor titular) für Zivilrecht (Derecho Civil) und 1963 für Verfassungsrecht und Politische Theorie (Derecho Constitucional y Teoría Política).[8] Er unterrichtete dort bis 1990, als er diese Tätigkeit mit der Wahl zum Senator für die Region de la Araucanía aufgab.[7]

Er war verheiratet mit Ana María Arriagada Moreno und Vater von sechs Kindern.

Politische Laufbahn

1948 wurde Diez Generalsekretär der Conservativen Jugend und später Mitglied des Exekutivkomitees der Partei.

1957 wurde er zum Abgeordneten für Talca gewählt und 1961 wiedergewählt. Zwischen 1962 und 1963 war er Präsident der Vereinigten Konservativen Partei. 1972 gewann er die Nachwahl in Linares und zog am 7. März 1972 in die Abgeordnetenkammer von Chile ein.[9]

Bei den Parlamentswahlen in Chile 1973 wurde er zum Senator gewählt und war Fraktionschef des Partido Nacional im Senat von Chile.

Nach dem Putsch in Chile 1973 wurde Diez 1975 zum Delegierten in der Dritten Kommission der Generalversammlung der Vereinten Nationen ernannt. Dort verteidigte er die Militärregierung und bestritt die Verantwortung des Staates für Menschenrechtsverletzungen. Er erklärte, viele Opfer seien „in Gefechten gefallen“ oder hätten „keine legale Existenz in Chile“, was sich später als falsch herausstellte.[10]

Zwischen 1977 und 1982 war er chilenischer Botschafter bei den Vereinten Nationen und Delegierter bei der Organisation Amerikanischer Staaten. Außerdem war er Mitglied der Kommission Ortúzar, die den Entwurf der Verfassung von 1980 (Chile) ausarbeitete.[11][12] 1982 wurde er zudem Vizepräsident der Fundación Chile.[13]

1989 wurde Diez als unabhängiger Kandidat im Bündnis Democracia y Progreso zum Senator für die Region de la Araucanía gewählt und 1993 wiedergewählt. Zwischen 1996 und 1997 war er Präsident des chilenischen Senats.

Im Februar 1990 trat er der Renovación Nacional (RN) bei, deren Vorsitz er zwischen 2004 und 2006 innehatte. In dieser Funktion versuchte er, die Partei zu konsolidieren und die Präsidentschaftskandidatur von Sebastián Piñera zu fördern.[14]

Einzelnachweise

  1. Fallece Sergio Diez. Emol, abgerufen am 29. Juni 2015 (spanisch).
  2. Fallece Sergio Diez, ex embajador de la ONU que negó existencia de los detenidos desaparecidos. El Mostrador, abgerufen am 4. August 2021 (spanisch).
  3. Sergio Diez aclaró que fue engañado por la dictadura militar sobre la existencia de DD.DD. Radio Cooperativa, abgerufen am 4. August 2021 (spanisch).
  4. Murió Sergio Diez, ex embajador de la dictadura que negó a los detenidos desaparecidos. La Izquierda Diario, abgerufen am 4. August 2021 (spanisch).
  5. El Embajador en la ONU que Desapareció a los Desaparecidos: El Discurso que Condenó a Sergio Diez. Red Digital, abgerufen am 4. August 2021 (spanisch).
  6. La Segunda (Santiago), 15. März 1996, S. 26. La Segunda, abgerufen am 15. März 1996 (spanisch).
  7. a b Acerca de Don Sergio Díez Urzúa. Pontificia Universidad Católica de Chile, abgerufen am 31. Oktober 2025 (spanisch).
  8. Sergio Eduardo de Praga Diez Urzúa. BCN: Biblioteca del Congreso Nacional de Chile, abgerufen am 31. Oktober 2025 (spanisch).
  9. Juramento Constitucional. La Nación, abgerufen am 16. Juli 2024 (spanisch).
  10. Fallece Sergio Diez, ex embajador de la ONU que negó existencia de los detenidos desaparecidos. El Mostrador, abgerufen am 4. August 2021 (spanisch).
  11. Constitución Política - Memoria Chilena. Biblioteca Nacional de Chile, abgerufen am 15. Dezember 2022 (spanisch).
  12. La historia de la Comisión Ortúzar, el génesis de la Constitución de 1980. CNN Chile, abgerufen am 15. Dezember 2022 (spanisch).
  13. Reseña Parlamentaria: Sergio Eduardo de Praga Diez Urzúa. Biblioteca del Congreso Nacional de Chile, abgerufen am 16. Juli 2024 (spanisch).
  14. Larraín recordó el consejo de RN de 2005 cuando terminaron apoyando a Piñera. Diario Financiero, abgerufen am 1. April 2025 (spanisch).