Russisch-Preußisches Denkmal

Das Russisch-Preußische Denkmal ist eines der zahlreichen Denkmale in Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig, wobei durch dessen Errichtung an die Geschichte der deutsch-russischen Waffenbrüderschaft erinnert werden sollte.[1] Es steht unter Denkmalschutz.[2]

Lage

Das Denkmal befindet sich am westlichen Rand der Straße von Güldengossa nach Liebertwolkwitz, etwa 800 Meter von der Ortslage Güldengossa entfernt. Der Platz gehört zum Flächendenkmal Südliches Schlachtfeld 1813. Unmittelbar benachbart steht der Apelstein Nr. 2, einer jener Marksteine, die der Schriftsteller Theodor Apel (1811–1867) Anfang der 1860er Jahre aufstellen ließ und die die Aufstellung von Truppenverbänden bei der Völkerschlacht anzeigen.

Geschichte

Am Morgen des 16. Oktober 1813 befand sich auf dem Gelände um den heutigen Denkmalsplatz die 3. Kolonne der Verbündeten, bestehend aus dem 2. russischen Corps und der preußischen Brigade Klux, insgesamt 10.000 Mann unter dem Befehl des in russischen Diensten stehenden Generals der Infanterie Prinz Eugen von Württemberg (1788–1857). Dieser ließ gegen 8 Uhr mit dem Feuer aus 48 Geschützen die Schlacht bei Wachau eröffnen.[3]

Das Zusammenwirken russischer und preußischer Truppen nahm die Interessengemeinschaft Völkerschlacht bei Leipzig 1813 zum Anlass, zum 175. Jahrestag der Völkerschlacht im Jahr 1988 das Denkmal zu errichten.

Gestalt

Das Denkmal steht auf einer gepflasterten Fläche von etwa 6 × 6 Meter mit Betonkegeln an ihren Ecken. Auf einem abgeschrägten Sockel ruht ein würfelförmiger Körper mit Inschriften. Die zur Straße gewandte lautet: „Von hier aus eröffnete die II. Kolonne unter General Prinz Eugen von Württemberg gegen 8 Uhr morgens mit 10000 Mann die Schlacht bei Wachau.“[4] Ein etwas hervorstehender Teil darüber zeigt das Datum „16. Oktober 1813“. Auf der Rückseite steht der gleiche Text in Russisch, allerdings mit dem Datum 28. Oktober 1813.[5] Die Seiten zeigen die Inschriften „Preußische Brigade Klux“ beziehungsweise „II. russisches Corps“ (in Russisch), jeweils wieder mit dem Datum. Nach oben folgt nun ein schmaler hoher Kegelstumpf, der in halber Höhe von einem Band mit Wappen umgeben ist und oben die Anfangsbuchstaben der Himmelsrichtungen zeigt. Auf ihm liegt als Abschluss eine Kugel.

Literatur

  • Reinhard Münch: Marksteine und Denkmale der Völkerschlacht in und um Leipzig, Barthel-Verlag, Panitzsch 1996, ISBN 978-3-910188-28-0, S. 52
Commons: Russisch-Preußisches Denkmal – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

  1. Denkmaltext
  2. Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 08966030 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 20. Oktober 2025.
  3. Theodor Apel: Führer auf die Schlachtfelder Leipzigs im October 1813 und zu deren Marksteinen. Hoffmann, Leipzig 1863, S. 18
  4. Gemäß dem Buch von Theodor Apel war es die 3. Kolonne
  5. Höchstwahrscheinlich soll das die Angabe im Julianischen Kalender sein, der zu dieser Zeit in Russland galt. Bei der Umrechnung müssten in diesem Jahr allerdings 12 Tage subtrahiert statt addiert werden. Richtig wäre also der 4. Oktober 1813

Koordinaten: 51° 15′ 53,6″ N, 12° 26′ 49,2″ O