Schnell- und Blitzschachweltmeisterschaften 2025
Die FIDE Schnell- und Blitzschachweltmeisterschaften 2025 (offiziell FIDE World Rapid & Blitz Championships 2025) fanden vom 26. bis 30. Dezember 2025 im Sports and Events Complex in Doha statt. In zwei aufeinanderfolgenden Turnieren wurde der Weltmeister im Schnellschach und der Weltmeister im Blitzschach ermittelt – beide gewann Magnus Carlsen. Parallel zu den offenen Turnieren wurden auch Turniere exklusiv für Frauen ausgerichtet, bei denen Alexandra Gorjatschkina die Weltmeisterin im Schnellschach wurde und Bibissara Assaubajewa als Weltmeisterin im Blitzschach gekürt wurde.
Modus
Die Weltmeisterschaften im Schnellschach fanden an den ersten drei Tagen statt. Es kam dabei das Schweizer System zum Einsatz, wobei im offenen Turnier (Open) über 13 Runden gespielt wurde, bei den Frauen jedoch nur über elf Runden. Die Bedenkzeit betrug in beiden Turnieren 15 Minuten Startzeit mit 10 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug. Bestand nach Abschluss aller Runden ein Punktgleichstand an der Spitze, wurden zwischen den punktgleichen Spielern weitere Partien mit verkürzter Bedenkzeit angesetzt, um einen Sieger zu ermitteln. Im Turnier der Frauen war dies auf die zwei Bestplatzierten beschränkt; im offenen Turnier wäre bei mehr als zwei Spielern ein K.-o.-System zum Zuge kommen. Die übrigen Punktgleichstände wurden zunächst mittels Buchholz-Wertung (in der ersten Anwendung abzüglich des schlechtestgewerteten Gegners) aufgetrennt. Brachten auch die durchschnittliche Elo-Zahl der Gegner und das Ergebnis des direkten Duells kein Ergebnis, wäre zuletzt ein Losentscheid ausgeführt.
Direkt an die Weltmeisterschaften im Schnellschach schlossen die Weltmeisterschaften im Blitzschach an den letzten beiden Tagen an. Einen Ruhetag wie im Vorjahr gab es nicht. Das Blitzschachturnier wurde in der ersten Phase ebenfalls nach Schweizer System ausgespielt mit 19 Runden im offenen Turnier und 15 Runden bei den Frauen. Nach Abschluss aller Partien traten jeweils die vier Bestplatzierten in einem K.-o.-System gegeneinander an um die Weltmeister zu ermitteln. Die Bedenkzeit betrug in allen Partien 3 Minuten Startzeit zuzüglich 2 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug. Die Tie-Break-Regeln zum Auftrennen von Punktgleichständen waren identisch zu den Schnellschachturnieren.
Teilnahmeberechtigt waren alle Spieler, die in einer der zwölf Monatslisten des Jahres eine Elo-Zahl von mindestens 2550 (Open) beziehungsweise 2250 (Frauen) vorweisen konnten. Eine Unterscheidung zwischen Standard-, Schnellschach- oder Blitzschachwertung fand dabei nicht statt. Ebenso konnten alle nationalen Meister an den Weltmeisterschaften teilnehmen. Weitere Spieler konnten vom FIDE-Präsidenten oder dem Organisator nominiert werden.[1][2]
Resultate
Bei Punktgleichheit wurde weiter in folgender Abfolge entschieden:
- Buchholz-Wertung ohne den schwächsten Gegner (BC1)
- Buchholz-Wertung (BSC)
- Durchschnittliches Rating der Gegner ohne den jeweils schwächsten (AROC1)
- Ergebnis des direkten Duells
- Losentscheid
Schnellschach (Open)
Mit 247 Teilnehmern startete das offene Schnellschachturnier. Der erste Wettkampftag endete mit einem Remis zwischen Magnus Carlsen und Erigaisi Arjun, die die ersten vier Runden jeweils gewinnen konnten. D. Gukesh, Maxime Vachier-Lagrave und Wladislaw Artemjew konnten ebenfalls punktgleich ziehen. Artemjew begann den zweiten Tag mit einem Sieg gegen Arjun und schlug anschließend auch den hochfavorisierten Carlsen. In beiden Partien nutzte Artemjew früh einen Großteil seiner Bedenkzeit auf, konnte seine Gegner aber zu entscheidenden Fehlern verleiten. Die beiden übrigen Partien spielte er remis und schloss den zweiten Tag mit 7,5 Punkten ab. Auf diese Punktzahl kam auch Hans Moke Niemann, der am zweiten Tag drei Partien gewann und nur gegen Ray Robson die Punkte teilen musste. Somit trafen beide am dritten Tag aufeinander, spielten im Spitzenspiel jedoch remis, während Carlsen durch seinen Sieg gegen Alexei Sarana aufschließen konnte. Carlsen konnte ebenso anschließend Niemann schlagen wie in der vorletzten Runde auch den jungen Türken Yağız Kaan Erdoğmuş und ging dank dieser Erfolgsserie bereits mit einem vollen Punkt Vorsprung in die letzte Partie, die schnell remis endete und Carlsen den Weltmeisterschaftstitel sicherte. Hinter ihm folgten neben Niemann und Artemjew auch Arjun sowie Leinier Domínguez mit jeweils 9,5 Punkten.
| # | Teilnehmer | Elo-Zahl | Punkte | BC1 | BSC |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Magnus Carlsen | 2824 | 10,5 | 99,0 | 105,5 |
| 2 | Wladislaw Artemjew | 2727 | 9,5 | 105,5 | 111,0 |
| 3 | Erigaisi Arjun | 2714 | 9,5 | 98,0 | 104,5 |
| 4 | Hans Moke Niemann | 2612 | 9,5 | 97,5 | 103,5 |
| 5 | Leinier Domínguez | 2703 | 9,5 | 95,5 | 100,0 |
| 50 | Vincent Keymer | 2640 | 8,0 | 83,0 | 88,5 |
Schnellschach (Frauen)
Am Schnellschachturnier der Frauen nahmen 147 Spielerinnen teil. Mit Ausnahme von Hou Yifan und Dinara Säduaqassowa waren auch alle Frauen der Top 10 vertreten. Zhu Jiner konnte alle vier Partien des ersten Tags gewinnen, womit sie das Feld vor Alexandra Gorjatschkina und weiteren Spielerinnen anführte. Zhu und Jiner eröffneten den zweiten Tag mit einem Remis, während Weltmeisterin Ju Wenjun gegen Meri Arabidse verlor und den Kontakt zur Spitze verlor. K. Humpy konnte am zweiten Tag drei Partien gewinnen und die vierte mit einem Remis beenden, womit sie zu Zhu aufschloss. Beide spielten am dritten Tag remis gegeneinander, während die Verfolgerinnen Partien gewannen. So verdichtete sich die Spitze und zählte nach der neunten von elf Runden fünf punktgleiche Spielerinnen, darunter auch die Mongolin Mungunzul Bat-Erdene, die ursprünglich auf Platz 50 gesetzt war, jedoch neben Ju Wenjun auch D. Harika schlagen konnte. Mit Siegen in der zehnten und Remis in der letzten Runden kristallisierten sich Zhu, Gorjatschkina und Humpy als die Siegerinnen heraus. In das Tie-Break um den Weltmeisterinnentitel durften jedoch nur zwei Spielerinnen vorrücken, weshalb Humpy aufgrund schlechterer Feinwertung nur Dritte wurde. Im Tie-Break war schließlich Alexandra Gorjatschkina siegreich.
| # | Teilnehmerinnen | Elo-Zahl | Punkte | BC1 | BSC |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Zhu Jiner | 2435 | 8,5 | 72,5 | 77,5 |
| 2 | Alexandra Gorjatschkina | 2505 | 8,5 | 71,5 | 77,0 |
| 3 | K. Humpy | 2448 | 8,5 | 69,0 | 74,0 |
| 4 | Savitha Shri B | 2238 | 8,0 | 70,5 | 73,0 |
| 5 | R. Vaishali | 2359 | 8,0 | 65,0 | 69,5 |
| # | Teilnehmerinnen | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Alexandra Gorjatschkina | 1,5 |
| 2 | Zhu Jiner | 0,5 |
Blitzschach (Open)
Beim offenen Blitzschachturnier traten 252 Spieler an. Direkt in der ersten Runde machte der junge Argentinier Faustino Oro durch einen Sieg gegen Spitzenspieler Lewon Aronjan auf sich aufmerksam. Nach Abschluss der ersten 13 Runden waren es Fabiano Caruana, Maxime Vachier-Lagrave und Erigaisi Arjun, die das Feld mit zehn Punkten anführten und jeweils nur eine Partie verloren hatten. Top-Favorit Magnus Carlsen hingegen lag einen Punkt zurück, was nicht zuletzt seinen Niederlagen gegen Arjun und Caruana geschuldet war. Carlsen zeigte sich in beiden Partien ungewohnt und verlor gegen Arjun auf Zeit und ließ gegen Caruana in Zeitnot seinen Turm hängen. Dies wiederholte sich gegen Haik Martirosjan in der ersten Partie des zweiten Tages, in der Carlsen in Zeitnot erneut mehrere Figuren umstieß und nach Schiedsrichterintervention verlor. Den deutlichen Rückstand auf die Spitze konnte Carlsen durch vier Siege und ein Remis aus den verbliebenen fünf Runden jedoch noch wettmachen und qualifizierte sich als Dritter für die Finalrunde. Klarer Sieger der ersten Turnierphase wurde Arjun vor Caruana; Nodirbek Abdusattorov qualifizierte sich als Vierter aufgrund der besseren Feinwertung gegenüber fünf weiteren punktgleichen Spielern.
| # | Teilnehmer | Elo-Zahl | Punkte | BC1 | BSC |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Erigaisi Arjun | 2749 | 15,0 | 219,0 | 226,0 |
| 2 | Fabiano Caruana | 2751 | 14,0 | 215,5 | 225,5 |
| 3 | Magnus Carlsen | 2881 | 13,5 | 217,0 | 226,0 |
| 4 | Nodirbek Abdusattorov | 2768 | 13,0 | 216,5 | 225,0 |
| 5 | Maxime Vachier-Lagrave | 2745 | 13,0 | 214,0 | 222,5 |
| 34 | Kirill Alexejenko | 2620 | 12,0 | 189,0 | 197,0 |
| 38 | Vincent Keymer | 2599 | 12,0 | 187,5 | 195,0 |
In der ersten Paarung des Finalturniers nach K.-o.-System konnte Erigaisi Arjun seine Form aus den vorherigen Runden nicht halten und verlor die ersten beiden Partien gegen Nodirbek Abdusattorov. In der dritten Partie kam er nicht über ein Remis hinaus und schied aus. Fabiano Caruana und Magnus Carlsen trennten sich in ihren ersten beiden Partien remis, ehe der Norweger die dritte und vierte Partie für sich entschied und selber ins Finale vorrückte. In diesem unterlag Carlsen zunächst gegen Abdusattorov, konnte in der zweiten Partie jedoch kontern und das Duell ausgleichen, was sich mit einem Remis in der dritten Partie fortsetzte. Die vierte Partie endete in einem Läuferendspiel, welches Carlsen für sich entscheiden konnte.
| Halbfinale | Finale | |||||||
| 1 | Erigaisi Arjun | 0,5 | ||||||
| 4 | Nodirbek Abdusattorov | 2,5 | ||||||
| 4 | Nodirbek Abdusattorov | 1,5 | ||||||
| 3 | Magnus Carlsen | 2,5 | ||||||
| 2 | Fabiano Caruana | 1 | ||||||
| 3 | Magnus Carlsen | 3 | ||||||
Blitzschach (Frauen)
Die Blitzschachweltmeisterschaft der Frauen startete mit 140 Spielerinnen. Umida Omonova gewann als Einzige die ersten sechs Runden, ehe sie in der siebten Runde gegen Alexandra Gorjatschkina verlor. Die Russin führte das Feld daraufhin an, wurde jedoch noch am ersten Tag von Eline Roebers überholt, welche sechs Partien in Folge gewann und nach zehn Runden einen halben Punkt Vorsprung auf Gorjatschkina, Omonova und Antoaneta Stefanowa hatte. Vor der letzten Runde führte Walentina Gunina nach einer Siegesserie mit einem halben Punkt Vorsprung auf Assaubajewa und einem vollen Punkt auf sechs weitere Teilnehmerinnen. Ihre letzte Partie verlor sie jedoch gegen Anna Musytschuk, während mehrere Verfolgerinnen gewannen und so einen fünffachen Punktgleichstand an der Spitze produzierten. Da jedoch nur vier Spielerinnen an der Finalrunde teilnehmen durften, hatte Gunina aufgrund der schlechtesten Feinwertung das Nachsehen gegenüber Assaubajewa, Musytschuk, Roebers und Zhu Jiner.
| # | Teilnehmerinnen | Elo-Zahl | Punkte | BC1 | BSC |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bibissara Assaubajewa | 2428 | 11,0 | 130,5 | 137,0 |
| 2 | Anna Musytschuk | 2397 | 11,0 | 125,5 | 132,0 |
| 3 | Eline Roebers | 2377 | 11,0 | 125,5 | 131,0 |
| 4 | Zhu Jiner | 2425 | 11,0 | 121,0 | 127,0 |
| 5 | Walentina Gunina | 2314 | 11,0 | 120,5 | 126,5 |
Die Halbfinalpaarung zwischen Assaubajewa und Zhu gestaltete sich einseitig mit drei Siegen für die Kasachin. In der anderen Paarung ging zunächst Anna Musytschuk in Führung. Eline Roebers konnte zwar in der dritten Partie wieder ausgleichen, unterlag in der vierten Partie jedoch gegen die Ukrainerin, welche ins Finale vorrückte. Dies gestaltete sich ausgeglichen mit drei Remis in den ersten Partien. In der vierten Partie gelang es Assaubajewa jedoch, einen entscheidenden Vorteil herauszuspielen und die Partie zu gewinnen. Nach 2021 und 2022 ist es bereits ihr dritter Titel.
| Halbfinale | Finale | |||||||
| 1 | Bibissara Assaubajewa | 3 | ||||||
| 4 | Zhu Jiner | 0 | ||||||
| 1 | Bibissara Assaubajewa | 2,5 | ||||||
| 2 | Anna Musytschuk | 1,5 | ||||||
| 2 | Anna Musytschuk | 2,5 | ||||||
| 3 | Eline Roebers | 1,5 | ||||||
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Regulations for the FIDE World Rapid & Blitz Championships 2025. (PDF; 311 KB) In: handbook.fide.com. Abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
- ↑ Regulations for the FIDE Women’s World Rapid & Blitz Championships 2025. (PDF; 302 KB) In: handbook.fide.com. Abgerufen am 15. November 2025 (englisch).