Schedelich (Adelsgeschlecht)
Schedelich (auch Schedelich genannt Rost, Sticke, genannt Schedelich von Schelke, Scadelike o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte
Das Geschlecht stammt aus dem Essenschen und hatte seinen namensgebenden Stammsitz in Gelsenkirchen-Schalke. Es gehörte der Münsterschen Ritterschaft an. Sehr früh kommen Familienmitglieder auch als Burgmänner zu Dülmen vor. Neben Haus Dülmen (urkundlich 1508–1522) besaß die Familie auch Hof Volmering (1354) und Haus Osthoff (1560–1600) bei Dülmen, ferner Grevinks Erbe im Kirchspiel Seppenrade (1519) und Westerrothe (1280).[1][2][3]
Erstmals erscheint die Familie 1246 mit Henricus miles de Schadeleke. Cäsarius genannt Schetelike verkaufte 1280 mit Zustimmung seiner Frau Mathilde und seinen Kindern Cäsarius, Henrich, Gertrud und Beatrix seinen Haupthof Westerroth. 1292 folgt ein Theodericus des Schedelike. 1354 erscheinen Johann von Scedelike, seine Frau Ghisla und seine Tochter Jutta zusammen mit Marselius von Scedelike. 1488 wird ein Jaspar von Schedelich erwähnt, 1502 Series von Schedelich und Mechtel seine Ehefrau sowie 1527 Diederich von Schedelich mit Frau Maria. Series von Schedelich saß 1568 zu Osthof.[4]
Die Familie erlosch im Mannesstamm mit Tod von Bernhard von Schedelich zu Osthoff im Jahr 1604.[1] Aber noch 1640 erscheint eine Ermgard von Schedelich. Sie war drei Mal verheiratet. In erster Ehe mit einem von Plettenberg zu Kaldenhof, in zweiter mit Goddert von der Recke zu Heessen und in dritter Ehe mit Ernst von der Recke zu Mark.[4]
Persönlichkeiten
- Wilhelm von Schedelich († im 15. Jahrhundert), Domherr in Münster
- Caspar von Schedelich († 1570), Domherr in Münster
- Serries von Schedelich († 1604), Domherr in Münster
Wappen
Blasonierung: In Silber drei (2:1) rote Pferdeprammen. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein Pfauenfederbusch, vor dem sich eine Pferdepramme wiederholt.[1]
Die Familie gehört damit zu einer größeren Geschlechtergruppe aus dem Stift Essen und der Grafschaft Mark, die eine oder mehrere Pferdeprammen im Wappen führ(t)en. Zu dieser Gruppe gehören u. a. die op dem Berge, die Ense, die von der Hege, die Altendorf, die von der Horst-Eickenscheidt, die Holtey, die Dorneburg genannt Aschebrock, die Dorneburg genannt von der Lage, die Boele und die von der Leithe.
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 347 (Google Bücher).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 107 (Google Bücher).
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 354 (digitale-sammlungen.de).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 111 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 274 (hhu.de).