San Xusto

San Xusto ist ein kleiner Weiler der Gemeinde Lousame, welches der Parroquia (Gemeindeglied) Toxos Outos in der spanischen Provinz A Coruña in Galicien. Bekannt ist der Ort durch das ehemalige Kloster San Xusto de Toxos Outos, eines der ältesten Zisterzienserklöster Galiciens.

Geografie

San Xusto liegt etwa 10 Kilometer nordöstlich von Noia und rund 40 Kilometer südwestlich von Santiago de Compostela im Tal des Río San Xusto, in einer hügeligen, waldreichen Landschaft der Ría de Muros e Noia. Das Dorf liegt auf etwa 330 Metern Höhe und gehört zum Comarca de Noia. Die Umgebung wird von Eichen- und Kastanienwäldern, alten Steinmauern und Wassermühlen geprägt. Unweit des Orts befindet sich der Wasserfall »Fervenza do Río San Xusto«.[1][2]

Bevölkerung

Laut Daten des spanischen Statistikamtes zählte San Xusto im Jahr 2021 insgesamt 52 Einwohner (27 Männer, 25 Frauen). Das Dorf ist Teil der Parroquia Toxos Outos, die insgesamt 164 Einwohner (Stand 2024) umfasst. Die Bevölkerungsentwicklung zeigt, wie in vielen ländlichen Gebieten Galiciens, eine stetige Abnahme durch Abwanderung und Überalterung.

Geschichte

Die Besiedlung des heutigen Lousame-Gebiets reicht bis in die prähistorische Zeit zurück, wie Dolmen, Petroglyphen und Castros (Keltensiedlungen) belegen. Erstmals urkundlich wird San Xusto im Jahr 1129 erwähnt, als an diesem Ort das Kloster San Xusto von den Rittern Froila Alonso und Pedro Muñiz de Carnota gegründet wurde. Erzbischof Diego Gelmírez weihte das Kloster im Jahr 1135. Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert war es ein bedeutendes religiöses und wirtschaftliches Zentrum, dessen Besitz sich über Noia, Muros, Outes und Lousame erstreckte.[3] Im 12. Jahrhundert wurde hier das berühmte Manuskript Tombo de Toxos Outos geschrieben.

1475 wurde es dem Zisterzienserorden unterstellt und dem Kloster Sobrado dos Monxes angegliedert. Nach den Säkularisierungen des 19. Jahrhunderts verfiel die Anlage. Heute ist San Xusto Teil der Pfarrgemeinde Toxos Outos und beherbergt die barocke Pfarrkirche »Igrexa de San Xusto«, die an das ehemalige Kloster erinnert.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Anlage von San Xusto liegt an einem beliebten Wanderweg entlang des Río San Xusto, der zu den restaurierten Klosterruinen und den Wasserfällen führt. Das Ensemble ist Teil des touristischen Programms Patrimonio Oculto de Galicia (Verstecktes Kulturerbe Galiciens).

In der Region werden jährlich ländliche Kirchenfeste (Romarías) zu Ehren des hl. Justus gefeiert.[5][6]

Wirtschaft

Die lokale Wirtschaft von San Xusto ist vorwiegend agrarisch geprägt. Land- und Viehwirtschaft, forstliche Nutzung und kleinere Tourismuseinrichtungen bilden die Haupteinnahmequellen. Arbeitsplätze konzentrieren sich im nahegelegenen Lousame und in Noia.

Einzelnachweise

  1. San Xusto de Toxosoutos, donde el río quiso ser monasterio - La Voz de Galicia
  2. Turismo de Galicia: San Xusto de Toxosoutos
  3. Galicia Mágica: Monasterio de Toxosoutos
  4. Turismo de Galicia: San Xusto
  5. Concello de Lousame - Festas e Romarías
  6. La Voz de Galicia

Koordinaten: 42° 24′ N, 6° 51′ W