Schloss Cotroceni
Das Schloss Cotroceni (rumänisch Palatul Cotroceni) befindet sich in Bukarest im Stadtteil Cotroceni. Der Komplex verbindet Elemente des historistischen Neoklassizismus mit Formen des neoromänischen und nationalromantischen Stils.
Baugeschichte
1679 ließ Fürst Șerban I. Cantacuzino (1640–1688) auf dem Cotroceni-Hügel ein Kloster errichten. Schloss Cotroceni wurde 1888 im Auftrag von König Karl I. nach Plänen des französischen Architekten Paul Gottereau im Klosterkomplex gebaut, um als königliche Residenz zu dienen.[1] Die Öfen wurden zum großen Teil von Sommerhuber geliefert. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss von Grigore Cerchez um rumänische Motive wie Loggien, Säulenarkaden, Holzschnitzereien und steinerne Ornamentik erweitert.[2] Teile der ursprünglichen Klosterarchitektur wurden in die Palastgestaltung integriert oder ornamental zitiert. Der moderne Flügel aus den späten 1970er und 1980er Jahren zeichnet sich durch eine zurückhaltendere, zeitgenössische Fassadengestaltung aus.
Nutzungsgeschichte
Neben der offiziellen Residenz Cotroceni in der Hauptstadt dienten der königlichen Familie aus der Dynastie Hohenzollern-Sigmaringen die Schlösser Peleș und Pelișor als Sommersitze. Nach dem Ersten Weltkrieg diente der Palast weiterhin als königliche Residenz und als Ort staatlicher Repräsentation. Nach der Abschaffung der Monarchie 1947 ging er in staatlichen Besitz über.
Zwischen 1949 und 1976 wurde der Palast als „Palast der Pioniere“ für die kommunistische Jugendorganisation genutzt, wobei Teile der Innenräume verändert wurden.[3] Das Erdbeben von 1977 verursachte schwere Schäden; der Komplex wurde anschließend unter Leitung des Architekten Nicolae Vlădescu restauriert und in den 1980er Jahren um einen neuen Repräsentationsflügel erweitert.[4] Nicolae Ceaușescu ließ 1984 die alte Klosterkirche abreißen.[5]
Nach dem politischen Umbruch von 1989 wurde beschlossen, den Palast als Amtssitz des Präsidenten und zugleich museal zu nutzen. 1991 wurde in den ersten beiden Flügeln des Schlosses das Nationalmuseum Cotroceni eröffnet, das seit 2001 der Präsidialverwaltung untersteht.[6]
Im dritten Flügel befindet sich heute der Amtssitz des rumänischen Präsidenten (Präsidentenpalast).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Afra Schick: Furniture for the Dream King. Arnoldsche, 2003, ISBN 978-3-89790-186-5, S. 148 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2025]).
- ↑ The Cotroceni National Museum. The Museum, 1994, ISBN 978-973-0-00064-1, S. 37 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2025]).
- ↑ De la palat regal la palat al pionierilor (1949-1977) - o filă din istoria Palatului Cotroceni. Abgerufen am 12. Dezember 2025 (rumänisch).
- ↑ Istoria neștiută a Palatului Cotroceni: distrus de cutremure, ars de foc și zguduit de lupte politice. 19. Mai 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025 (rumänisch).
- ↑ Aurora Fabritius, Adrian Solomon: Bucharest, a Sentimental Guide: An Anthology. Romanian Cultural Foundation, 2001, ISBN 978-973-577-247-5 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2025]).
- ↑ Cotroceni National Museum - Discover this place in Bucharest. 28. März 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
Koordinaten: 44° 26′ 3″ N, 26° 3′ 42″ O