Hatolia Vila

Hatolia Vila
Hatolia Vila
Koordinaten 8° 49′ S, 125° 19′ O

Der Suco Lissadila
Basisdaten
Staat Osttimor
Gemeinde Ermera
Verwaltungsamt Hatulia
Suco Ailelo
Aldeia Santa Cruz
Höhe 635 m
Nah der Kirche St. Francisco Xavier Hatolia

Hatolia Vila (Hatólia, Hatolia, Hatu Lia, Hatu-Lia) ist ein osttimoresischer Ort im Verwaltungsamt Hatulia (Gemeinde Ermera).[1]

Ortsname

1936 wurde der Ort Hatolia Vila von den Portugiesen, nach dem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor José Celestino da Silva, in Vila Celestino da Silva umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[2]

Geographie

Hatolia Vila ist der Sitz des Verwaltungsamtes Hatulia. Das Zentrum des Dorfes befindet sich in der Aldeia Santa Cruz (Suco Hatolia Vila), in einer Meereshöhe von 635 m. Vom Suco Hatolia Vila und der dortigen Siedlung Hohopu trennt ihn ein Arm des Flusses Celere (ein Nebenfluss des Marobo). Die Überlandstraße von Maliana zur Gemeindehauptstadt Gleno führt an Hatolia Vila vorbei. Nach Gleno sind es von Hatolia in Luftlinie etwa 17 km nach Nordosten, bis zur Landeshauptstadt Dili etwa 41 km.[1][3]

Im Ort Hatolia Vila befinden sich die Kirche St. Francisco Xavier Hatolia, das Hauptquartier der Polizei in Hatulia, das kommunale Zentralhospital Hatulia, ein Hubschrauberlandeplatz, und eine Grundschule.[1][4]

Geschichte

Am 17. November 1944 wurde Hatolia Vila in der Schlacht um Timor von australischen Bombern angegriffen, die japanische Unterkünfte als Ziel hatten.[5]

Ende der 1970er-Jahre internierte die indonesische Besatzungsmacht Tausende Osttimoresen in Lagern, sogenannten Transit Camps. Das Transit Camp von Hatolia Vila befand sich etwas außerhalb in Modolaran. Zu essen bekamen die Internierten nur etwas Mais, gesalzenen Fisch und Salz. Der Fisch verursachte Durchfall, an dem vor allem Kinder und alte Menschen starben. Etwa 7000 Menschen lebten im Lager, von dem sie sich nicht weiter als 100 Meter entfernen durften. Um das Lager herum befanden sich acht Militärposten. Nur gelegentlich durften die Internierten in Begleitung der Soldaten nach Leimea-Craic oder Samara um nach essbaren Wurzeln zu suchen. Vor allem unter den Insassen aus anderen Teilen Osttimors, wie zum Beispiel Zumalai, gab es viele Tote. Erst Ende 1979 brachte das Internationale Rote Kreuz Nahrungsmittel und medizinische Versorgung in das Lager. 1980 wurde den Internierten mehr Freiheiten gewährt. Dann wurden sie nach Leimea-Craic verlegt und schließlich ließ man sie in ihre Heimat zurückkehren.[6]

Während der Unruhen von 1999 operierten zwischen dem 27. Januar und September in Hatulia die pro-indonesischen Milizen Darah Merah, Aitarak und Pancasila zusammen mit dem indonesischen Militär gegen Befürworter der Unabhängigkeit Osttimors. Im April 1999 begann die Welle der Gewalt. In diesem Monat erhielt Darah Merah von der Distriktkommandatur (Kodim) der indonesischen Armee moderne Schusswaffen und zwei Militärfahrzeuge. 200 Darah Merah-Milizionäre griffen daraufhin CNRT-Mitglieder in Hatulia an. Es kam zu einem Gefecht in dessen Verlauf ein Milizionär und zwei CNRT-Mitglieder ums Leben kamen.[6]

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. a b c Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera (Memento vom 14. August 2022 im Internet Archive)
  2. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, (Memento vom 14. Februar 2017 im Internet Archive) abgerufen am 28. September 2014.
  3. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 571 kB)
  5. Australian War Memorial: English: HATOELIA, TIMOR. 1944., abgerufen am 4. Februar 2024.
  6. a b CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (Memento vom 28. November 2015 im Internet Archive) (PDF-Datei; 1,22 MB)