Sare (Aculau)

Sare
Sare
Koordinaten 8° 46′ S, 125° 12′ O

Karte des Sucos Aculau
Basisdaten
Staat Osttimor
Gemeinde Ermera
Verwaltungsamt Hatulia
Suco Aculau
Einwohner 239
Politik
Chefe de Aldeia Angela dos Reis (2023)

Sare ist eine osttimoresische Aldeia im Suco Aculau (Verwaltungsamt Hatulia, Gemeinde Ermera).[1][2] 2015 lebten in der Aldeia 239 Menschen.[3]

Geographie

Sare liegt im Westen des Sucos Aculau. Die beiden Arme des Geno (Lauveli) umrahmen Sare von Osten kommend nördlich und östlich, bevor sie in den Lóis münden, der Sare im Süden begrenzt. Nur im Nordwesten reicht ein Stück der Nachbargemeinde Liquiçá von Norden her über den Gleno. Östlich befinden sich die Aldeias Bermoslau, Noerema, Dirhatilau und Raimate. Jenseits des Lóis liegt die Gemeinde Bobonaro.[1][2] Die einzige Siedlung in der Aldeia ist Sare, am Ufer des Lóis. Eine Straße führt von hier aus in Richtung der anderen Aldeias Aculaus bis zum Gleno, der nur über eine Furt überquert werden kann. In Sare befindet sich eine Grundschule.[1]

Geschichte

Tausende Flüchtlinge aus den Sucos Vatuboro, Guiço, Lissadila, Vatuvou, Maubaralissa, Vaviquinia und Gugleur, versammelten sich ab Februar 1999 infolge der Gewaltwelle im Umfeld des anstehenden Unabhängigkeitsreferendum in Sare. Eine internationale Hilfslieferung brachte Anfang Juli 25 Tonnen Lebensmittel zu dem Dorf. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort 3800 Flüchtlinge, 2250 alleine aus Guiço. Im Februar/März waren es noch 5000, aber einige zogen weiter nach Atabae und nach Hatolia Vila. Allein zwischen Februar und Juli wurden 23 Frauen durch Milizionäre vergewaltigt und fünf Personen durch die pro-indonesischen Milizen Besi Merah Putih (BMP) und Halilintar ermordet, die in der Region operierten. Die Opfer wurden getötet, als sie versuchten von ihrem Heim Maniokwurzeln für ihre Familien zu holen. Im Februar hatten die Flüchtlinge noch Nahrungsmittel von der Bevölkerung in Aculau bekommen, im März reichten die Vorräte dafür aber nicht mehr aus, so dass die Flüchtlinge in den Wäldern nach Nahrung suchen mussten und versuchten eigene Gärten anzulegen. Immer wieder wurden Hütten und Gärten der Flüchtlinge durch die BMP niedergebrannt, Zinkdächer und Nutzvieh wurden geraubt. Jeden Tag starben nach Angaben des Chefe de Suco von Aculau drei bis vier Menschen in dem Flüchtlingslager. Unter den Flüchtlingen grassierten Malaria, Atemwegserkrankungen, Durchfall und Ruhr. Zwar gab es eine medizinische Station im Suco, die einzige Krankenschwester war aber im März 1998 nach Hatolia Vila geflohen. Für das Unabhängigkeitsreferendum am 30. August 1999 wurde für die Flüchtlinge extra ein Wahllokal in Sare eingerichtet, da sie sich nicht trauten nach Hause zurückzukehren. Jene, die für die Abstimmung in ihren Heimatort zurückkehrten, verließen ihn aus Angst vor weiterer Gewalt sofort nach Abgabe der Stimme wieder. Die Flüchtlinge kehrten erst endgültig in ihre Heimat zurück, als im September die internationale Eingreiftruppe (INTERFET) eintraf.[4]

Politik

2023 wurde Angela dos Reis zur Chefe de Aldeia gewählt.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera (Memento vom 14. August 2022 im Internet Archive)
  2. a b Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  3. Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive).
  4. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  5. Gemeinde Ermera: POSTO ADMINISTRATIVO HATOLIA A, abgerufen am 23. Dezember 2025.