San Trifone in Posterula
San Trifone in Posterula ist eine ehemalige Pfarr- und Titelkirche.
Beschreibung
Sie lag im Rione Campo Marzio in Rom, an der Ecke Via dei Portoghesi und Via della Scrofa. Ihr Name „in Posterula“ bezieht sich auf die sogenannten posterulæ (kleine Nebentore oder Pforten) in der Stadtmauer am Tiber, durch die früher Menschen in die Stadt gelangten.[1]
Die Kirche war dem Märtyrer Tryphon geweiht und wurde offenbar errichtet, um seine Reliquien aufzubewahren, die zuvor in einer Kirche außerhalb der Stadtmauern aufbewahrt worden waren.[2]
Geschichte
Die Ursprünge der Kirche werden auf das 8. Jahrhundert datiert. Die erste sicher belegte Erwähnung erfolgt in einer Bulle von Papst Johannes XVIII. im Jahr 1006, aus der hervorgeht, dass der Neubau der Kirche mit Geldern von Johannes II. Crescentius erfolgte. In einer Bulle von Papst Honorius II. aus dem Jahr 1127 wird ein Leonardus als Archipresbyter genannt, und in einer weiteren von 1222 wird ein Angelus als Presbyter der Kirche erwähnt. Eine Reihe von Bullen aus den Jahren 1181 bis 1188 berichten von einem Streit zwischen den Kirchen San Trifone, San Salvatore de Sere, San Nicola de Praefectis und San Biagio de Monte Acceptabili sowie dem Kloster Santa Maria in Campo Marzio.[3]
Übergabe an die Augustiner (Eremiten)
Am 20. Februar 1287 übergab Papst Honorius IV. die Kirche den Eremiten des Hl. Augustinus, die den Namen des Ordensvaters hinzufügten.[3] Im Katalog von Turin von 1320 wird die Kirche als päpstliche Kapelle mit 25 Augustinermönchen ausgewiesen. Am 11. April 1424 wurden die Reliquien der Hl. Monika, der Mutter des Hl. Augustinus, von Ostia in diese Kirche überführt.[4]
Niedergang und Abbruch
Der Niedergang begann mit der Fertigstellung der benachbarten Basilica di Sant’Agostino in Campo Marzio im Jahr 1484, woraufhin die Augustiner die Kirche verließen. Obwohl sie von der neuen Kirche stark in den Schatten gestellt wurde, existierte sie sogar nach dem Bau des Augustinerklosterkomplexes weiter, der sie 1537 vollständig einschloss. Ihr Fortbestehen wird durch einen Eintrag in einem Kirchenkatalog von 1555 und eine Holzschnittdarstellung der Kirche von Girolamo Francino aus dem Jahr 1588 belegt. Die Kirche wird 1625 erneut erwähnt, da sie als Oratorium der „Società del Santissimo Sacramento“.
Im Jahr 1746 wurde die Kirche trotz ihrer antiken Ursprünge und ihrer einstigen Bedeutung abgerissen, als Luigi Vanvitelli den Auftrag erhielt, das Kloster Sant’Agostino zu erweitern. Einige Ruinen der San Trifone sind noch heute Teil des Kirchenkomplexes von Sant’Agostino.
Die Kirche San Trifone war früher eine von 43 Stationskirchen und war für den Samstag nach Aschermittwoch aufgeführt. Die Station für diesen Tag befindet sich heute in der Basilika Sant’Agostino.[5]
Kardinalstitel
Der an dieser Kirche hängige Kardinalstitel „San Trifone“ wurde am 13. März 1566 von Papst Pius V. errichtet und am 13. April 1587 von Papst Sixtus V. aufgehoben. Einziger bekannter Kardinalpriester war Antoine de Créqui Canaples (13. März 1566 – 20. Juni 1574).
Mariano Armellini vertritt die Meinung, dass der Titel auf Sant’Agostino übertragen wurde. Dort wird ab 1699 ein Titelträger genannt.
Literatur
- Armellini, Mariano: Le chiese di Roma dal secolo IV al XIX, Rom 1891, S. 350.
- Hülsen, Christian: Le chiese di Roma nel Medio Evo, Florenz 1927, S. 494–495.
- Esposito Aliano, Anna: „La parrocchia agostiniana di S. Trifone nella Roma di Leone X“, in Mélanges de l’École française de Rome, 1981, Bd. 93 H. 2, S. 495–523.
Weblinks
- San Trifone in Posterula – Pleiades
- Eintrag zu San Trifone in Posterula auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu San Trifone in Posterula auf gcatholic.org (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Hendrik W. Dey: The Aurelian Wall and the Refashioning of Imperial Rome, AD 271–855. Cambridge University Press, 2011, ISBN 978-1-139-50038-8 (google.com [abgerufen am 19. Oktober 2025]).
- ↑ Stazione a Sant'Agostino. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ a b Chiese di Roma nel Medio Evo (Christian Hülsen, 1927) • T-Z. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ Armellini • Le Chiese di Roma — Rione Ponte. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ Sant’Agostino. 2. März 2009, abgerufen am 19. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).