Schlebusch (bergisches Adelsgeschlecht)
Schlebusch (auch Schleebusch o. ä.) ist der Name eines erloschenen bergischen Adelsgeschlechts.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem namensgleichen schlesischen Adelsgeschlecht Schlebusch.
Geschichte
Das Geschlecht stammt aus der Grafschaft Berg, wo es schon 1491 und noch 1652 im namensgebenden Schlebusch, heute ein Stadtteil von Leverkusen, saß. Außerdem hatte die Familie Besitz in Manfort (urkundlich 1443), Gronau (1483), Holz unweit Mühlheim (1609–1664) und Dierschnöchel bei Uckerath (1668).[1][2]
Lenzis von Schlebusch war 1409 und 1418 Schultheiß bzw. Amtmann, 1418 auch Richter des Amts Miselohe. Wilhelm von Schlebusch war 1440–1454 ebenfalls Amtmann zu Miselohe.[3][4] 1483 erhielt Everhard Schlebusch von Herzog Wilhelm von Jülich-Berg den Hof zu Gronau in Erbpacht. Everhards Erben verkauften das Gut später an Gottfried von Steinen. 1652 erscheint Adam von und zu Schlebusch, Sohn des verstorbenen Adam von Schlebusch.[5] Adam, der 1664 als verstorben erscheint, war mit Agnes von Diependahl († 1668) verheiratet. Ihre Tochter, Christina von Schlebusch, heiratete Heinrich Albrecht von Woydt zum Holz.[6] Mit dem Tod von Christina starb die Familie in Deutschland aus.
Zur Familie sollen aber auch der südafrikanische Politiker Alwyn Schlebusch (1917–2006) und seine Nachkommen zählen. Sie sollen der Familienüberlieferung nach von einem nach Südafrika emigrierten Familienmitglied abstammen.
Wappen
Blasonierung: In Silber eine schwarzen (aufrechtgestellte) Wolfsangel von einem roten Ring umzogen (umschlossen?). Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein offener schwarzer Flug, dazwischen wiederholt sich der Schild.[7]
Leverkusen-Schlebusch nahm das Wappen derer von Schlebusch leicht abgewandelt als Ortswappen an.
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Wappen derer von Schlebusch bei Anton Fahne
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Wappen des Orts Schlebusch
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Heberle, Köln 1848, S. 389 (hhu.de).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 188 (Google Bücher).
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 371 (digitale-sammlungen.de).
- Elisabeth und Hans Schlebusch: Die Familie von Schlebusch zu Schlebusch und Familie Schlebusch allgemein aus Urkunden, Akten und Veröffentlichungen, Gelsenkirchen 1994.
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 112 f. (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 281 (hhu.de).
Einzelnachweise
- ↑ Ledebur (1856), S. 371.
- ↑ Kneschke (1868), S. 188.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0030 / Jülich-Berg I AA 0030, Nr. 1229, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0211 / Düsseldorf, Stift, Urkunden AA 0211, Nr. 191, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Fahne (1848), S. 389.
- ↑ Friedrich Everhard von Mering: Geschichte der Burgen, Rittergüter, Abteien u. Klöster in den Rheinlanden und den Provinzen, Cleve, Berg und Westphalen, IV. Heft, Köln 1837, S. 95 f. (Google Bücher).
- ↑ Spießen (1901–1903), S. 112 f.