Schwarzwand (Nockberge)

Schwarzwand
Blick vom Gensgitsch (Mariapfarr, Salzburg) nach Süden auf li. Schwarzwand und re. Schereck. In der Senke rechts unterhalb des Schwarzwand-Gipfels liegt der Laußnitzsee.
Höhe 2214 m ü. A.
Lage Kärnten und Salzburg, Österreich
Gebirge Nockberge, Gurktaler Alpen
Dominanz 8,2 km → Kleiner Königstuhl
Schartenhöhe 575 m ↓ Katschberg
Koordinaten 47° 0′ 28″ N, 13° 41′ 34″ O
Gestein Paragneis, Orthogneis, Glimmerschiefer, Amphibolit

Die Schwarzwand ist der 2214 m ü. A. hohe Gipfel eines gleichnamigen Bergmassivs der Nockberge an der Grenze zwischen Kärnten und Salzburg.

Berg und Umgebung

Die Schwarzwand liegt östlich des Liesertals und nördlich der Innerkrems. Im Norden befindet sich etwas entfernt das Obere Murtal, im Nordosten und Osten der sogenannte Bundschuh (Gebiet des Bundschuhbaches, der durch den Zusammenfluss von Feldbach und Weißbach entsteht). Die Schwarzwand im engeren Sinne wird im Osten vom Tal des Weißbaches, im Norden vom kleinen Plareitbach begrenzt. Ihr Gipfel bildet den höchsten Punkt eines Nordwest-Südost verlaufenden Rückens, auf dem sich mehrere fast ebenso hohe Berge mit meist sehr geringen Schartenhöhen aneinanderreihen. Vom Gipfel der Schwarzwand folgen in nordwestlicher Richtung, die Gipfel Schereck (2181 m), Turnhöhe (2078 m) und Kramerbichl (2018 m), im Südwesten das Speiereck (2087 m), im Südosten u. a. Gmeinnock (2130 m), Kameritzhöhe (2167 m), Gaipahöhe (2192 m) und Zechnerhöhe (2188 m). An der Zechnerhöhe gabelt sich der Rücken in einen nördlichen (Wirtsnock Südgipfel 2059 m) und einen südlichen (Matehanshöhe 2086 m) Ast.[1] Die Landesgrenze zwischen Kärnten und Salzburg läuft die Nordseite der Schwarzwand hinauf und folgt dann dem beschriebenen Rücken nach Südosten über die Zechnerhöhe zur Matehanshöhe.

Laut der Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis bildet das Massiv der Schwarzwand mit den umliegenden Gipfeln eine von acht Gebirgsgruppen der Nockberge. Nach dieser Definition wird die Gebirgsgruppe umgrenzt vom Liesertal bei Kremsbrücke, der Innerkrems, dem Schönfeldsattel (Landesgrenze Kärnten-Salzburg), dem Tal des Feldbachs und Bundschuhbachs bis kurz vor Thomatal, der Mur flussaufwärts bis St. Michael im Lungau, dem Katschberg (Landesgrenze Salzburg-Kärnten) und dem Liesertal abwärts bis Kremsbrücke. Neben dem namensgebenden Massiv der Schwarzwand und den im oberen Absatz genannten Gipfeln der Umgebung umschließt diese Linie auch das recht deutlich (Sattel Laußnitzhöhe, 1695 m) abgesetzte Aineck (2210 m) mit dem nahen Teuerlnock (2145 m).[2] Für eine umfassendere Beschreibung dieses Systems siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel über die Nockberge.

Naturraum

Geologie und Geomorphologie

Der westliche Teil der Nockberge und somit auch die Schwarzwand ist aus kristallinen Gesteinen des Mittelostalpins aufgebaut. Diese sind in der Regel mittelgradig metamorph, die meisten Gesteine dieser Gruppe wurden mindestens zweimal bei Gebirgsbildungen metamorph überprägt (im Zuge der alpidischen, variszischen, mitunter auch der kaledonischen Gebirgsbildung).[3] Lokal prägend ist der sogenannte Bundschuh-Priedröf-Komplex. Dessen liegende Anteile bestehen aus Paragneisen (Priedröf-Paragneis) mit Einschaltungen von hellen Orthogneisen (Bundschuh-Orthogneis). Der höhere Teil besteht aus Glimmerschiefern. Vor allem im hangenden Teil sind oft recht mächtige Amphibolite eingelagert.[4][5]

Während der Würm-Kaltzeit waren Gipfel der Nockberge nur wenig vergletschert, kleine Gletscher bildeten sich lokal nur auf den höchsten Gipfeln (meist erst ab 2300 m).[6] An der Nordseite der Schwarzwand wurden dennoch Kare ausgeschürft, in einem davon befindet sich heute der Laußnitzsee (s. u.). Vor allem aber wurden die umliegenden Täler durch die aus den höheren Landesteilen herabfließenden Eismassen, die eine Mächtigkeit von deutlich über 1000 Metern erreichen konnten, ausgeschürft. Ein riesiger Gletscher schob sich durch das Liesertal von Norden nach Süden, kleinere Eisströme durchzogen die Nockberge vom Murtal her südwärts, umflossen die Schwarzwand also allseitig. Moränen bedecken ihre Bergflanken in entsprechender Höhe.[7] Die mehrere Kilometer durchmessende Hochfläche rund um die Schwarzwand im engeren Sinne ragte als Nunatak aus dem Eispanzer. Sie stellt die größte zusammenhängend erhaltene voreiszeitliche Fläche der Nockberge (s. g. Nockfläche) dar.[8]

Gewässer

Die metamorphen Gesteine der Nockberge sind wenig wasserdurchlässig und begünstigen so das Auftreten von kleinen Bächen, Seen und Mooren. Auf der Schwarzwand treten Moore besonders westlich des Gipfels auf, wo die im obigen Abschnitt genannte voreiszeitliche Fläche plateauartige Formen annimmt, eine kleinere Moorfläche befindet sich südlich des Gmeinnocks. In diesem Gebiet gibt es auch mehrere Bergseen. Der größte davon ist der Laußnitzsee, der sich auf knapp über 2000 m in dem schon erwähnten Kar an der Nordflanke der Schwarzwand im engeren Sinne befindet. Trotz dieser Lage erreicht er „badetaugliche“ Temperaturen.[9][10] Westlich des Gipfels liegt der kleine Atzensberger See, östlich der noch kleinere Ottsee. Rund um den Gmeinnock befinden sich der Anderlesee und mehrere namenlose Seen.

Wege

Die weitläufige Gebirgsgruppe kann von mehreren Seiten erstiegen werden. Bedeutende Ausgangspunkte sind die Neue Bonner Hütte[11] an der Laußnitzhöhe im Norden und die Dr.-Josef-Mehrl-Hütte[12] am Schönfeldsattel im Südosten. Über den Hauptrücken des Schwarzwand-Massivs verläuft ein Weg, der Teil des Weitwanderweges Kärntner Grenzweg ist. In der Innerkrems (u. a. an den Südhängen von Zechnerhöhe und Matehanshöhe) bestand bis zur COVID-19-Pandemie ein Skigebiet, seither fokussiert man auf sanfteren Tourismus.[13][14]

Literatur

  • Alexander Kimmer, Helmut Lang, Gerhard Baumhackl: Nockberge Biosphärenpark – Gurktaler Alpen – Maltatal. 51 Touren. Mit GPS-Daten. 7. Auflage. Bergverlag Rother, Oberhaching 2023, ISBN 978-3-7633-4512-0, S. 54 f.
  • Helmut Zwander: Die Nockberge. Ein Natuführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, ISBN 978-3-85328-058-4.
Commons: Schwarzwand – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Sofern nicht anders ausgewiesen entstammen alle Höhenangaben, Orts- und Flurnamen dem amtlichen Kartendienst des Landes Kärnten (KAGIS)
  2. Günter Stummer, Lukas Plan: Handbuch zum Österreichischen Höhlenverzeichnis inklusive bayerischer Alpenraum. Hrsg.: Verband Österreichischer Höhlenforscher und karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (= Speldok 10). Wien 2002, S. 95 (hoehle.org [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 26. August 2025]).
  3. Friedrich Hans Ucik: Geologie. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 61.
  4. Ralf Schuster, Gerhard Pestal, Jürgen M. Reitner et al.: Erläuterungen zu Blatt 182 Spittal an der Drau. Geologische Bundesanstalt, Wien 2006, S. 20 (geologie.ac.at [PDF; 1,8 MB]).
  5. Geologische Karte 1:50.000. In: maps.geosphere.at. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  6. Martin Seger: Geographische Einführung. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 8.
  7. Friedrich Hans Ucik: Die Eiszeit. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 68 f.
  8. Martin Masten, Kurt Stüwe: Die Paläooberflächen in den Nockbergen. In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 151. Graz 2021, S. u. a. 80, 85 (zobodat.at [PDF; 8,4 MB]).
  9. Der Laußnitzsee im Portrait. In: bergwelten.com. 5. Juni 2023, abgerufen am 22. Dezember 2025.
  10. Herbert Raffalts Tourentipp: Badespaß in luftigen Höhen am Laußnitzsee. In: kleinezeitung.at. 21. Juni 2022, abgerufen am 22. Dezember 2025.
  11. Neue Bonner-Hütte. In: neue-bonner-huette.de. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  12. Dr.-Josef-Mehrl-Hütte. In: alpenverein.at. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  13. Innerkrems. In: innerkrems.at. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  14. Innerkrems orientiert sich neu. In: kaernten.orf.at. 28. Januar 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.