Schlebusch (schlesisches Adelsgeschlecht)

Schlebusch (in der Literatur teilweise (fälschlicherweise) auch Schleepusch) ist der Name eines erloschenen schlesischen Adelsgeschlechts.

Die Familie ist zu unterscheiden von dem namensgleichen bergischen Adelsgeschlecht Schlebusch.

Geschichte

Das Geschlecht stammt ursprüglich aus Norddeutschland. Im Hamburg gehörte es zu den dortigen Senatorenfamilien. Der Jurist Johann Schlebusch (1607–1659), Sohn des Weinhändlers Jacob Schlebusch (1565–1624) und verheiratet mit einer Tochter des Hamburger Domherrn Hermann Wetken, war 1639–1659 Senator/Ratsherr, 1647 Colonelherr und 1653 Hamburger Bürgermeister.[1][2]

Jakob Schlebusch (1613–1675) war zunächst Erbrichter der Börde Lesum im Bremischen. Später trat er in kaiserliche Dienste ein und stieg zum kaiserlich-königlichen Generalwachtmeister und Oberst auf. Am 11. Januar 1659 wurde er, damals Herr zu Lanckau, kaiserlicher Oberst und Kommandant zu Namslau, vom Kaiser mit dem Prädikat „Frei- und Erbherr zu Lanckau“ in den Freiherrenstand für das Reich und die Erblande erhoben.[3][4] Zwei Jahre später, am 9. Juni 1661, vermählte es sich mit der religiösen Schriftstellerin Anna Elisabeth geborene von Eicke (1626–1706), verwitwete von Lundy, aus dem Hause Groß-Polwitz im Fürstentum Liegnitz. Die Eheleute besaßen neben Lankau und Groß-Polwitz auch Heideberg im späteren Landkreis Liegnitz und Schönbach (Neumark). Als Jakob Freiherr von Schlebusch, der unter dem Namen „Der Tröstliche“ Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft war, am 24. September 1675 starb, hinterließ er eine einzige Tochter namens Susanna Elisabeth von Schlebusch (1667–1737), die sich 1687 mit Heinrich Alexander Freiherr von Bibran und Moldlau (1656–1694) vermählte.[5][6][7]

Wappen

Blasonierung des redenden bürgerlichen Stammwappens
In Gold auf grünem Boden ein dreistämmiger, 8-förmig mehrfach verschlungener Schlehenstrauch mit grünen Blättern und blauen Schlehen. Auf dem Helm mit blau-goldenen Helmdecken der Schlehenstrauch zwischen zwei von Gold und Blau übereck geteilten Büffelhörnern.[2]
Alternativ wird das Wappen wie folgt blasoniert: Im silbern bordierten goldenen Schild ein dreistämmiger grüner Schlehenbusch auf grünem Boden. Auf dem grün-golden bewulsteten Helm mit grün-goldenen Decken dergleiche Schild zwischen zwei von Gold und Grün übereck geteilte Büffelhörnern.[1]
Blasonierung des Freiherrenwappens von 1659
Quadriert mit blauem Herzschild, darin ein gekrönter rechtssehender silberner Adler. Felder 1 und 4 in Gold auf grünem Dreiberg ein reich belaubter Baum (= Schlehenbaum); Felder 2 und 3 in Rot ein gekrönter goldener einwärts gekehrter Löwe, ein Schwert schwingend. Zwei gekrönte Helme: I. mit rot-goldenen Decken der Baum auf grünem Dreiberg zwischen zwei von Rot und Gold übereck geteilten Büffelhörnern; II. mit blau-silbernen Decken der schwertschwingende Löwe.[7]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Seyler (1888), S. 14.
  2. a b Seyler (1895), S. 31.
  3. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 857.31.
  4. AT-OeStA/AVA Adel RAA 371.24.
  5. Ledebur (1856), S. 372.
  6. Kneschke (1868), S. 190.
  7. a b Blažek (1887), S. 94.