Schwarzwasser (Sense)
| Schwarzwasser | ||
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Schwarzwasser am Schwarzwasserau | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | CH: 452 | |
| Lage | Voralpen
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| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Sense → Saane → Aare → Rhein → Nordsee | |
| Quellgebiet | bei Rüschegg zwischen den Gipfeln von Pfyffe im Westen und Schüpfenflue im Osten 46° 44′ 1″ N, 7° 24′ 23″ O | |
| Quellhöhe | ca. 1500 m ü. M. | |
| Mündung | in die SenseKoordinaten: 46° 51′ 47″ N, 7° 21′ 35″ O; CH1903: 593983 / 190217 46° 51′ 47″ N, 7° 21′ 35″ O | |
| Mündungshöhe | 577 m ü. M. | |
| Höhenunterschied | ca. 923 m | |
| Sohlgefälle | ca. 37 ‰ | |
| Länge | 24,7 km[1] | |
| Einzugsgebiet | 129,91 km²[1] | |
| Abfluss[2] AEo: 129,91 km² an der Mündung |
MQ Mq |
2,38 m³/s 18,3 l/(s km²) |
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Mündung des Schwarzwassers in die Sense; | ||
Das Schwarzwasser ist ein knapp 25 Kilometer langer rechter Nebenfluss der Sense im Kanton Bern der Schweiz. Es entwässert einen Abschnitt des voralpinen Hügellandes nördlich der Gantrischkette und gehört zum Einzugsbereich des Rheins.
Geographie
Quellgebiet
Das Quellgebiet des Schwarzwassers befindet sich auf ungefähr 1500 m ü. M. auf dem Gemeindeboden von Rüschegg nördlich des Gantrischgebietes, in einem Talkessel am Nordabhang der Süftenegg zwischen den Gipfeln von Pfyffe (1666 m ü. M.) im Westen und Schüpfenflue (1720 m ü. M.) im Osten. Auf den ersten 5 km überwindet das Schwarzwasser als Wildbach eine Höhendifferenz von mehr als 700 m; das Kerbtal ist meist tief in den Hang eingesenkt. Am Hangfuss im Bereich von Heubach und Eigrund ist der Talboden mit Erosionsmaterial (Geröll und Kies) aufgeschüttet. Hier vereinigt sich das Schwarzwasser mit dem Wissenbach, der Biberze (beide von rechts) und dem Gambach (von links), alles Bäche, welche das Gurnigelgebiet entwässern.
Weiterer Verlauf
Unterhalb von Heubach nimmt das Gefälle des Schwarzwassers rasch ab, anfangs beträgt es noch 3 %, im weiteren Verlauf nur noch etwa 1 %. Der Fluss tritt nun in das Hügelgebiet des Schwarzenburgerlandes hinaus, fliesst mit mehreren Windungen zunächst überwiegend nach Norden, später nach Nordwesten. In diesem mittleren und unteren Bereich ist das Schwarzwasser canyonartig in die Molasseschichten des höheren Schweizer Mittellandes eingetieft. Die Talflanken sind teilweise bis 200 m hoch und weisen für die Region charakteristische Sandsteinfelsen auf. Der Talboden ist dabei meist zwischen 100 und 200 m breit und mit Geröllmaterial aufgefüllt, durch das sich der Fluss seine Wege sucht. Bei jedem Hochwasser verändert das Schwarzwasser seinen Lauf durch die Kies- und Geröllbänke. Im untersten Abschnitt ist die Talaue mit Wiesland bestanden. Auch die Seitenbäche, die grösseren davon sind der Lindenbach, der Dorfbach und der Bütschelbach, haben im Lauf der Zeit tiefe Erosionstäler in das Hügelland eingegraben.
Kurz vor der Mündung wird die Schwarzwasserschlucht von den Schwarzwasserbrücken, einer Fachwerk-Bogenbrücke von 1882 für die Strasse und einer Beton-Bogenbrücke für die S6 der BLS, in einer Höhe von 65 m überspannt. Auf (577 m ü. M.) mündet das Schwarzwasser in die Sense.
Einzugsgebiet
Das 129,91 km² grosse Einzugsgebiet des Schwarzwassers erstreckt sich von den Voralpen bis zum Schweizer Mittelland und wird über die Sense, die Saane, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es besteht zu 41,8 % aus bestockter Fläche, zu 51,9 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 5,0 % aus Siedlungsfläche und zu 1,3 % aus unproduktiven Flächen.
Flächenverteilung
Die mittlere Höhe beträgt 949,6 m ü. M.[3] und der höchste Punkt ist der Selibüel mit 1750 m ü. M. im Süden des Einzugsgebietes.
Zuflüsse
Vom Ursprung zur Mündung, die Namen nach dem Geoportal Bern und die Längen in Kilometer (km), das Einzugsgebiet in Quadratkilometer (km²), der mittleren Abfluss (MQ) in Liter pro Sekunde (l/s), die Mündungskoordinaten und die Mündungshöhe in Meter über Meer (m ü. M.) nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
- Selitalgräbli (links), 1,5 km, , 1261,8 m ü. M.
- Louetligräbli (rechts), 2,1 km, 1,01 km², , 1094,9 m ü. M.
- Äugstegräbli (links), 1,4 km, , 915,1 m ü. M.
- Haltebächli (links), 1,8 km[4], , 812,6 m ü. M.
- Eygrundbächli (rechts), 1,6 km, , 810,9 m ü. M.
- Wyssbach (rechts), 6,8 km, 7,17 km², 180 l/s, , 798,5 m ü. M.
- Heubach (links), 5,1 km, 5,95 km², 130 l/s, , 775,6 m ü. M.
- Tiefengraben (links), 0,3 km[4], , 765,8 m ü. M.
- Biberze (rechts), 9,8 km, 20,78 km², 380 l/s, , 744,8 m ü. M.
- Gambach (links), 7,3 km, 10,85 km², 220 l/s, , 735,1 m ü. M.
- Hinter Stiggrabe (rechts), 1,3 km, 0,89 km², , 719,3 m ü. M.
- Grüenibach (Rohrbach) (rechts), 4,5 km, 11,65 km², 200 l/s, , 710,4 m ü. M.
- Schäregrabe (rechts), 0,9 km, , 709,3 m ü. M.
- Lindebach (links), 4,8 km, 10,26 km², 180 l/s, , 701,1 m ü. M.
- Teuffegrabe (links), 0,7 km[4], , 692,7 m ü. M.
- Allmidgrabe (rechts), 0,5 km, , 684,9 m ü. M.
- Schwandmattgrabe (rechts), 2,1 km[4], 1,44 km², , 677,9 m ü. M.
- Rietligrabe (rechts), 0,4 km, , 671,2 m ü. M.
- Schwandbach (rechts), 3,5 km, 2,94 km², , 668 m ü. M.
- Wyttengummegrabe (rechts), 0,8 km, , 666,5 m ü. M.
- Rossgrabe (links), 1,0 km, 0,62 km², , 663,2 m ü. M.
- Äbigrabe (rechts), 0,6 km, , 656,7 m ü. M.
- Schatthaltegrabe (rechts), 0,7 km, , 655,9 m ü. M.
- Grünholz(grabe) (rechts), 0,5 km, , 644,1 m ü. M.
- Fischgräbli (links). 0,8 km, , 640 m ü. M.
- Dorfbach (links), 11,8 km, 16,89 km², 300 l/s, , 636,1 m ü. M.
- Togglisgrabe (links), 0,3 km, , 629,1 m ü. M.
- Bütschelbach (rechts), 8,1 km, 15,59 km², 260 l/s, , 610 m ü. M.
- Moosbächli (rechts), 1,1 km, , 607,6 m ü. M.
- Moosbächli (links), 0,2 km, , 607,6 m ü. M.
- Furebächli (rechts), 0,2 km, , 604,1 m ü. M.
- Trüebbach (rechts), 3,6 km, 3,83 km², , 598,6 m ü. M.
- Solimattbach (rechts), 0,2 km, , 598,4 m ü. M.
- Weidlibach (rechts), 0,4 km, , 592,8 m ü. M.
- Schwändibach (rechts). 0,1 km[4], , 585,8 m ü. M.
- Längacherbach (rechts), 0,6 km, , 585,5 m ü. M.
- Burgbach (rechts), 0,1 km[4], , 584,9 m ü. M.
- Ruinebach (rechts), 0,1 km, , 584,6 m ü. M.
Hydrologie
Abfluss
Bei der Mündung des Schwarzwassers in die Saane beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 2,38 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist nivo-pluvial préalpin[5] und seine Abflussvariabilität[6] beträgt 20.[2]
| Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Schwarzwassers in m³/s[2] |
|---|
4 3 2 1 0 2,38 1,44 Jan. 1,80 Feb. 2,53 März 3,91 Apr. 3,78 Mai 3,22 Juni 2,67 Juli 2,31 Aug. 1,88 Sep. 1,68 Okt. 1,92 Nov. 1,59 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 2,38 m³/s |
Hochwasser
Das Schwarzwasser ist durch ein nivopluviales Abflussregime geprägt. Hochwasserereignisse können im Frühling zur Zeit der Schneeschmelze wie auch während des Sommerhalbjahres als Folge von starken Gewittern oder langanhaltenden ergiebigen Niederschlägen im nördlichen Gantrischgebiet auftreten.
Natur und Umwelt
Weite Strecken des Flussbettes des Schwarzwassers befinden sich noch heute in natürlichem Zustand. Die Schwarzwasserschlucht mit den steilen Wald- und Felshängen steht unter Naturschutz. Am Oberlauf wurden an einzelnen Orten im Bereich von Heubach Wildbachverbauungen und Hochwasserschutzdämme erstellt; doch auch hier besitzt der Fluss überwiegend ein natürliches Bett.
Brücken
- Brücken über das Schwarzwasser
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Eiserne Hochbrücke
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Die Rossgrabenbrücke
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Steinerne Brücke
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Steiglenausteg
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
- ↑ a b c Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz (Bundesamt für Umwelt BAFU)
- ↑ Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Schwarzwasser. Abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ a b c d e f Eigenmessung auf dem Server
- ↑ Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: „Versteckt hinter den Mittelwerten“ – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S. 116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 31. August 2020]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006..
- ↑ Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.