Schilling von Buxfort

Schilling von Buxfort (auch Schilling zu Buxfort, Schilling von dem Broyl(e) o. ä.) ist der Name eines westfälischen Uradelsgeschlechts.

Geschichte

Das Geschlecht stammt wie die von Malemann von den von Morrien ab,[1] die wiederum wie die von Grotthuß von den Herren von Senden abstammen. Zur Unterscheidung von anderen Geschlechtern namens „Schilling“ führten sie den Beinamen „von/zu Buxfort“ nach ihrem Stammsitz Haus Buxfort in der Bauerschaft Ondrup, die heute zur Stadt Selm gehört. Haus Buxfort besaß die Familie von 1487 bis 1824. Eine zweite Linie der Familie nannte sich nach Broyl(e) „Schilling von dem Broyle“. Stammsitz dieser Linie war die Schillingsburg/Schillingsborg (auch Haus Schilling genannt) zu Senden. Die Schillingsburg, 1416–1468 ein münsterisches Lehen für Wilhelm von dem Broyle genannt Schilling, Sohn eines gleichnamigen Vaters, lag in der Nähe der Nähe der Sendener Pfarrkirche St. Laurentius, an der rechten Seite des Dümmerbachs. 1468 fiel die Schillingsburg über eine Erbtochter an die Droste zu Vischering. Im 19. Jahrhundert gehörte der Grund dem Freiherrn von Twickel zu Havixbeck.

In Westfalen besaß das Geschlecht ferner Bösinkhof (urkundlich 1382), Buer (1340), Ermen (1346) und Landegge (1780).[2][3]

Erstmals erscheint die Familie 1322 mit Schillinc Morrian, der als Zeuge fungierte, als Albert Droste das Buddenhus im Kirchspiel Nottuln dem Stift Nottuln verkaufte. Es folgte 1346 ein Wilhelm Schilling, der eine Urkunde von Schilling Morian und seiner Frau Lysa besiegelte, die dem Johann Morrien einen Teil des Hauses Ermen verkauften. 1347 war Schilling Morrian bereits verstorben. Seine Tochter Lutgarde war mit Bernd Morsbecke verheiratet, einem Dienstmann des Herrn von Steinfurt. 1451 verglichen sich Gert Schilling und Bernd von Buxfort wegen Land im Norddale. 1472 übertrugen die Brüder Bernd und Friedrich von Bixfort dem Gert Schilling von Buxfort ihre Rechte an Basemannshof. Später kommen von diesen Schilling, die seitdem immer den Beinamen „von Buxfort“ führten, noch folgende Personen vor: Gert Schilling von Buxfort (urkundlich 1476–1482), Richter zu Ascheberg und Werne, und seine Frau Grete; 1520 Lubert Schilling von Buxfort und seine Frau Anna; 1580 verkaufte Lubbert Schilling von Buxfort, Rat und Kämmerer zu Unna mit seiner Frau Clara Grube den Holscherkotten an den Erbmarschall von Marrien, um seinen Bruder Ernst abzufinden. Ein Jahr später starb Ernst und Lubbert Schilling von Buxfort war sein Erbe. Kurz darauf verließ Lubbert Unna, wo er ein Haus besaß, und zog nach Buxfort.[1] Zur Familie gehörte vermutlich auch Johann Engelbert von Schilling, der 1720 Propst im Kloster Scheda war.[2]

Die Familie erlosch im 19. Jahrhundert.[4]

Stammfolge

Anton Fahne berichtet ferner folgende Stammfolge bis zum Aussterben des Geschlechts:[1]

  • Gottfried von Schilling zu Buxfort († 1671) ⚭ Gertrud von Moneil zu Beel
    • Johann von Schilling († kinderlos), ältester Sohn, wird vom Stift Wwerden mit Buxfort und Schemhove im Kirchspiel Selm belehnt
    • Ernst Henrich von Schilling zu Buxfort ⚭ Helene Marie von Aldenbrück genannt Velbrück, Witwe 1708
      • Ernsst Ludwig von Schilling zu Buxfort (* 1675) ⚭ Maria Catharina von Sparr zu Greiffenberg
        • Carl Arnold von Schilling zu Buxfort, Hauptmann in münsterischen Diensten, trat 1777 Buxfort an seinen Sohn ab, ⚭ 1750 Maria Josephe Freiin von Weichs zu Wenne
          • Carl Stephan von Schilling zu Buxfort und Landegge (* 1751), am 23. April 1779 bei der münsterischen Ritterschaft aufgeschworen, ⚭ Sophie Octavie Wilhelmine von Haen, Erbin zu Landegge
        • Maria Antoinette Schilling zu Buxfort ⚭ Johann Franz Josef Benedikt Goswin Freiherr von Kerckerinck zu Stapel (* 1739)

Wappen

Blasonierung des Wappens der Schilling von Buxfort
In Gold eine schwarze schräge Brücke (Turnierkragen). Auf dem schwarz-golden bewulsteten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein schwarzer wachsender Ziegenbock zwischen zwei Büffelhörnern, das rechte schwarz, das linke golden.[4]
Die Bock-Helmzier der Schilling von Buxfort referenziert auf Haus Buxfort bzw. deren namensgebende frühere Besitzer, die von Bock. Auch die Tingierung ist an das Wappen derer von Bock angelehnt.
Ledebur und Kneschke berichten, dass die Schilling von Buxfort teilweise wie die von Morrien einen Stern im Obereck führten. Kneschke stellt abweichend fest, dass der Schild silbern sei.[2][3]
Blasonierung des Wappens der Schilling von dem Broyle
In Rot eine silberne schräge Brücke (Turnierkragen). Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken rechts ein roter, links ein silberner Wedel mit je einem silbernen Handgriff.[4]
Fahne berichtet abweichend, dass es sich um zwei weiße Wedel mit roten Handgriffen handelt.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c d Fahne (1860), S. 158.
  2. a b c Ledebur (1856), S. 365.
  3. a b Kneschke (1868), S. 167.
  4. a b c Spießen (1901–1903), S. 112.