Südliches Schlachtfeld 1813

Südliches Schlachtfeld 1813 ist die Bezeichnung für ein Kulturdenkmal als Sachgesamtheit im Süden von Leipzig. Das Flächendenkmal dient dem Schutz eines Teils des historischen südlichen Schlachtfeldes der Völkerschlacht bei Leipzig.[1]

Lage

Das Flächendenkmal erstreckt sich über Teile der kreisfreien Stadt Leipzig (Stadtteil Liebertwolkwitz) sowie des Landkreises Leipzig (Markkleeberg, Großpösna). Im Norden grenzt es an den Leipziger Stadtteil Meusdorf, im Osten an Großpösna und die Wohngebiete von Liebertwolkwitz, im Süden an Störmthal und Güldengossa (Ortsteile von Großpösna) und im Westen an Auenhain und Wachau (beide zu Markkleeberg gehörend). Nicht Teil des Denkmals, und damit auch die Begrenzung, sind die stark bebauten Gebiete der jeweiligen Gemeinden.

Historischer Hintergrund

Hauptartikel: Völkerschlacht bei Leipzig und Reitergefecht bei Liebertwolkwitz

Nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug zog sich dieser mit seinen verbliebenen Truppen Richtung Frankreich zurück. Zugleich versuchte er in den deutschen Gebieten (Rheinbund) seine Herrschaft zu stabilisieren. Nach dem Wechsel von Preußen und Österreich auf Seiten Russlands, unternahm Napoleon den Versuch, die Verbündeten bei Leipzig zu schlagen. Am 14. Oktober hatte Murat mit seinen Truppen Stellung im Süden von Leipzig bezogen. Um einen Eindruck von der Stärke der napoleonischen Truppen zu erhalten, befahl Fürst Schwarzenberg am 14. Oktober 1813 ein Aufklärungsgefecht gegen die napoleonischen Truppen (Gefecht bei Liebertwolkwitz).

Am 15. Oktober positionierte Napoleon einen großen Teil seiner Streitmacht im Leipziger Süden, um am folgenden Tag die verbündete Hauptarmee im Süden schlagen zu können.[2] Am 16. Oktober bezog Napoleon auf dem Galgenberg sein Quartier und befehligte von dort aus die Gefechte im Leipziger Süden. Am 18. Oktober wurden die napoleonischen Truppen von der verbündeten Übermacht zurückgedrängt und Napoleon musste seine Truppen weiter Richtung Leipzig zurückziehen. Dadurch war das Südliche Schlachtfeld nicht mehr in die folgenden Kämpfe am 19. Oktober einbezogen.

Geschichte des Areals im 20. Jahrhundert

Bereits seit den 1920er Jahren war das Gebiet als Bergbaufläche ausgezeichnet.[3] Zu DDR-Zeiten wurde der Tagebau Espenhain stetig erweitert und hätte, den Planungen nach, den Rand des Gebietes in den 2020er Jahren erreicht. In den 2030er Jahren wäre das Südliche Schlachtfeld, gemeinsam mit weiten Teilen der Gemeinden Wachau und Liebertwolkwitz, dem Kohlebergbau zum Opfer gefallen.[4] Mit der Wende wurden diese Pläne endgültig verworfen.

In den 1980er Jahren wurden zwei Denkmäler mit Bezug zur Völkerschlacht gesetzt und das Gelände wurde 1991 als Flächendenkmal unter Schutz gestellt.[5][6][7] Zur Bewahrung, Entwicklung und Vermarktung des Areals, schlossen sich 1992 die Anliegergemeinden Liebertwolkwitz, Wachau und Störmthal (damals allesamt selbständig) zum „Zweckverband Südliches Schlachtfeld“ zusammen.[8] So sollte „ein russisches Hüttendorf mit Biwak errichtet werden und eine Windmühle, die auf zeitgenössischen Malereien zu sehen ist. Auch Restaurants und Hotels waren geplant“.[8] Durch die Beschränkungen des Denkmalstatus (weitestgehender Erhalt der Freiflächen) konnten diese Pläne jedoch nicht umgesetzt werden. Der Zweckverband wurde 1999, aufgrund der Eingemeindung von Liebertwolkwitz nach Leipzig, aufgelöst.[9]

Bis 2006 wurde ein Abschnitt der A38 auf dem Gelände des Flächendenkmals errichtet. Die Autobahn wurde teils im Boden versenkt, wodurch die Sichtachse Nord-Süd weniger behindert wird. Zugleich wird das Areal ebenerdig durch den Autobahnzubringer S242 in Ost und West geteilt. Beide Straßen können mittels mehrerer Brücken gequert werden.

Heutzutage (2025) weist in Liebertwolkwitz ein Schild Richtung Südliches Schlachtfeld. Die Denkmäler auf dem Gebiet sind weiterhin vorhanden und können besichtigt werden. Auf den sogenannten „Grundwiesen“ findet regelmäßig im Oktober eine Gefechtsnachstellung statt.[10][11]

Denkmäler mit Bezug zur Völkerschlacht

siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Großpösna und Liebertwolkwitz

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09259754 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  2. Hans-Ulrich Thamer: Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon. In: Beck’sche Reihe. Orig.-Ausg Auflage. 2774 : C. H. Beck Wissen. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64610-2, S. 59.
  3. Bergarchiv Freiberg: 40024 Landesbergamt Freiberg, Nr. 3-438 (Digitalisat). In: Sächsisches Staatsarchiv. Sächsisches Staatsarchiv, 1925, S. 30, abgerufen am 29. August 2025.
  4. Braunkohlenbergbau rund um Leipzig - http://landschaften-in-deutschland.de/. Abgerufen am 29. August 2025.
  5. Markkleeberg: Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Abgerufen am 29. August 2025.
  6. a b Reinhard Münch, Thomas Nabert: Ouvertüre zur Völkerschlacht Das Reitergefecht bei Liebertwolkwitz am 14. Oktober 1813. Hrsg.: Pro Leipzig e.V., Völkerschlacht bei Leipzig e.V. Pro Leipzig e.V., Leipzig 2023, ISBN 978-3-949586-09-5, S. 76–85.
  7. a b Markkleeberg: Russisch-preußisches Denkmal. Abgerufen am 29. August 2025.
  8. a b Ran wie Blücher. In: Der Spiegel. 14. Mai 1995, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 29. August 2025]).
  9. Ingo Landleiter: Teil einer Epoche – Erlebnis 200-Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig. In: Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig (Hrsg.): Zukunft braucht Herkunft Rückblick auf den 200. Jahrestag der Völkerschlacht vom 17. bis 20. Oktober 2013. 2014, S. 116–117.
  10. Leipzig 1813: Historische Darstellungen 2025. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
  11. Programm – Liebertwolkwitz 1813. Abgerufen am 2. Oktober 2025.

Koordinaten: 51° 15′ 55″ N, 12° 29′ 15″ O