Schloss Unterthingau
Das Schloss Unterthingau beherbergt heute die Gemeindeverwaltung von Unterthingau, die Gemeinde- und Pfarrbücherei und verschiedene Vereine.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkung von Otto dem Großen als „Tiuoningouvue“, der den Ort an das Kloster Kempten schenkte, welches in der Folgezeit die Rodung auf diesem Gebiet vorantrieb. Der Ortsname Thingau wird auf den Personennamen Tuono zurückgeführt, eine Differenzierung in Unter- und Oberthingau ist ab 1357 nachweisbar.[1]
Unterthingau war seit 1465 Sitz eines Dorfgerichts des Fürststiftes Kempten. Das Schloss wurde 1515 erstmals als Sitz des stifts-kemptischen Niedergerichts urkundlich erwähnt. 1642 vollzog das Fürststift Kempten die Neueinteilung seines Stiftlandes in Pflegeämter. Seit diesem Jahr gehörten zum Pflegeamt Thingau die Orte Oberthingau, Kraftisried, Görisried, Reinhardsried und Unterthingau. Jeder dieser Orte erhielt seinen eigenen „Ammann“ oder „Hauptmann“ als Ortsvorsteher.
Durch die Säkularisation in Bayern kam Oberthingau 1803 zu Bayern. Das Schloss, das bis dahin als Sitz der stiftkemptischen Vögte und Pfleger[2] gedient hatte, wurde nach der Säkularisation als Gasthof genutzt. 1965 kam das Gebäude in den Besitz der Gemeinde und wurde mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege in den Jahren 1976 bis 1979 renoviert.
Baubeschreibung
Der mächtige, das Ortsbild beherrschende dreigeschossige Bau mit steilem Satteldach entstand 1594 durch den weitgehenden Umbau eines älteren Kerns. 1695/96 wurde das Schloss innen barockisiert. Die Ecktürmchen mit Schweifhauben wurden modern erneuert.[2]
Literatur
- Bernd-Peter Schaul: Schwaben. Hrsg.: Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (= Denkmäler in Bayern. Band VII). Oldenbourg, München 1986, ISBN 3-486-52398-8.
- Bruno Bushart, Georg Paula (Bearbeiter): Bayern III: Schwaben (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03116-6, S. ... (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bayerns Gemeinden: Unterthingau. In: Haus der Bayerischen Geschichte. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ a b Denkmalliste für Unterthingau (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Version vom 26. Juni 2025, S. 3.
Koordinaten: 47° 46′ 15,8″ N, 10° 30′ 21,9″ O