Sanna Kyllönen
Sanna Mari Kyllönen, bis 1997 Sanna Mari Hernesniemi (* 9. März 1971 in Kokkola), ist eine ehemalige finnische Leichtathletin, die vor allem im Sprint erfolgreich war.
Sportliche Karriere
Die 1,70 Meter große Kyllönen startete für Turun Urheiluliitto in Turku. Sie war von 1993 bis 1999 finnische Meisterin sowohl im 100-Meter-Lauf als auch im 200-Meter-Lauf.[1] Hinzu kamen fünf Hallentitel über 60 Meter und sechs Hallentitel über 200 Meter.[2]
Die Jahre bis zur ersten Olympiateilnahme 1992
Sanna Hernesniemi nahm 1988 an den Juniorenweltmeisterschaften in Greater Sudbury teil, schied aber auf beiden Sprintdistanzen und mit der 4-mal-100-Meter-Staffel vorzeitig aus.[3] Auf den beiden kurzen Sprintstrecken verfehlte sie auch bei den Junioreneuropameisterschaften 1989 und den Juniorenweltmeisterschaften 1990 das Finale. Bei den Europameisterschaften 1990 in Split schied Hernesniemi über 100 Meter im Vorlauf aus.[4] Die finnische 4-mal-100-Meter-Staffel mit Sari Raumala, Sisko Hanhijoki, Sanna Hernesniemi und Marja Salmela wurde im Finale disqualifiziert.[5]
Bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio trat Hernesniemi nur mit der Staffel an. Marja Tennivaara(-Salmela), Sisko Hanhijoki, Sanna Hernesniemi und Miinna Painilainen verfehlten die Finalteilnahme um zwei Hundertstelsekunden.[6] Im Frühjahr 1992 bei den Halleneuropameisterschaften in Genua wurde Hernesniemi über 60 Meter Sechste in 7,39 Sekunden.[7] Über 200 Meter erreichte sie ebenfalls das Finale und wurde in 23,97 Sekunden Sechste.[8] Bei den Olympischen Spielen in Barcelona liefen Minna Painilainen-Soon, Sisko Hanhijoki, Sanna Hernesniemi und Marja Tennivaara in 43,60 Sekunden die neuntschnellste Vorlaufzeit. Eine Zehntelsekunde fehlte zur Endlaufteilnahme.[9]
Die Jahre bis zur zweiten Olympiateilnahme 1996
Im März 1993 bei den Hallenweltmeisterschaften in Toronto schied Hernesniemi im Halbfinale über 60 Meter in 7,31 Sekunden aus, wobei von drei Läuferinnen mit dieser Halbfinalzeit nur die Französin Patricia Girard im Finale laufen durfte.[10] Über 200 Meter erreichte Hernesniemi das Finale und belegte in 23,03 Sekunden den vierten Platz mit 0,13 Sekunden Rückstand auf die Drittplatzierte.[11] Bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart schied Hernesniemi über 100 Meter und über 200 Meter im Viertelfinale aus. Die 4-mal-100-Meter-Staffel mit Anu Pirttimaa, Sisko Hanhijoki, Sanna Hernesniemi und Marja Salmela lief im Finale in 43,37 Sekunden neuen Landesrekord und wurde damit Siebte.[12] Dieser Rekord wurde bis 2025 nicht unterboten.[13]
Im August 1994 war Helsinki Austragungsort der Europameisterschaften. Über 100 Meter belegte Hernesniemi in 11,43 Sekunden den siebten Platz.[14] Hernesniemi lief auch über 200 Meter ins Finale und kam in 23,24 Sekunden auf den sechsten Platz.[15] Die Sprintstaffel mit Anu Pirttimaa, Tarja Leveelahti, Sanna Hernesniemi und Marja Salmela benötigte 43,96 Sekunden und erreichte das Ziel als Siebte Staffel.[16]
Bei den Weltmeisterschaften 1995 in Göteborg erreichte Hernesniemi mit einer Viertelfinalzeit von 11,31 Sekunden das Halbfinale über 100 Meter, dort wurde sie in 11,51 Sekunden Achte.[17] Die 4-mal-100-Meter-Staffel mit Jutta Kemila, Sanna Hernesniemi, Heidi Suomi und Heli Koivula erreichte das Finale in 43,71 Sekunden. Im Finale bedeuteten 44,46 Sekunden den sechsten Rang.[18]
Ende Juli und Anfang August 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta trat Hernesniemi in drei Disziplinen an. Über 100 Meter lief sie im Viertelfinale in 11,49 Sekunden die 24. Zeit.[19] Über 200 Meter lief sie im Vorlauf 23,35 Sekunden und im Viertelfinale 23,38 Sekunden.[20] Die Staffel mit Johanna Manninen, Sanna Hernesniemi, Heidi Suomi und Anu Pirttimaa lief in 44,21 Sekunden ins Ziel und erreichte damit die elftbeste Vorlaufzeit.[21]
Die Jahre bis zur dritten Olympiateilnahme 2000
Im März 1997 bei den Hallenweltmeisterschaften in Paris-Bercy schied Hernesniemi im Halbfinale über 60 Meter nach 7,39 Sekunden aus.[22] Im August bei den Weltmeisterschaften in Athen erreichte Hernesniemi das Viertelfinale über 100 Meter und über 200 Meter. Die 4-mal-100-Meter-Staffel mit Sanna Koivisto, Johanna Manninen, Sanna Hernesniemi und Anu Pirttimaa lief 44,08 Sekunden und damit um über eine Sekunde am Finale vorbei.[23]
Im August 1998 bei den Europameisterschaften in Budapest trat Sanna Kyllönen erstmals unter diesem Namen an. Über 100 Meter lief sie im Vorlauf 11,42 Sekunden und im Halbfinale als Sechste ihres Laufs 11,45 Sekunden.[24] Über 200 Meter bedeutete der sechste Platz in 24,10 Sekunden das Aus im Vorlauf.[25] Die Sprintstaffel mit Heidi Hannula, Sanna Kyllönen, Johanna Manninen und Heli Koivula erreichte das Finale und wurde Sechste in 44,10 Sekunden.[26]
Ein Jahr später bei den Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla schied Kyllönen über 200 Meter in 23,43 Sekunden im Vorlauf aus.[27] Die Staffel mit Petra Söderström, Sanna Kyllönen, Johanna Manninen und Heidi Hannula lief in ihrem Vorlauf in 43,86 Sekunden auf den vierten Platz, dies war die zehntbeste Vorlaufzeit.[28]
Im Februar 2000 trat Kyllönen bei den Halleneuropameisterschaften in Gent über 60 Meter an und schied in 7,34 Sekunden im Halbfinale aus.[29] In Sydney bei den Olympischen Spielen 2000 liefen Manuela Bosco, Sanna Kyllönen, Johanna Manninen und Heidi Hannula im Vorlauf 43,66 Sekunden und im Halbfinale 43,50 Sekunden. Für den achten Finalplatz wurden 43,04 Sekunden verlangt.[30]
Bestleistungen
(Angaben nach World Athletics)
- 60 Meter (Halle): 7,22 Sekunden am 25. Februar 1995 in Tampere
- 100 Meter: 11,30 Sekunden am 19. Juli 1997 in Lappeenranta
- 200 Meter: 22,98 Sekunden am 20. Juli 1997 in Lappeenranta
- 200 Meter (Halle): 23,03 Sekunden am 14. März 1993 in Toronto
Weblinks
- Sanna Kyllönen in der Datenbank von World Athletics (englisch)
- Sanna Hernesniemi-Kyllönen in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
Fußnoten
- ↑ Finnische Meisterinnen bei gbrathletics.com
- ↑ Finnische Hallenmeisterinnen bei gbrathletics.com
- ↑ World Athletics, Reiter Results, und dann 1988
- ↑ 100-Meter-Lauf 1990 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1990 bei worldathletics.org
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1991 bei worldathletics.org
- ↑ 60-Meter-Lauf 1992 bei worldathletics.org
- ↑ 200-Meter-Lauf 1992 bei worldathletics.org
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1992 in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ 60-Meter-Lauf 1993 bei worldathletics.org
- ↑ 200-Meter-Lauf 1993 bei worldathletics.org
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1993 bei worldathletics.org
- ↑ World Athletics, Reiter Personal Bests, abgerufen am 11. Dezember 2025
- ↑ 100-Meter-Lauf 1994 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 200-Meter-Lauf 1994 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 100-Meter-Lauf 1995 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1995 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 100-Meter-Lauf 1996 in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ 200-Meter-Lauf 1996 in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1996 in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ 60-Meter-Lauf 1997 bei worldathletics.org
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1997 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 100-Meter-Lauf 1998 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 200-Meter-Lauf 1998 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1998 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 200-Meter-Lauf 1999 bei Todor Krastevs Seite todor66.com
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 1999 bei worldathletics.org
- ↑ 60-Meter-Lauf 2000 bei worldathletics.org
- ↑ 4-mal-100-Meter-Staffel 2000 in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2025.