Schesaplana-Gruppe
| Schesaplana-Gruppe
| ||
|---|---|---|
|
Panoramaaufnahme vom Schesaplana-Massiv, aufgenommen auf den Schaftköpfen auf dem Weg von der Schesaplana zur Mannheimer Hütte | ||
| Höchster Gipfel | Schesaplana (2965 m ü. A.) | |
| Lage | Österreich
Schweiz
| |
| Teil des | Rätikons | |
| Einteilung nach | SOIUSA 15.VIII/A.3.a | |
| Koordinaten | 47° 3′ N, 9° 42′ O | |
| Gestein | Kalkgestein | |
| Fläche | 54 km² | |
Die Schesaplana-Gruppe ist eine Untergruppe des Rätikons nach der Alpengliederung der SOIUSA und auch entsprechend den Alpenvereinsführern. Der höchste Berg ist die namensgebende Schesaplana.[1]
Einordnung nach SOIUSA
Nach der Einteilung der SOIUSA gehört der Rätikon zu den Zentralen Ostalpen.
| Einordnung nach SOIUSA | ||
|---|---|---|
| Teil | II | Ostalpen |
| Sektor | II/A | Zentrale Ostalpen |
| Abschnitt | 15 | Westliche Rätische Alpen |
| Unterabschnitt | 15.VIII | Rätikon |
| Gruppe | A.3 | Schesaplana-Fundelkopf-Girenspitz |
| Untergruppe | A.3.a | Schesaplana-Gruppe |
Lage und Umgrenzung
Die Schesaplana-Gruppe liegt im österreichischen Bundesland Vorarlberg und im schweizerischen Kanton Graubünden, die Nordseite gehört zum Walgau, Gemeinden Brand, Vandans (rund um den Lünersee) und Nenzing, die Südseite zum Prättigau, Gemeinden Seewis im Prättigau und Schiers. Im Nordwesten liegt das Gamperdonatal, im Nordosten das Brandnertal, im Süden auf der Schweizer Seite das Camitobel und das Valser Tobel.
Die Umgrenzung der Schesaplana-Gruppe verläuft von Norden im Uhrzeigersinn entlang der Linie Amantschonjoch – Palüdbach – Alvier – Lünersee – Gafalljoch – Golrosa – Valser Bach – Canibach – Salarueljoch oder Kleine Furka – Salaruelbach – Meng – Virgloriatobel – Amatschonjoch. Die Grenze ist teilweise nicht eindeutig.[1]
Umliegende Berggruppen
Die Schesaplana-Gruppe bildet den höchsten Teil des Rätikon-Hauptkamms und mehrere nördliche Seitenkämme. Das Barthümeljoch ist die Verbindung zur Falknis-Naafkopf-Gruppe, das Gafalljoch zur Kirchlispitzen-Gruppe, Das Amantschonjoch zur Fundelkopf-Gruppe, die Golrosa zur Girenspitz-Sassaunagrat-Gruppe.[1]
| Galina-Gruppe | Fundelkopf-Gruppe | Zimba-Gruppe |
| Falknis-Naafkopf-Gruppe | Kirchlispitzen-Gruppe | |
| Girenspitz-Sassaunagrat-Gruppe |
Berge und Sättel
Der Hauptkamm des Rätikons verläuft entlang der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz mit folgenden Sätteln und Bergen von West nach Ost:[1]
| Gipfel/Sattel | Höhe m ü. A. | Anmerkung |
|---|---|---|
| Salarueljoch oder Kleine Furka | 2245 | |
| Schafberg | 2729 | |
| Salaruelkopf | 2841 | großer Ausläufer nach Norden (Zalimgrat) |
| Schafloch | 2713 | |
| Schafköpfe | 2806 | kleiner Ausläufer nach Nordnordost mit Wildberg (2788 m) und Mottakopf (2176 m) |
| Schesaplanasattel | 2739 | |
| Schesaplana | 2965 | höchster Gipfel des Rätikons, kurzer Ausläufer zum Felsenkopf (2835 m), Zirmenkopf (2806 m) und Seekopf (2698 m) |
| Gamsluggen | 2374 | |
| Kanzelwand | 2411 | |
| Lüneregg | 2297 | |
| Gafalljoch | 2239 | Übergang zur Kirchlispitzen-Gruppe |
Der Zalimgrat besteht aus folgenden Gipfeln und Sättel von Süd nach Nord:[1]
| Gipfel/Sattel | Höhe m ü. A. | Anmerkung |
|---|---|---|
| Salaruelkopf | 2841 | |
| Panüelerkopf | 2859 | auf der Ostseite liegt die Mannheimer Hütte (2679 m) |
| Oberzalimscharte | 2237 | auf der Ostseite liegt die Oberzalimhütte (1889 m) |
| Pfannenknechtle | 2234 | auf der Westseite liegt die Setschalpe (1722 m) |
| Blankuskopf | 2334 | |
| Windeggerspitze | 2331 | |
| Amatschonjoch | 2028 | Übergang zur Fundelkopf-Gruppe |
Siedlungen
Der Ortskern von Brand und das dortige Skigebiet Brandnertal befinden sich teils in der Berggruppe. Sonst gibt es keine ganzjährig bewohnten Siedlungen in der Bergregion. Die Ferienhaussiedlung und Alpe Nenzinger Himmel im Gamperdonatal ist nur im Sommer erreichbar und offen.[1]
Schutzhütten
Folgende Schutzhütten befinden sich in der Berggruppe:
Naturschutz
Die Zone zwischen dem Lünersee und der Schesaplana gehört zum geschützten Landschaftsteil Rellstal und Lünerseegebiet. In diesen Schutzgebieten sind Veränderungen untersagt, welche die Natur schädigen, das Landschaftsbild verunstalten oder den Naturgenuss beeinträchtigen. Diese Schutzgebietskategorie wurde 1969 erlassen und ist vergleichbar mit der Kategorie der Landschaftsschutzgebiete. Südwestlich vom Pfannenknechtle liegt ein Teilgebiet des Europaschutzgebiets Alpenmannstreu Gamperdonatal. Das Großraumbiotop Schesaplanastock umfasst das Hauptmassiv der Schesaplana mit dem Brandner Gletscher von der Schattalagant Alpe bis zum Panüelerkopf und den Nordgrat des Wildbergs bis zum Mottakopf. Es ist nicht nur wegen der Pflanzen- und Tierwelt schützenswert, sondern auch wegen der vielfältigen Geologie. Der Brandner Gletscher ist wegen der globalen Erwärmung schon beinahe verschwunden, zudem schwindet der Permafrost immer mehr.[2][3] Das macht gerade das Hochgebirge sehr instabil, vermehrter Steinschlag und ganze Bergstürze sind die Folge.[4][5][6][7][8]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g Wandern. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Brandner Gletscher schmilzt immer schneller. ORF, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Brandner Gletscher wurde beerdigt. Naturschutzbund, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Großraumbiotop Nenzinger Himmel. In: Biotopberichte. Land Vorarlberg, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Großraumbiotop Schesaplanastock. In: Biotopberichte. Land Vorarlberg, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Schesaplana-Lagant. In: Inventar Weißzone. Land Vorarlberg, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Zalim-Brüggele. In: Inventar Weißzone. Land Vorarlberg, abgerufen am 4. Oktober 2025.
- ↑ Permafrost-Schwund in den Alpen. SRF, abgerufen am 4. Oktober 2025.