Schloss Taufkirchen (Falkenberg)
Das ehemalige Schloss Taufkirchen befindet sich im Ortsteil Taufkirchen (früher Taufkirchen auf der Mertsee) der Gemeinde Falkenberg im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn (Falkenberger Straße 1). Es ist unter der Aktennummer D-2-77-119-56 als Baudenkmal mit der Beschreibung „ehemaliges Schloss, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, um 1720“ verzeichnet. Die Anlage wird ferner als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-2-7542-0042 geführt.
Heute dient es als Pfarrhof der Pfarrei Taufkirchen.
Geschichte
An diesem Ort sind Taufkircher als miles (Ritter) nachweisbar. Um 1300 wird ein Herr Peter von Taufkirchen genannt, 1349 die Brüder Matheus, Philipp und Peter. 1359 werden als Swäger des Peter und Matheus ein Ritter Zareis und die Fraunberger von dem Hag erwähnt. Am 19. Februar 1378 ist Arnulf Fraunberger zu Taufkirchen belegt.
Bereits 1327 finden sich die Reutter (später auch Ruether, Reither oder Reuther) als equitibus (Ritter) von Taufkirchen, was dafür spricht, dass es mit dem Geschlecht der Taufkircher bereits gleichzusetzen ist. Allerdings ist dieser Hinweis nur in einer Abschrift aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts wird nun erstmals gesichert ein Ruether namens Ott als herzoglicher Lehensträger von Hof und Taferne zu Taufkirchen angeführt. Auf ihn folgt 1435 sein Sohn Hanns. Dieser Hanns Ruether ist als Richter an der Rott bis mindestens 1462 mehrfach nachgewiesen.
Danach werden hier die Lengfelder ansässig. Oswald Lengfelder wird 1446 als Vetter des Hanns Ruther zu Taufkirchen genannt, 1474 noch einmal als Oswold Lengfelder der Vetter des Andre Rüether. Die Gült aus Sitz und Hof zu Taufkirchen vererbte Hanns Ruether an die Geschwister Hanns und Barbara Zeller (verehelichte Ochsenberger) bzw. an die Tochter der Barbara Elspet (verehelichte Reykerin). Ebenfalls erfolgte 1482 auf dem Erbweg der Übergang von den Lengfeldern an den Hanns Mülbanger. Der wiederum war Stiefvater des Hanns Zeller zu Zell (Gericht Schärding), der 1504 in Taufkirchen nachgewiesen ist.
Nach ihm finden sich zwei Gruppen von Erben:
- Die erste besteht ab etwa 1510 aus Georg Prunhuber, Wolfgang und Margarete Gäblkofer und Florian Zertl.
- Die zweite tritt um ca. 1542 auf und umfasst Christoph Zertl und Christoph Zeller.
Nachdem 1488 Taufkirchen urkundlich nur als Sitz erwähnt wird, verlieh der bayerische Herzog am 26. Januar 1543 Hanns Christoph Zeller schließlich für die Taferne und den Gütern zu Taufkirchen den Status der Hofmark.
Die Schwester des Zellers heiratete in die Familie Hochenecker, die Tochter des Zellers in die Familie Retschan. 1583 gehört Taufkirchen zur Hälfte dem Christoph Abraham von Retschan, zur Hälfte den Hoheneckern.
Von Valentin Hohenecker ging der Besitz an seine Schwester Susanna, die einen Tattenbach zu Hausbach, Falkenberg und Rudolfing heiratete. Gottfried von Tattenbach vermählte sich ca. 1613 mit Sara Sophie von Hohenegg; eine Hoheneckerin heiratete 1614 in die Familie von Pienzenau ein. 1615 sind hier Hanns Friedrich von Pienzenau und Gotthard Tattenbach nachgewiesen. 1625 ist zudem (vermutlich als weiterer Erbe) ein Johann Staudinger von Türkenfeld zu Hekkershofen immatrikuliert. 1635 kaufte Johann Gottfried Freiherr von Tattenbach zu Eberschwang schließlich den Herren von Pienzenau den Besitz ab.[1.1]
Um 1723 gehörte die Hofmark Maximilian Franz Graf zu Rheinstein und Tattenbach. Das sich im Gericht Eggenfelden des Rentamtes Landshut befindende Schloss wird als alt und gemauert beschrieben.[2]
1803 war Taufkirchen noch immer eine Hofmark. Zu dieser Zeit gab es im Gericht Eggenfelden 17 Hofmarken.[1.2]
Am 3. Oktober 1821 starb der letzte aus der Familie der Tattenbach, Heinrich Graf von Tattenbach, und Maximilian Graf von Arco-Valley erbte seinen Besitz einschließlich Taufkirchens. Unter den Grafen Arco wurden die Hofmarken Falkenberg, Hofau, Kirchberg, Sallach, Taufkirchen und der Sitz Geiersberg im Patrimonialgericht Sallach zusammengefasst.[1.3]
Schloss Taufkirchen einst und jetzt
Nach dem Stich von Michael Wening aus dem Jahr 1723 war das Schloss Taufkirchen ein schmuckloser, zweigeschossiger und mit einem Satteldach gedeckter Bau. Die Längsseite besaß etwa zehn, die Schmalseite fünf Fensterachsen. Um das Schloss sind im Rechteck einige Wirtschaftsgebäude gruppiert. Unweit davon liegt die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
Das Schloss Taufkirchen ist danach in dem Pfarrhof der Kirche Mariä Himmelfahrt von Taufkirchen aufgegangen. Dieser ist weiterhin ein zweigeschossiger Massivbau mit einem Satteldach, der im Kern aus der Zeit um 1720 stammt.
Einzelnachweise
- ↑ Rita Lubos: Das Landgericht Eggenfelden, 28 (= Historischer Atlas von Bayern / hrsg. von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. ƠTeil Altbayern). Komm. für Bayer. Landesgeschichte [u. a.], München 1971, ISBN 978-3-7696-9874-9 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 4. Oktober 2025]).
- ↑ Michael Wening: Historico-Topographica Descriptio. Band 3, 1732, S. 29 (digitale-sammlungen.de).
Koordinaten: 48° 26′ 8,1″ N, 12° 41′ 54,4″ O