Fundelkopf-Gruppe

Fundelkopf-Gruppe

Fundelkopf-Gruppe mit Loischkopf, Schillerkopf, Mondspitze und Schesatobel; am Talboden Bludenz und Bürs, auf der Anhöhe Bürserberg

Höchster Gipfel Fundelkopf (2401 m ü. A.)
Lage Österreich
Teil des Rätikons
Koordinaten 47° 8′ N, 9° 43′ O
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Die Fundelkopf-Gruppe ist eine Untergruppe des Rätikons nach der Alpengliederung der SOIUSA und auch entsprechend den Alpenvereinsführern. Der höchste Berg ist die namensgebende Fundelkopf.[1]

Einordnung nach SOIUSA

Nach der Einteilung der SOIUSA gehört der Rätikon zu den Zentralen Ostalpen.

Einordnung nach SOIUSA
Teil II Ostalpen
Sektor II/A Zentrale Ostalpen
Abschnitt 15 Westliche Rätische Alpen
Unterabschnitt 15.VIII Rätikon
Gruppe A.3 Schesaplana-Fundelkopf-Girenspitz
Untergruppe A.3.c Fundelkopfgruppe

Lage und Umgrenzung

Die Fundelkopf-Gruppe liegt im österreichischen Bundesland Vorarlberg und gehört zur Talschaft Walgau. Im Westen liegt das Gamperdonatal, im Osten das Brandnertal, im Norden der Talboden des Walgaus. Das Gebiet gehört zu den Gemeinden Nenzing, Nüziders (sehr geringer Teil), Bürs, Bürserberg und Brand.

Die Umgrenzung der Fundelkopf-Gruppe verläuft von Norden im Uhrzeigersinn entlang der Linie Ill - Alvier - Palüdbach - Amatschonjoch - Virgloriatobel - Meng - Ill.[2]

Umliegende Berggruppen

Die Fundelkopf-Gruppe bildet einen nördlichen Seitenkamm des Rätikons. Das Amatschonjoch ist die Verbindung zur Schesaplana-Gruppe. Westlich liegt die Galina-Gruppe, östlich die Zimba-Gruppe. Im Norden befindet sich der Walserkamm, der bereits zum Bregenzerwaldgebirge gehört. Im Nordosten liegt die Gamsfreiheit-Gruppe, eine Untergruppe des Lechquellengebirges.

Benachbarte Berggruppen
Walserkamm Gamsfreiheit-Gruppe
Galina-Gruppe Zimba-Gruppe
Schesaplana-Gruppe

Berge und Sättel

Die Hauptkette verläuft vom Amatschonjoch nach Nordnordosten Richtung Ludesch.[2]

Gipfel/Sattel Höhe m ü. A. Anmerkungen
Amatschonjoch 2028 Übergang Gamperdonatal Brandnertal
Fundelkopf 2401 nach Norden ein Seitenkamm zur Kleinen Fundel (2104 m)
Glattjoch 2121
Tuklar 2318
Alpilakopf 2156
Schillerkopf 2006
Schillersattel 1847
Mondspitze 1967
Klamperschrofen 1755
Garsellijoch 1690
Schwarzkopf 1753

Weitere Berge sind der Zwölferkopf (1644 m) und das Spiesseck (1614 m) auf der Westseite sowie der Niggenkopf (1589 m), der Taleu (1746 m), der Loischkopf (1810 m) und der Mottakopf (1221 m) auf der Ostseite. Südlich des Loischkopfs befinden sich der Parpfienzsattel und der Burtschasattel.[2][3]

Gewässer, Gebirgstäler, Tobel und Schluchten

Die Landschaft ist stark gegliedert durch Gebirgstäler und Tobel. Am Taleingang des Brandnertal befindet sich die Bürser Schlucht.

Das Schesatobel im Gemeindegebiet von Bürserberg ist einer der größten Murbrüche Europas.

Das Kessiloch direkt nordwestlich des Schillerkopfs ist ein 300 m breiter und 100 m tiefer Einsturztrichter und damit die größte Doline Vorarlbergs.

Die Tabelle gibt einen Überblick über die Fließgewässer und deren Täler und Schluchten (von Nordosten im Uhrzeigersinn):[4]

Gewässer mündet in Tal Schlucht/Tobel Anmerkungen
Alvier Ill Brandnertal Bürser Schlucht bewohntes Tal mit viel Tourismus im Sommer und Winter
Schliefwaldtobel Alvier Lorenzatäli (im Oberlauf)[3] Schliefwaldtobel (im Unterlauf) Innere Parpfienzalpe und Teil des Skigebiets Brandnertal
Palüdbach Alvier Palüd (Landschaftskammer) Innerpalüdalpe und Teil des Skigebiets Brandnertal
Virgloriatobel Meng Virgloriatobel nicht erschlossen
Meng Ill Gamperdonatal Mengschlucht Gamperdonaweg
Großtal Meng Großtal nicht erschlossen
Weißbach Meng Mitteltäli nicht erschlossen
Sägebach Meng Sägetobel nicht erschlossen
Dunkeltobel Meng Dunkeltobel nicht erschlossen
Plattabach Schesa Gstennatobel
Schesa Ill Schesatobel Murbruch, Ortszentrum Bürserberg
Mühlebach Schesa zwischen Mühlebach und Plattabach liegt das Hochplateau Tschengla, ein Ortsteil und Tourismusgebiet von Bürserberg, Teil des Skigebiets Brandnertal

Naturschutz

In der Berggruppe befinden sich die beiden Europaschutzgebiete Spirkenwald Oberer Tritt und Spirkenwälder Brandnertal.[5]

Die Wildruhezone Loischkopf gilt ganzjährig, das Sperrgebiet Daleu, Gaschiera, Schesatobel gilt vom 1. August bis zum 31. Januar.[6]

Der Hauptkamm und die Westseite gehören zur Weißzone Gamperdonatal. Dieser Teil ist wenig erschlossen und relativ unberührt, große Teile sind unzugänglich.[7]

Tourismus

Im Osten, im Brandnertal liegt das Skigebiet Brandnertal. Im Artikel Brandnertal ist das Thema Tourismus ausführlich behandelt, inklusive Nächtigungen, Bergbahnen, Wanderwegen, anspruchsvollen Bergwanderungen, Mountainbiketouren und Wintersportmöglichkeiten. Der westliche Teil im Gamperdonatal ist kaum erschlossen und wird touristisch nicht genutzt.[2][8]

Einzelnachweise

  1. Geländeinformation. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  2. a b c d Wandern. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  3. a b Karten der Schweiz. Schweiz, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  4. Gewässer. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  5. Schutzgebiete. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  6. Wildruhezonen. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  7. Gamperdonatal. In: Inventar Weißzone. Land Vorarlberg, Abteilung Raumplanung, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  8. Skifahren. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. Oktober 2025.