Sama’a (Audition)
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| Studioalbum von Ahmed | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
28. Februar 2025 | |||
| Label(s) | Otoroku | |||
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Format(e) |
2 LP, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
4 | |||
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1:18:01 | ||||
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Besetzung |
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Seymour Wright/Otoroku | ||||
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Studio(s) |
Fish Factory Studios, London | |||
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سماع Sama’a (Audition) ist ein Musikalbum des Quartetts أحمد [Ahmed] von Pat Thomas, Antonin Gerbal, Joel Grip und Seymour Wright. Die am 28. Februar 2025 in den Fish Factory Studios in London entstandenen Aufnahmen erschienen am 21. November 2025 auf dem Label Otoroku.
Hintergrund
Ahmeds Musik verdankt ihren Kern der Free-Jazz-Tradition, die von Cecil Taylor und Albert Ayler übernommen und später im transatlantischen Kontext als freie Improvisation weiterentwickelt wurde – eine Szene, die am besten durch das Label Free Music Production dokumentiert sei, notierte Jinhyung Kim. Auch die Arbeitsweise der Band spiegle dies wider. Bislang sind alle ihre Veröffentlichungen Live-Aufnahmen von Auftritten, die ohne vorherige Probe gespielt wurden. Was ihren Ansatz von den meisten Free-Jazz- und Improvisationsbands unterscheide, sei ein rhythmischer Vorwärtsdrang, der sich durch unerbittliches Vorwärtsdrängen und enge, ineinandergreifende Wiederholungen auszeichnet – ein Fundament, das die chaotische Intensität der Musik eher verstärke als schwäche. Bei Sama’a (Audition) handelt sich um Takes aus einer einzigen Aufnahmesession, und das Album enthält zwei Kompositionen, die seit Jahren zum stetig überarbeiteten Repertoire der Band gehören.[1]
Titelliste
- [Ahmed]: Sama’a (Audition) (Otoroku ROKU046)[2]
- Ya Annas [Oh, People] 18:50
- Isma’a [Listen] 14:24
- El Haris [Anxious] 16:01
- Farah ’Alaiyna [Joy Upon Us] 18:46
Rezeption
Ahmed in Höchstform zu erleben, sei ein grandioses Erlebnis, schrieb Stewart Smith in The Quietus. Die Band würde zu einem dichten Klangteppich aus quietschendem Saxophon, explosiven Klavierpassagen, pulsierendem Bass und treibenden Drums verschmelzen. Der Sound sei repetitiv und doch ständig im Wandel, was das Publikum in eine Art Ekstase versetze, die man eher von Clubmusik als von Jazz oder Improvisation kennt. Ahmed würden sich nicht für Fusion oder ähnliche Hybride interessieren, doch ihr hochmoderner Akustik-Jazz sei von der Art und Weise beeinflusst, wie Meister wie Count Basie, Jah Shaka, M-Beat und RP Boo Klang arrangierten und Körper zur Bewegung brachten. Rhythmus stehe im Mittelpunkt ihres Spiels, wobei ihr gemeinsamer Sound das Zusammenspiel der Musiker stärker betone als Soli. Seymour Wright verzichte bewusst auf virtuose Saxophonsoli und setze stattdessen auf eindringliche Motive und filigrane mikrotonale Phrasen, während Pianist Pat Thomas den Motor aus der Mitte der Tastatur antreibe und Bassist Joel Grip über Gerbals unerbittlichem Swing einen pulsierenden Rhythmus erzeuge. Wie The Necks oder Natural Information Society erkunde [Ahmed] Trancezustände mit dem Vokabular des Jazz und der improvisierten Musik, jedoch mit deutlich größerer Intensität und Geschwindigkeit.[3]
Während frühere Aufnahmen epische Interpretationen einzelner Stücke enthielten, würden die vier Teile von „Sama’a“ zwischen vierzehn und neunzehn Minuten dauern, so Stewart Smith weiter. Der kompaktere Ansatz führe sogar zu noch mehr Fokus und Intensität, wobei die Studioaufnahme für eine verbesserte Klangklarheit sorge und andere Formen des Dialogs und der musikalischen Entwicklung als bei einer Live-Aufführung ermögliche. Zwar gebe es keine ausgedehnten Soli, doch Duo- und Trio-Passagen würden es [Ahmed] erlauben, dem Material neue Dimensionen zu verleihen. Während frühere Aufnahmen, wie beispielsweise Nights on Saturn aus dem Jahr 2021, mit relativ geradlinigen Interpretationen der Originalmelodie und des Grooves beginnen, treffe [Ahmed] auf Sama’a radikale Entscheidungen in ihrer Interpretation des Materials.[3]
Sama’a (Audition) würde, obwohl im Studio aufgenommen, den Stärken von Ahmeds bisherigem Werk in nichts nachstehen, lobte Jinhyung Kim in Daily Bandcamp. Es markiere keine grundlegende Methodenänderung; Dennoch gebe es subtile, aber wichtige Unterschiede. Ihre Motiventwicklung der Stücke sei ausgewogener und konzentrierter, ohne dabei an improvisierter Spontaneität einzubüßen. Es sei das Ergebnis jahrelanger Erfahrung und einer souveränen Vertrautheit mit dem Material – etwas, das der Band ermögliche, sich schneller und gleichzeitig freier als je zuvor zu bewegen. Sollte Sama’a, wie die Titelliste vermuten lasse, eine Neuinterpretation von Ahmed Abdul-Maliks erstem von sechs Studioalben sein, dürfte man von Ahmed noch viel mehr erwarten.[1]
John Fordham (The Guardian) zählte Sama'a zu den besten zehn Alben des Jahres 2025 und meinte, der Keyboarder Pat Thomas dei seit über drei Jahrzehnten ein vielseitiger, kreativer Freigeist im britischen Jazz und der Improvisation. Dieses Doppelalbum würde die stürmisch-perkussiven, klanglich abstrakten Werke seines Ahmed-Quartetts präsentieren, die dem ehemaligen Bassisten von Art Blakey und Thelonious Monk, Ahmed Abdul-Malik, gewidmet sind – eine wegweisende Verschmelzung von Jazz und nahöstlicher Musik. Saxophonist Seymour Wright (ein großartiger Erbe der Methoden von Albert Ayler und Evan Parker) und Bassist Joel Grip würden oft rohe Multiphonics mit melodischen Streicherklängen verweben, während Thomas’ bisweilen an Cecil Taylor erinnernde Akkorde und die rasanten Uptempo-Patterns von Schlagzeuger Antonin Gerbal zwischen mitreißenden Free-Jazz-Ausbrüchen und rasselnden Folk-Tänzen schwanken – eine Session furchtlosen, aber mitreißenden Free Jazz.[4]
Weblinks
- Sama’a (Audition) von Ahmed. In: Bandcamp. 6. November 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ a b Jinhyung Kim: أحمد [Ahmed], “سماع [Sama’a] (Audition)”. In: Daily Bandcamp. 24. November 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ [Ahmed] – Sama'a (Audition). In: Discogs. Abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Stewart Smith: Who Says Free Music Can’t Dance? Sama’a (Audition) by [Ahmed]. In: The Quietus. 20. November 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ John Fordham: The 10 best jazz albums of 2025. In: The Guardian. 26. Dezember 2025, abgerufen am 7. Januar 2026 (englisch).