Salem II – Die Rückkehr
| Film | |
| Titel | Salem II – Die Rückkehr |
|---|---|
| Originaltitel | A Return to Salem's Lot |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1987 |
| Länge | 100 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | Larco Production |
| Stab | |
| Regie | Larry Cohen |
| Drehbuch | Larry Cohen, James Dixon |
| Produktion | Larry Cohen, Paul Kurta |
| Musik | Michael Minard |
| Kamera | Daniel Pearl |
| Schnitt | Armond Leibowitz |
| → Besetzung und Synchronisation | |
| Chronologie | |
Salem II – Die Rückkehr (Alternativtitel: Stadt der Vampire, Originaltitel: A Return to Salem's Lot) ist ein US-amerikanischer Vampirfilm aus dem Jahr 1987, der von Larry Cohen mitgeschrieben und inszeniert wurde. Der Film ist eine Fortsetzung von Brennen muss Salem aus dem Jahr 1979 und handelt von einem Vater und seinem Sohn, die in einer Kleinstadt von Vampiren landen. Die Idee, dass Vampire sich domestizieren und nicht mehr von Menschenblut leben wollen, wurde 1989 im Film Sundown – Rückzug der Vampire erneut aufgenommen.
Handlung
Der Anthropologe Joe zieht mit seinem Sohn Jeremy nach Salem's Lot, Maine in das verfallene Haus seiner verstorbenen Tante Clara. In der Nacht steht Clara lebendig vor ihm. Der ganze Ort entpuppt sich als Stadt der Vampire. Diese wollen Joe überzeugen, dass es nicht unmoralisch ist, sich vom Blut anderer Menschen zu ernähren, zumal sie sich normalerweise von Rinderblut ernähren, und bitten ihn, eine Chronik für die Vampirkolonie zu schreiben.
Joe und Jeremy beschließen, in Salem's Lot zu bleiben. Sie erfahren, dass die Stadtbewohner „Drohnen“ gezüchtet haben. Dabei handelt es sich um Menschen, die immun gegen Sonnenlicht sind, um so den Betrieb der Gemeinde tagsüber zu überwachen und eine Fassade der Normalität aufrechtzuerhalten. Da Joe eine Romanze mit der Vampirin Cathy beginnt und Jeremy mit den Vampiren in die nächtliche Schule geht, werden die beiden als Mitbürger akzeptiert. Jeremy hat sogar vor, ein Vampir zu werden und ewig in der Gemeinschaft zu leben. Joe überredet Jeremy dennoch zur Flucht, wird jedoch von zwei Drohnen angegriffen, von denen er eine mit einem Stein totschlägt, bevor er selbst bewusstlos geschlagen wird. Als Joe erwacht, wird ihm mitgeteilt, dass Cathy mit Joes Kind schwanger ist und dass Jeremy bald einer von ihnen werde.
Kurz darauf trifft Joe auf den Vampirjäger Van Meer, einen Nazi-Jäger, der die Stadt überwacht. Sie beschließen, Jeremy vor dem Einfluss der Vampire retten und alle Vampire der Stadt mit Hammer und Holzpfahl zu töten. Nachdem Joe und Jeremy mit Van Meer die Häuser niedergebrannt haben, werden sie von Richter Axel in seiner wahren Vampirgestalt konfrontiert. Es kommt zu einer Schlägerei bei der Axel mit einer amerikanischen Flagge aufgespießt wird. Das Trio flieht aus Salem's Lot, die Sonne geht auf und die verbleibenden Vampire verbrennen im Sonnenlicht.
Entstehung
Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Cohen hatte bereits ein Drehbuch für Brennen muss Salem aus dem Jahr 1979 geschrieben, das damals von Warner Bros. abgelehnt worden war. Jahre später wandte sich das Studio an Cohen, um einen Low-Budget-Film für sie zu schreiben und Regie zu führen; er schlug eine Fortsetzung von Brennen muss Salem vor. Beim Schreiben ließ er sich von Thornton Wilders Theaterstück Unsere kleine Stadt inspirieren und überarbeitete die Herkunft und Kultur der Vampire dahingehend, dass er sie als typische Amerikaner darstellte, die im 17. Jahrhundert aus ihrer Heimat in Europa nach Amerika flohen, um dort eine Kolonie zu gründen.[2]
Die Hauptrollen werden von Michael Moriarty, Samuel Fuller, Andrew Duggan, Ricky Addison Reed, June Havoc und Evelyn Keyes gespielt.
Die Dreharbeiten fanden Ende 1986 im US-Bundesstaat Vermont[3] statt, unter anderem in der Stadt St. Johnsbury.[4]
Besetzung und Synchronisation
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Joe Weber | Michael Moriarty | Hans-Jürgen Dittberner |
| Dr. Van Meer | Samuel Fuller | Jochen Schröder |
| Richter Axel | Andrew Duggan | Klaus Miedel |
| Jeremy Weber | Ricky Addison Reed | Simon Jäger |
| Tante Clara | June Havoc | |
| Mrs. Axel | Evelyn Keyes | Tilly Lauenstein |
| Amanda | Tara Reid | Uschi Hugo |
| Allen | Gordon Ramsey | Eberhard Prüter |
| Clarence | Brad Rijn | Mathias Einert |
| Deputy | David Holbrook | Tom Deininger |
| Dr. Fenton | Robert Burr | Hermann Ebeling |
| Kameramann | Rick Garia | Stefan Gossler |
| Rains | James Dixon | Hans-Werner Bussinger |
| Sally | Ronee Blakley | Marianne Lutz |
| Dorfbewohner | Martin Schmitz | |
| Lehrer Kesseling | Friedrich G. Beckhaus | |
| Polizist in Südamerika | Detlef Bierstedt | |
| Punk | Andrej Brandt[5] |
Veröffentlichung
Der Film wurde am 13. Mai 1987 auf dem Filmmarkt von Cannes gezeigt,[6] bevor er am 11. September desselben Jahres von Warner Bros. in begrenztem Umfang in die US-Kinos kam.[7]
In Deutschland erschien der Film am 14. Juli 1988 direkt auf VHS. Deren Freigabe war ab 18 Jahren und wurde um einige Sekunden zensiert.
1988 folgte die Indizierung, die bis 2013 standhielt.[8]
Im deutschen Fernsehen wurde der Film auch unter dem Titel Stadt der Vampire ausgestrahlt. Die deutsche TV-Premiere fand 1993 statt.[8] Aufgrund der Indizierung konnte der Film im Fernsehen nur stärker gekürzt gezeigt werden.[8]
2003 wurde er auf DVD veröffentlicht; ungeschnitten auf DVD gab es ihn erst ab 2006. Im Jahr 2025 veröffentlichte Plaion den Film erstmals in HD auf Blu-ray.[8]
Kritiken
Der Filmdienst kommentiert: 'Mit schwarzem Humor gewürzte Gruselgeschichte, die respektlos mit den Stereotypen des Genres umspringt; einige recht blutrünstige Szenen werden durch die ironische Distanz der Inszenierung etwas gemildert.'[9]
Cinema urteilt: 'Larry Cohen, einer der Könige des Billig-Horrors, spinnt Stephen Kings Geschichte Brennen muss Salem lustvoll weiter. Provinzhorror mit einem Schuss Ironie.'[10]
Frank Trebbin schreibt für die OFDb, Cohen sei mit dieser B-Movie-Fortsetzung ein großartiger und ironischer Beitrag zum Vampir-Genre gelungen, der nicht nur Cohen-Fans gefallen dürfte. Er hebt die Tricksequenzen und die interessanten Darsteller hervor, besonders Samuel Fuller als Nazi- und Vampirjäger.[11]
Jacko Kunze von Moviebreak lobt die einfallsreiche Story und nennt den Film seltsam und schrullig, was ihn aber genau deshalb alles andere als belanglos mache. Wer ein Herz für 80er-Jahre Vampirfilme und selbstironische, leicht spleenige Genre-Exoten hat, solle sich dieses zu Unrecht vergessenes Relikt aus alten VHS-Tagen anschauen, welches deutlich besser als mindestens zwei andere Adaptionen der Romanvorlage sei.[12]
Oliver Armknecht von film-rezensionen.de würdigt die Idee 'Was wäre, wenn Vampire keine Monster sind, sondern selbst die Gesellschaft bilden' zwar als interessant, doch das Ergebnis wirke spannungslos, etwas kurios und an manchen Stellen albern, verstärkt durch die wenig überzeugenden Schauspieler. Man müsse Cohen aber zugutehalten, dass er sich etwas Neues habe einfallen lassen. Zudem habe der Film den Trend erfundener, billiger Stephen-King-Fortsetzungen wie Kinder des Zorns 2 und Friedhof der Kuscheltiere 2 gestartet.[13]
Weblinks
- Salem II – Die Rückkehr bei IMDb
- Vergleich der Schnittfassungen bei Schnittberichte
- Postermotive bei CineMaterial
- Streamingverfügbarkeiten bei JustWatch
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Salem II – Die Rückkehr. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2005 (PDF; Prüfnummer: 59 763 DVD).
- ↑ Tony Williams: Larry Cohen: The Radical Allegories of an Independent Filmmaker, rev. ed. McFarland & Company, Inc., Publishers, Jefferson 2014, ISBN 978-1-4766-1819-7.
- ↑ Farrell, John Aloysius: Larry, Darryl, and Darryl are not typical vermonters. Hrsg.: The Times Leader. Wilkes-Barre, Pennsylvania via Newspapers.com. S. 42.
- ↑ Allen, Susan: State Pushing for Stardom. Hrsg.: The Burlington Free Press – via Newspapers.com. 1. November 1987, S. 19.
- ↑ Salem 2 – Die Rückkehr. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Cannes You Top This. In: New York Daily News. 18. Mai 1987 (newspapers.com – Der Journalist weist darauf hin, dass sie am Mittwoch zuvor (13. Mai) an einer Vorführung des Films teilgenommen hatten.).
- ↑ A Return to Salem's Lot (1987) – Larry Cohen | Review | AllMovie. Archiviert vom am 11. Juli 2021; abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b c d Salem II – Die Rückkehr (1987). In: Schnittberichte.com. Gerald Wurm, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Salem II – Die Rückkehr. In: Filmdienst. Abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Salem II – Die Rückkehr (1987). In: Cinema. Abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Frank Trebbin: Salem II – Die Rückkehr (1987) – Die offizielle Kritik von Frank Trebbin. In: OFDb. Abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Jacko Kunze: Salem II – Die Rückkehr: Ein Blick auf den Mediabook-Release. In: Moviebreak.de. 25. August 2025, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Oliver Armknecht: Salem II: Die Rückkehr. In: Film-Rezensionen.de. 17. Oktober 2024, abgerufen am 14. Januar 2026.