San-Andrés-Vireo

San-Andrés-Vireo

San-Andrés-Vireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: San-Andrés-Vireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo caribaeus
Bond & Meyer de Schauensee, 1942

Der San-Andrés-Vireo (Vireo caribaeus) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Der Vogel ist endemisch auf der Insel San Andrés in der Karibik.[3]

Der Lebensraum umfasst vielfältige Lebensräume mit Bäumen und Gebüsch, jetzt noch in der südlichen Hälfte der Insel.[4]

Der Artzusatz bezieht sich auf die Karibik.[5]

Merkmale

Die Art ist 12–13 cm groß und wiegt etwa 9 g. Charakteristisch ist der breite gelbe Fleck oberhalb der Zügel und die beiden breiten weißen Flügelbinden. Die Oberseite ist olivgrün, die Unterseite ist weißlich, diskret gelb überhaucht. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Der Schnabel ist ziemlich lang mit geradem Schnabelfirst, die Iris ist graubraun, die Beine gräulich schwarz.

Der Vogel ist dem Mangrovevireo (Vireo pallens) und dem Jamaikavireo (Vireo modestus) sehr ähnlich, hat aber einen etwas dünneren und dunkleren Schnabel als der Mangrovevireo, einen etwas längeren und dunkleren Schnabel als der Jamaikavireo, der ein weißliches Auge besitzt. Der Dickschnabelvireo (Vireo crassirostris) hat schwärzliche Zügel, ein dunkleres Auge und ist an der Unterseite gelblicher.[3][4][6]

Geografische Variation

Die Art ist monotypisch.[1][4][7][8]

Stimme

Die Lautäußerungen unterscheiden sich von denen anderer Gattungsvertreter durch drei separate Muster. Das einfachste ist ein geschwätziges und häufiges Wiederholen einer Silbe „wit-wit-wit-wit wit“ bei der gemeinsamen Nahrungssuche oder als Warnruf. Das zweite Muster ist zweisilbig „sewi-sewi-sewi“, schließlich gibt es ein mehrsilbiges Lautmuster ähnlich dem aller anderen Vireos mit weißen Augen. Der Alarmruf wird als schrill kreischend beschrieben.[3][4][6]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel, lebenslang monogam und wird meist paarweise beobachtet. Der Vogel ist sehr aktiv, hüpft und fliegt zwischen Blättern und Zweigen umher, meist dicht über dem Erdboden, bisweilen aber auch bis 10 m Höhe.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, aber auch Früchte für den Nachwuchs. Die Brutzeit liegt zwischen Januar und Juni, das Weibchen bildet ein offenes Nest in dichtem Gestrüpp in etwa 1 m Höhe über dem Boden. Das Gelege besteht aus 1 bis 3 Eiern, die über etwa 18 Tage bebrütet werden. Als Prädatoren treten Mangrovenkuckuck (Coccyzus minor) und Tropenspottdrossel (Mimus gilvus) in Erscheinung.[4]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als gefährdet (Vulnerable).[9]

Literatur

  • J. Bond, R. Meyer de Schauensee: Vireo caribaeus. In: Notulae Naturae, Nummer 96, S. 1, 1942
  • Camila Gómez, Isabel Moreno: Breeding phenology and nesting habitat characterisation of the San Andres Vireo ( Vireo caribaeus). In: Bird Conservation International. 2008, Band 18, Nummer 04, S. 319 doi:10.1017/S0959270908007429.
Commons: San-Andrés-Vireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b San-Andrés-Vireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
  2. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. a b c M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
  4. a b c d e C. Gómez Montes: San Andres Vireo (Vireo caribaeus), version 1.0. In: T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo caribaeus
  5. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  6. a b Allan Keith, Janis I.VE Raffaele, James W. Wiley, Orlando H. Garrido: Birds of the West Indies, Tafel 76. VIREOS (WITH WING BARS). In: Princeton University Press eBooks., 2. Auflage, 2020, S. 170–205 doi:10.1515/9780691199931-011.
  7. IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblers
  8. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  9. Vireo caribaeus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019. Eingestellt von: BirdLife International, 2019. Abgerufen am 15. Oktober 2025.