Schrader (Patriziergeschlechter)

Schrader ist der Name zumindest zweier Braunschweiger Ratsgeschlechter. Zudem war der Name ab dem 15. Jahrhundert[1] im Norddeutschland weit verbreitet[2], und so finden sich zeitgleich weitere Ratsherrengeschlechter dieses Namens im Raum Osnabrück, Lüneburg, Hildesheim und Hannover, deren Mitglieder zum Teil auch in Braunschweig erscheinen.

Älteres Braunschweiger Patriziergeschlecht Schrader

Geschichte

Die Stammreihe beginnt mit Henricus aus Badersleben bei Halberstadt, der als Münzmeister erwähnt wird und nach Braunschweig kam, und dessen Nachfahren bis 1672 im Rat des Hagen vertreten waren. Mitglieder der Familie wanderten später nach Rostock, Gandersheim und Danzig ab. Ein wappengleicher und daher mutmaßlich stammesverwandter Nebenzweig im Hagen geht auf Barthold Schrader zurück, möglicherweise einen Bruder des Henricus, der ab 1475 als Hausbesitzer in Braunschweig nachweisbar ist. Aus diesem Familienkreis sind dort insgesamt zwölf Ratsmänner, fünf Bürgermeister, vier Ratskämmerer und drei promovierte Rechtsgelehrte hervorgegangen, die zeitweise höchste Ämter als Berater von Fürsten, Herzögen und Kaisern bekleideten. Der Nebenzweig erlangte 1736 den Reichsadel, 1747 das Prädikat von Schliestedt und 1758 ein Adelsdiplom des Herzogtums Braunschweig als von Schrader (Ein weiteres Adelsdiplon von 1826 betrifft offenbar eine andere, aus dem Harz stammende Familie Schrader. Siehe Ernst von Schrader (Offizier)). Gewisse Stifter hinterließen Stipendien und Stiftungen für ihre Nachfahren, von denen eine als Vereinigte Stiftung der Familien Schrader, von Kalm und von Vechelde noch heute besteht.[3]

Stammfolge Schrader I

Unter dem Titel „Schrader I“ gibt Reidemeister folgende Stammfolge an:[4]

  • Henricus Schrader, Münzmeister aus Badersleben, 1488 Lakenmacher im Hagen; ⚭ 1449 Offelmia Brandes
    • Heinrich Schrader († 1535), beteiligt an Schicht, als Vierundzwanzigmann 1488 am Aufstand des Ludeke Hollant beteiligt, Rat im Hagen 1488–1527, 1529 Papist; ⚭ Anna Brüsers
      • Heinrich d. Ä. (* 2. Januar 1493; † 3. November 1584, Testament von 1579 führt zu Streitigkeiten), Lakenmacher, Fernhändler, Vorsteher des Aegydienklosters, Ratskämmerer 1530, Ratsherr im Hagen 1530–1574, Bürgermeister im Hagen 1542, Abgesandter zum Reichstag in Speyer Februar 1544, 1553 am Friedensschluss mit Herzog Heinrich dem Jüngeren führend beteiligt, betrieb in Antwerpen eine eigene Faktorei, besaß mehrere Häuser in Braunschweig; ⚭ (I) 1525 Fredeke Plaggemeyer; ⚭ (II) Anna Bode (* vor 1537; † 11. November 1607) Tochter des Ludolf Bode
        • Ilse Schrader (1525–1563); siehe unten
        • Heinrich (1527–1577) Wollhändler, Provisor St. Katharinen; ⚭ 1555 Margarete von Damm, 10 Kinder
          • Anna Schrader (* 6. April 1562; † 1627); ⚭ 1591 Hans Elers († 1601) Kaufmann und Patrizier
          • Heinrich ( † 1591), 1585 bis 1591 Rat im Hagen; ⚭ 1587 Katharine Kalm, Tochter des Werner
            • Anna (1590–1658); ⚭ 21. Oktober 1626 Heinrich Kalm
          • Henning (* 1560; † 1625), Patrizier und Bürgermeister von Braunschweig; 1594 bis 1614 Rat im Hagen; ⚭ 1600 Anna Raven (1579–1651), Tochter des Patriziers zu Einbeck Bruno Raven († 1579) und der Lucia von Vechelde († 1600),[6] einer Tochter von Thiele von Vechelt (1525–1596), Patrizier und Bürgermeister von Braunschweig, aus dem Geschlecht des Herman von Vechelde, um 1350.[7] (Das Allianzwappen Schrader-Raven der im Jahr 1600 verheirateten Eheleute, in Stein gehauen auf einen auf 1609 datierten Kamin, der sich in ihrem im Zweiten Weltkrieg zerstörten und dann abgetragenen Haus am Hagenmarkt in Braunschweig befand, befindet sich seit 1951 im Schloss Wolfenbüttel.[8])
        • Autor (1529–1597 an Pest) Dr. jur. 1553 Universität Bologna, Rat unter Herzog Julius, Dekan St. Cyriacus 1588 bis 1597[9]; ⚭ Katharina Vechelde († 1609 an der Pest), 15 Kinder
          • Katharina (* 15. Januar 1566; † 1. Dezember 1620); ⚭ 15. Mai 1582 Hilmar von Strombeck (* 26. September 1557; † 11. Juli 1627), Haus 83
          • Marie; ⚭ Hans von Strombeck (* 2. April 1558; † 28. Februar 1626)
          • Lucia (1574–1625); ⚭ 20. Juni 1592 Dietrich von Rode, Haus 2102
          • Conrad (* 1581 Braunschweig; † 1622) Erbsasse auf Benneckenbeck; ⚭ Anna Alemann aus Magdeburg († 1611, Tochter des Johann Martin Alemann), 2 Töchter
          • Emerentia (1586–1658); ⚭ 20. Oktober 1607 Werner Kalm, Bürgermeister
        • Ludolph Schrader (1531–1589), Dr. jur. 1553 Universität Bologna, 1579 Rektor der Universität Frankfurt; Rechtsbeistand der Kaiser Maximilian II. und Rudolf II. (HRR), der Kurfürsten von Brandenburg; angeblich vom Kaiser in den Ritterstand erhoben, doch nicht belegt; laut Inschrift von 1589 (erneuert 1725) am Epitaph u. a. „EQVES AVRATVS“[10] also Ritter vom Goldenen Sporn;[11] Stifter des Familienstipendiums 1589, das erneute Streitigkeiten aufwarf
        • Cord (1533–1577) Wollhändler, Gelagsbruder; ⚭ Anna Pawel, 4 bekannte Töchter
        • Jürgen (1535–1579) Wollhändler, Gelagsbruder; ⚭ (I) Elisabeth Vechelde († 1571)
          • Hermann Schrader (* 16. August 1570; † 1639)[12] Jurist, Bürgermeister, Rat im Hagen 1602–1638, bei der Abwehr des Sturms Herzog Heinrich Julius auf die Stadt 1605 als Hauptmann beteiligt; ⚭ (I) 1592 Ilse Strombeck, Curds Tochter; ⚭ (II) 1625 Cäcillie Schrader (* 1587 Braunschweig; † 1660 Gandersheim, Tochter des Andreas Schrader († 1588) siehe unten)
            • Georg (1593–1614), gefallen als Student in einem Duell in Jena
            • Curd (1595–1671), Rat im Hagen 1654–1671
            • Elisabeth (* 31. August 1596; † 16. September 1670)[13]; ⚭ 1634 Conrad Barpke (1598–1673) Stiftsdekan St. Blasius, fürstl. braunschweig-lüneburgischer Hofgerichtsassessor
            • Heinrich (1602–1672)
            • Jürgen (* 1629 Braunschweig; † 1681 Gandersheim) Kanoniker ebd.; ⚭ (I) 1654 Anna Leveke Möller; ⚭ (II) 1656 Anna Kalm (1635–1712; Tochter des Curd Kalm), 5 Kinder in Gandersheim
              • Hermann Curd Schrader (1657–1736), Kanoniker in Gandersheim; ⚭ (I) 1687 Ilse Elisabeth Hagemeier (1667–1713, Tochter des Johann Gotthard Hagemeier)[14]
                • Johann Rudolph Schrader († 28. Mai 1739 Gandersheim), studierte Medizin in Jena und Straßburg, übernimmt 1726 Rats-Apotheke[15][16]
                • Gotthard Georg Schrader (* 1688), Pastor in Rhüden; ⚭ 1718 Ursula von Beller (Tochter des Friedrich (* in Osterode), ab ca. 1695 bis etwa 1722 Rats-Apotheke in Gandersheim)
                  • Friedrich Gotthard Schrader (1727–1772) Pastor Bornhausen; ⚭ Magdalena Maria Tanner aus Herzberg am Harz (Schwägerin)
                  • Dorothea Magdalena Schrader (1730–1767); ⚭ Gottfried Sigismund Tanner (1726–1790), Rüstmeister in Herzberg
                • Christoph Friedrich Julius (1689–1757), Kanoniker in Gandersheim
        • Fredeke Schrader (1538–1593); ⚭ Bürgermeister Albert Kalm (1531–1586)

Stammfolge Schrader II

Ferner gibt Reidemeister unter dem Titel „Schrader II“ folgende, aus anderen Quellen hier ergänzte Stammfolge an. Sie erlosch im Mannesstamm im Jahr 1833. Das letzte weibliche Familienmitglied starb 1884:[17]

  • Barthold († vor 1492), 1475 Haus 1110 in Braunschweig, Mitglied der Gelagsbrüder; ⚭ Anna Krusen
    • Heinrich († 7. Juni 1510 als Arzt in Leipzig), Professor, stiftet 1510/1511 Stipendium für Blutsverwandte, die in Leipzig studieren; ⚭ Ilse Röper
    • Hans († 1543 Braunschweig), Universität Erfurt 1478; Rat im Hagen 1502–1527; ⚭ Ilse Elers († 1554)
      • Andreas († 1566), Rat der Altstadt 1551–1562; ⚭ (I) Anna Kale (Tochter des Bürgermeisters Franz Kale)
        • Cillie (1547–1615); ⚭ Heinrich von Peine
        • Andreas († 1588); ⚭ (I) 1575 Margarethe von Strombeck (Tochter des Balthasar)
          • Cäcillie (* 1587 Braunschweig; † 1660 Gandersheim); ⚭ 1625 Bürgermeister Hermann Schrader (* 16. August 1570; † 1639), siehe oben
      • Anthonius († Februar 1586 Braunschweig), Rat im Hagen 1582–1585, Kanoniker; ⚭ Ilse Schrader (1525–1563, Tochter des Bürgermeisters Heinrich Schrader)
        • Ilse Schrader (1545–1604); ⚭ 1572 Bürgermeister Georg Achtermann (* 1536 Goslar; † 1612 Braunschweig)
        • Anna Schrader (* 1549); ⚭ Arnd Barbeke/Barpke
        • Katharina Schrader (1551–1580); ⚭ Christoph Kalm († 1592)
        • Hans (1552–1626); ⚭ Clara Parieß (1553–1622)
          • Clara (* 1581); ⚭ Johan Poppelbom, Hauptmann zu Nienburg
          • Ludolph Schrader (1587–1638) stiftet weiteres Familienstipendium; ⚭ 1618 Anna Sophie Wagner († 1681)
            • Anna Margarethe (1620–1662); ⚭ 1649 Joachim von Broizem, Pastor in Ilten
            • Franz (1633–1687) Kanoniker St. Blasius 1659 bis 1687[18]; ⚭ 1662 Margarethe Rethmeyer
              • Anna Dorothee Schrader (* 1664); ⚭ Johan Friedrich Corvinus
        • Jacob Schrader, Universität Frankfurt 1564
        • Margarethe Schrader († 1589); ⚭ 1580 Christoff von Horn (1545–1607)
        • N.N. Schrader; ⚭ Levin Nabel
      • Hans Schrader († um 1566) Haus 1400; ⚭ Katharina Kalm, Tochter des Henning
        • (?) N.N. Schrader, wohl verwandt mit Anthonius († 1586)[19]
          • Hermann Schrader
            • Hans Schrader (* 1598), Brauer
              • (?) N.N., lebte in kleinen Verhältnissen in der Braunschweiger Webergasse
                • Paul Schrader (1673–1729), Advokat und Gerichtsamtmann der Veltheimischen Gerichte in Destedt und Glentorf, Braunschweiger Bürgermeister, ⚭ Catharina Margarethe von Kalm (1687–1746)
                  • Heinrich Bernhard Schrader von Schliestedt (1706–1773), braunschweig-lüneburgischer Hofrat und geheimer Kabinetetssekretär, 1736 rittermäßiger Adelsstand; ⚭ I. 1736 Johanne Katharine Friederike Köhler ( 1752); ⚭ II. 1754 Magdalene Ehrengard Louise von Campe († 1763)
                    • Charlotte Antoinette von Schrader (1737–1799)
                    • Louise Elisabeth von Schrader (1740–1797)
                    • Karl Ferdinand von Schrader (1743–1752)
                    • Friedrich Wilhelm von Schrader (1745–1764)
                    • Antoinette Philippine von Schrader (1747–1752)
                    • Johanne Dorothea Friederike von Schrader (1745 oder 1749–1752)
                    • Sophie Regine Wilhelmine von Schrader (1751–1801)
                  • Christoph Friedrich Schrader (* 1712 Braunschweig; † 1767 Wolfenbüttel), 1744 Klosterrat, 1758 geadelt; ⚭ I. um 1744 Charlotte Henriette Denecke († 1759)[20]; ⚭ II. 1762 Catharina Henriette Lüdecke (1728–1805)[21]
                    • aus I.: Johann Friedrich von Schrader (1745–1815), Landdrost, Geheimrat
                    • aus II.: Heinrich Julius Friedrich von Schrader (1764–1829), Oberappellationsrat, Herzoglicher Hofrath, ⚭ I. 1794 Charlotte Sara Albertine Karoline Christiane Juliane Auguste von Hugo (* 11. Juni 1776; † 1. August 1796); ⚭ II. 1800 Clara Helena Louise von Berger (1763–1840)
                      • aus I.: Henriette Charlotte von Schrader (* 22. Juli 1795 in Wolfenbüttel; † 20. März 1837 in Wolfenbüttel) ⚭ 1817 Johann Friedrich Wilhelm Karl von Unger (1792–1867)
                      • aus II.: Charlotte von Schrader (1802–1884); ⚭ 1824 Minister Wilhelm von Schleinitz (1794–1856)
                      • aus II.: Wilhelmine von Schrader (1807–1865) ⚭ 1830 Friedrich von Strombeck (* 1803), Konsistorialrat, Sohn von Friedrich Karl von Strombeck[22]
                    • aus II.: Karl Heinrich Urban von Schrader (1765–1833), Kammergerichtspräsident
                  • Catharina Margaretha Schrader (* 1716 Braunschweig; † 16. September 1764 Königslutter); ⚭ Wilhelm Heinrich Christoph von Cramer, Großonkel des Basilius von Ramdohr
                  • Regina Dorothea Schrader; ⚭ Anton Julius von Kalm (* 8. Dezember 1712; † 22. April 1780), herzoglich-braunschweigischer Oberst[23]
    • Antonius, Universität Erfurt 1494, erwähnt 1536
    • Barthold Schrader († um 1536), Rat im Hagen 1519–1535; ⚭ Anna Engelnstede
    • Remborg Schrader; ⚭ Bernd Kramer 1536

Wappen

Blasonierung des Wappens des Älteren Braunschweiger Patriziergeschlechts Schrader (Schrader I)
In Blau ein goldgekröntes rechtssehendes rotes Löwenhaupt mit ausgestreckter roter Zunge und Hals. Auf dem blau-rot bewulsteten Helm mit blau-roten Helmdecken das gekrönte Löwenhaupt.
Blasonierung des Wappens der Schrader (von Schlierstedt / Schrader II) von 21. Mai 1736
In Blau ein goldgekröntes rechtssehendes goldenes Löwenhaupt mit ausgestreckter roter Zunge und Hals. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken das gekrönte Löwenhaupt zwischen einem offenen schwarzen Flug.[24]

Interessanterweise wurde fast zeitgleich, am 15. Mai 1736, einem offenbar nicht stammverwandten Johann Schrader, kaiserlich-russischer Hofgerichtassessor in Riga, der rittermäßige Adelsstand für das Reich und die Erblande mit einem Wappen verliehen, das dem Wappen der Schrader I inkl. Helmzier sehr ähnlich ist. Es wird wie folgt blasoniert: In Gold ein goldgekröntes rechtssehendes rotes Löwenhaupt mit ausgestreckter roter Zunge und Hals. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken das gekrönte rote Löwenhaupt.[25] Dieses baltische Briefadelsgeschlecht Schrader erlosch im Mannesstamm bereits 1807.

Ferner wurde 1826 einem offenbar ebenfalls nicht stammverwandten Ernst von Schrader (Offizier) (1781–1848) ein dem Schrader-II-Wappen inkl. Helmzier sehr ähnliches Wappen verliehen. Dieses wird wie folgt blasoniert: In Silber ein goldgekröntes rechtssehendes rotes Löwenhaupt mit ausgestreckter roter Zunge und Hals. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken das gekrönte Löwenhaupt zwischen einem offenen schwarzen Flug.[26] Das von Ernst von Schrader begründete Geschlecht erlosch im Mannesstamm schon 1867 wieder.[27]

Jüngeres Braunschweiger Patriziergeschlecht Schrader

Diese protestantische Gelehrtenfamilie führte als Wappen 3 Glocken (1:2)[28], stammte auch ursprünglich aus der Region Halberstadt und stellte ebenfalls Ratsmänner, Domherren und Stiftsdekane in Braunschweig, Lübeck und Halberstadt.

  • Niklas Schrader (* um 1515 ?), 1546 Vikar am Domstift St. Stephanus zu Halberstadt[29], möglicherweise der Stammvater der folgenden Nachfahren
    • Georg Schrader (* Halberstadt; † 26. Oktober 1604), evang. Domherr zu Lübeck, Bruder des Lorenz, der für ihn 1585 die Dompropstei von Lübeck erwerben wollte[30] und von dem Georg 1569 eine große Präbende übernahm; residierte 1572 bis 1600 in Lübeck; ⚭ Lüneburg 1595 Regina Husan (* 1562 Weimar, Tochter des Heinrich Husanus)[31]
      • (Stieftochter) Salome Krogher (* 8. Februar 1594)
    • (?) Caspar Schrader, Notar und Sekretär des Lübecker Domkapitels, Verwalter der Güter des Heinrich Rantzau in Rinteln
    • Lorenz Schrader (* 1537 Halberstadt; † 28. Juni 1606 Osnabrück, Epitaph Marienkirche ebd.), IUD, Hofpfalzgraf, kaiserlicher Rat, kaufte 1594 das Gut Bringenburg zu Wersen; ⚭ Christina Hermeling (* 1540; † 7. September 1607; Tochter des kurpfälzischen Obristen Hans Hermeling)
      • Gebhard Schrader († 4. November 1615) evang. Domherr zu Lübeck, Klerikat 1586 Osnabrück, erhält 1588 Präbende in Lübeck, hat bis 1597 Vikarie in St. Petri[32]
      • Heinrich Schrader, Doktor jur.; längere Zeit Bürgermeister von Osnabrück ab 1613[33][34]
      • Tochter N. N.; ⚭ Cord von der Burg
      • Margaretha; ⚭ 1593 Valentin Möller (Lehrer ihrer Brüder; † 1643 Epitaph St. Blasii, Braunschweig)[28] 1590 Kanoniker, 1612–1643 Dekan des Stifts St. Blasius als Vorgänger des Albert Juncker[35]
      • Bernhard (* 16. Mai 1581 in Braunschweig; † 14 März 1654 ebd.), IUD, 1642–1653 Dekan des Stifts St. Cyriacus[36], studierte in Marburg, Helmstedt, Köln und Heidelberg, 1612 Doktor beider Rechte an der Universität Heidelberg. Im Dienst des Christian von Dänemark leitete er das Direktorium der Dompropstei Halberstadt, ab 1625 in Braunschweig; ⚭ ebd. 1613 Elisabeth Schaden, Tochter des bischöflichen Sekretärs Arnold Schaden (Wappen geteilt: oben Adlerkopf, unten drei Schnecken balkenweise)[37]
        • Heinrich Schrader (* um 1623 Halberstadt; † 14. Oktober 1670 Braunschweig), Kanoniker des Stifts St. Blasien 1653 bis 1670[38]; ⚭ Catharina Margaretha von Broizem (Tochter des Ulrich (* 18. Februar 1589), Enkelin des Dr. Joachim von Broizem (* 8. Januar 1555 als Sohn des Bernd (* 1512) und der Elisabeth von Vechelde))[39]
          • Catharina Schrader († 10. Oktober 1686); ⚭ 20. September 1675 Christian Wilhelm Dörrien, Witwer der Catharina Armgard Ramdohr (1648–1672, Tochter des Andreas Ramdohr)[40]

Andere Familien Schrader

Nicht stammesverwandt mit den oben dargestellten Geschlechtern, entsprangen einer anderen Familie Schrader aus dem Raum Hannover ebenfalls einige Rechtsgelehrte und kurfürstlich braunschweigisch-lüneburgische Räte. Siehe Schrader (Adelsgeschlecht, 1708).

Ferner trat um 1620 bis 1686 ein Ratsgeschlecht Schrader mit Jobst, dessen Sohn Moritz (* 1625; Bürgermeister, Ratsherr und Kaufmann) und dessen Sohn Martin Schrader (Ratsmitglied und Hofgerichtsassessor) in Hildesheim auf.[41]

Auch nicht stammverwandt mit den hier dargestellten Geschlechtern Schrader war das aus dem Magdeburgischen stammende baltische Briefadelsgeschlecht Schrader.

Literatur

  • H. Meyer: Zur Genealogie der Familie Schrader in Braunschweig. In: Braunschweigisches Magazin. 1903, S. 138 ff. (tu-braunschweig.de).
  • Oskar Wolff: Stammtafeln für die Familie Schrader. 1850.
  • Ernst Döll: Die Kollegiatstifte St. Blasius und St. Cyriacus zu Braunschweig (= Braunschweiger Werkstücke. Bd. 36, ISSN 0175-338X). Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1967, (Zugleich: Hamburg, Universität, Dissertation, 1965).
  • Sophie Reidemeister: Genealogien Braunschweiger Patrizier- und Ratsgeschlechter aus der Zeit der Selbständigkeit der Stadt, Meyer, Braunschweig 1948, S. 132 ff. (tu-braunschweig.de).
  • Karl Fritsche, Wolfgang Spielhagen: Familienverband Ziering-Moritz-Alemann Nr. 4, Berlin 1940, S. 21 ff. Stammtafel der Familie Schrader in Braunschweig. (In Anlehnung an die Mitteilungen des Familienverbandes Schrader Nr. 20, S. 56 ff.) (PDF; 1,3 MB auf z-m-a.de).
  • Wolfgang Prange: Der Wandel des Bekenntnisses im Lübecker Domkapitel, 1530–1600 (= Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck. Reihe B, Band 44). Schmidt-Römhild, Lübeck 2007, ISBN 978-3-7950-0484-2.

Einzelnachweise

  1. H. Meyer (1903) S. 139
  2. K. Fritsche, W. Spielhagen (1940) S. 21
  3. familienstiftung-schrader-kalm-vechelde auf rambow.de (Abgerufen am 18. November 2025)
  4. Reidemeister (1948), S. 132–134.
  5. Hermann Mitgau: Ein patrizischer Sippenkreis Braunschweigs um 1600 (Achtermann) in seinen Leichenpredigten. In: Jahrbücher für Landesgeschichte des Braunschweigischen Geschichtsvereins Bd. 54, Braunschweig 1973, S. 168e (tu-braunschweig.de).
  6. Neues Archiv für Niedersachsen, Band 17, 1968, S. 257.
  7. a b Johann Ludolph Walther: Universal-Register über die Sechs Theile der Westphälischen Friedens, Göttingen 1740, S. 64 f.
  8. RegionalHeute.de am 13. Dezember 2019: Vermeintliches Hakenkreuz im Schloss sorgt für Verwirrung (Abgerufen am 12. Dezember 2021.)
  9. Ernst Döll (1967) S. 193
  10. Deutsche Inschriften Online: DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 623 (†) (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net (Stand 7. Januar 2015, abgerufen am 27. Dezember 2025).
  11. Christoph Stiegemann: Wunderwerk göttliche Ordnung und vermessene Welt: der Goldschmied und Kupferstecher Antonius Eisenhoit und die Hofkunst um 1600, Katalog der Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn 2003, S. 174.
  12. GND-Eintrag Hermann Schrader
  13. GND-Eintrag Barpke, Elisabeth
  14. Braunschweigisches Jahrbuch Band 51. 1970, Seite 94 (Abgerufen am 18. November 2025)
  15. Eine Apotheke zu Gandersheim; auf: gandersheimer-kreisblatt.de
  16. Eine Apotheke zu Gandersheim Teil 2, auf: gandersheimer-kreisblatt.de (Abgerufen am 18. November 2025)
  17. Reidemeister (1948), S. 135–136.
  18. Ernst Döll (1967) S. 325
  19. H. Meyer (1903) S. 142
  20. Brinckmeier (1893) S. 182
  21. Detlef Döring, Franziska Menzel, Rüdiger Otto: Johann Christoph Gottsched Briefwechsel, Historisch-kritische Ausgabe (De Gruyter 2016) Band 10: 1744–1745; Bio-bibliographisches Korrespondentenverzeichnis, S. 106. ISBN 978-3-11-046728-4
  22. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1867. Siebzehnter Jahrgang, S. 944.
  23. NLA WO VI Hs 18 Nr. 74 Kiste 3, Eintrag arcinsys.niedersachsen.de (Abgerufen am 18. November 2025)
  24. Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 379.6 Schrader, Heinrich Bernhard, braunschweig-lüneburgischre Hofrat und geheimer Kabinetetssekretär, rittermäßiger Adelsstand, privilegium denominandi, Lehenberechtigung, 1736.05.21, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  25. Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 379.5 Schrader, Johann, kaiserlicher russischer Hofgerichtassessor in Riga, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, privilegium denominandi, Lehenberechtigung, 1736.05.15, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  26. Ernst Heinrich Kneschke: Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien in genauer, vollständiger und allgemein verständlicher Beschreibung. Mit geschichtlichen und urkundlichen Nachweisen. Band 3. T.O. Weigel, Leipzig 1856, S. 397 (digitale-sammlungen.de).
  27. Adolf Matthias Hildebrandt (Bearb.): J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 2. Abt.: Der Adel des Herzogthums Braunschweig, Nürnberg 1869, S. 8 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 7 (uni-heidelberg.de) (hier falsche Tingierung angegeben).
  28. a b vgl. Sabine Wehking Inschriften DI56 Stadt Brnswg II (2001); Eintrag Nr. 842 auf inschriften.net (Abgerufen am 18. November 2025)
  29. Adolf Diestelkamp: Urkundenbuch des Stifts St. Johann bei Halberstadt (Weimar 1989) S. 468, 602. ISBN 3-7400-0079-1
  30. Stephan Ehses: Nuntiaturberichte aus Deutschland nebst ergänzenden Aktenstücken 1585(1586)–1590. Erste Abt.: Die Kölner Nuntiatur. Band 1 (Schöningh, Paderborn 1895) Einleitung S. XLIV Vorschau auf books.google.de
  31. A.F.W. Glöckler: Das Leben des Canzlers Heinrich Husan des Älteren. In: Mecklenburgische Jahrbücher, Band 8 (1843) S. 159 Vorschau auf books.google.de
  32. Wolfgang Prange: Der Wandel des Bekenntnisses im Lübecker Domkapitel, 1530–1600 (= Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck. Reihe B, Band 44). Schmidt-Römhild, Lübeck 2007, ISBN 978-3-7950-0484-2 (S. 158, 149, Nr. 154)
  33. Schrader, Lorenz in Allgemeine Deutsche Biographie 54 (1908), S. 178
  34. Johann Stüve: Geschichte des Hochstifts Osnabrück von 1508-1623 (Band II), S. 491, 602, 731 Vorschau auf books.google.de
  35. Ernst Döll (1967) S. 190
  36. Ernst Döll (1967) S. 194
  37. DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 1030† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di056g009k0103007 (11.01.2015), online (Abgerufen am 18. November 2025)
  38. Ernst Döll (1967) S. 325
  39. S. Reidemeister (1948) S. 36
  40. Werner Constantin von Arnswaldt: Die Familie Dorrien in Alfeld, Hildesheim und Braunschweig 1. Heft (Verlag Degener, Leipzig 1910); Abschrift: Die Dörriens 1. Heft, als PDF, S. 50 (Abgerufen am 18. November 2025)
  41. Eintrag Moritz Schrader auf gedbas.de (Abgerufen am 18. November 2025)