Antoine de Créquy

Antoine de Créqui Canaples (* 17. Juli 1531 in Frankreich; † 20. Juni 1574 in Amiens) war ein französischer Kardinal.

Leben

Antoine wurde 1531 als Sohn von Jean de Créqui, Seigneur von Canaples, und Marie d’Acigné (auch „Maria d'Arcigné“) geboren.

Er wurde 1539 nach Paris geschickt, um eine theologische Ausbildung zu erhalten. Nach dem Tod seiner beiden Brüder erbte er den Besitz der Familie und verfügte über beträchtliches Vermögen, das er später den Sohn seiner Schwester vererbte, unter der Bedingung, dass dieser den Namen Créquy annahm.

Kirchliche Laufbahn

Bereits 1552 wurde er Kommendatarabt von San-Julien in Tours. Später wurde er Kanzler des Ordens des Heiligen Michael sowie Ritter des Ordens des Heiligen Geistes, Kommendatarabt des Zisterzienserklosters Valloires, von Saint-Pierre de Sélincourt und von Saint-Martin-aux-Jumeaux.

1553 zum Bischof von Therouanne ernannt, bekleidete den Bischofssitz jedoch nie. Das Domkapitel der Kathedrale wählte ihn am 15. Dezember 1553 zum Bischof von Nantes. Am Morgen des 22. April 1554 weihte Gilles Gaude, Weihbischof in Nantes, ihn zum Priester. Am selben Tag weihte François de Laval, Bischof von Dol, ihn zum Bischof. Mitkonsekratoren war Gilles Gaude und François de Créqui, ehemaliger Bischof von Thérouanne.

Am 14. Juli 1564 wurde er auf das Bistum Amiens versetzt, indem er mit Nicolas de Pellevé den Sitz tauschte. Während seiner Amtszeit war er außerdem Mitglied des Staatsrats (Conseil d’État) von Karl IX.

Papst Pius IV. ernannte ihn im Konsistorium vom 12. März 1565 zum Kardinaldiakon. Am 13. März 1566 erhielt er das rote Barett und die Titeldiakonie San Trifone. Er nahm an keinem der beiden Konklaven 1565–1566 und 1572 teil.

Sein Wahlspruch war: „Prisca lux, dux certa salutis“ (Das alte Licht ist der sichere Wegweiser zum Heil). Dieses Motto ist verständlich, wenn man bedenkt, dass Antoine de Créquy zur Zeit des Konzils von Trient lebte.

Tod und Nachwirkung

Antoine de Créqui Canaples starb am 20. Juni 1574 in Amiens. Nach seinem Testament wurde sein Körper in der Abtei Saint‑Waast in Moreuil beigesetzt, während sein Herz in der Kathedrale von Amiens ruhte. Sein enormes Vermögen vermachte er seinem Neffen Antoine de Blanchefort, unter der Bedingung, dass dieser den Namen Créquy annahm.