Sel. Bernhard von Baden (Clausen)
Die römisch-katholische Kirche Sel. Bernhard von Baden in Clausen im Landkreis Südwestpfalz ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk. Sie gehört zur Pfarrei Maria Königin Rodalben im Bistum Speyer. Schutzpatron ist der selige Bernhard II. von Baden.
Lage
Die Kirche steht in der Ortsmitte von Clausen an der Hauptstraße. Das Gebäude ist nach Nordosten ausgerichtet.
Geschichte
Clausen wurde zwischen 1540 und 1574 protestantisch. Durch die Bemühungen von Markgraf Philipp II. von Baden wurde dann wieder die Gottesdienste nach katholischem Ritus gefeiert. Clausen hatte vorher zur Pfarrei St. Peter in Merzalben gehört, ab 1543 war das Dorf Teil der Pfarrei Maria Geburt Rodalben.[1]
Die vom Architekten Ludwig Becker aus Mainz entworfene heutige Kirche wurde von 1900 bis 1903 errichtet und ist ausweislich einer örtlichen Gedenktafel die dritte Kirche von Clausen.
Gebäude
Das Kirchengebäude ist eine spätneugotische Bruchstein-Hallenkirche. Die drei Joche des Langhauses sind außen durch drei quer laufende Walmdächer hervorgehoben. Im Inneren tragen die drei Langhausschiffe Kreuzgratgewölbe.
Ausstattung
Die bauzeitliche Ausstattung ist zu großen Teilen erhalten, darunter der aufwendige zentrale Flügelaltar, der in reichem Schnitzrahmen plastische und gemalte Szenen aus dem Neuen Testament zeigt. Links ist die Hochzeit zu Kana dargestellt, daneben das Abendmahl Jesu, rechts von der Expositionsnische sieht man Jesus mit seinen Jüngern und rechts die Szene, in der die Sünderin die Füße Jesu wäscht (Lk 7,36-38 ). Der Altar ist gekrönt von einem neugotischen Gesprenge mit einem Kruzifix, der steinerne Altartisch zeigt an der Schauseite drei plastische Darstellungen von Szenen aus dem Ersten Testament. In der Mitte des Chors hängt ein großes Triumphkreuz.
Daneben hat die Kirche zwei Seitenaltäre in den beiden Seitenschiffen, links (nordwestlich) mit Motiven der Heiligen Familie und rechts (südöstlich) mit Bildern aus dem Leben des Kirchenpatrons Bernhard. Der Taufstein steht im Chor und eine steinerne Kanzel an der Säule zwischen dem ersten und zweiten Joch des Langschiffs auf der rechten Seite. An den Säulen des Chorbogens sieht man rechts eine Skulptur des Herzens Jesu und links eine Statue der Gottesmutter Maria. An den Wänden des Langhauses sind die 14 Stationen des Kreuzwegs angebracht, die die Leidensgeschichte Jesu in kolorierter Halbplastik im Nazarenerstil darstellen.
Orgel
Die Orgel auf der Empore über dem Eingangsbereich im hinteren Teil der Kirche wurde 1916 von der Manufaktur Johannes Klais Orgelbau als Opus 550 gebaut. Sie verfügt über 25 Register auf zwei Manualen (Hauptwerk und Schwellwerk) und Pedal. Das Instrument hat Kegelladen mit pneumatischer Spiel- und Registertraktur, ist im Originalzustand erhalten und wurde 1986 von Hans Gerd Klais restauriert.[2]
- Disposition
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P; Suboktavkoppel II/I; Superoktavkoppel II/I
- 1 freie Kombination, Piano, Mezzoforte, Forte, Tutti; Registercrescendotritt (als Fußtritt und Handhebel), Registercrescendo Ab; Zungen Ab, Handregister, Auslöser; Pedalmoderator 2
Gedenktafel
Am Eingang der Kirche befindet sich eine Gedenktafel und ein unter ihr aufgestelltes Gedenkbuch für die Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs. Vor allem die von unterschiedlicher Hand über Jahre hinweg gefertigten Seiten mit Einträgen zu als „Helden“ glorifizierten Soldaten wie Hans-Joachim Marseille oder Werner Mölders, zu Judenverfolgung und -vernichtung, mit persönlichen Aufzeichnungen und Sterbebildchen sind ein außerordentliches Dokument: Sie zeigen gerade in der höchst unterschiedlichen Art der einzelnen Produkte das Bemühen um die mentale Bewältigung der nicht fassbaren Kriegsereignisse.
Literatur
- Jürgen Kappenberg: Krieger-Ehrenmäler. Denkmale in der Westpfalz für Teilnehmer und Opfer der Kriege der letzten beiden Jahrhunderte – Ein mentalitätsgeschichtlicher Überblick. In: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. 104. Band. Speyer 2006, S. 342ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Koordinaten: 49° 15′ 36,6″ N, 7° 40′ 39,6″ O