Rupert Breitling
Rupert Breitling (* 19. Februar 1921 in Stuttgart; † 20. April 1988 in Wiesloch) war ein deutscher Politikwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Rupert Breitling absolvierte von 1939 bis 1941 eine kaufmännische Lehre. Von 1941 bis 1945 war er Soldat im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg studierte er vom Wintersemester 1945/46 bis zum Sommersemester 1948 am Dolmetscher-Institut in Heidelberg englische und italienische Sprache und legte 1947 bzw. 1948 die Dolmetscher-Prüfung ab. Von 1948 bis 1952 studierte er Sozialwissenschaften an der Universität Heidelberg. Daneben arbeitete er von 1948 bis 1951 als Journalist bzw. Dolmetscher. Von 1952 bis 1962 war er Mitarbeiter einer Parlamentarismus-Forschungsgruppe von Dolf Sternberger. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1954 an der Universität Heidelberg arbeitete Breitling zunächst als Dozent für Politische Landeskunde am Dolmetscher-Institut. Von 1958 bis 1970 war er Dozent für Politische Soziologie an der Universität Heidelberg und habilitierte sich dann 1970 für das Fach Politikwissenschaft. Zunächst arbeitete er als Privatdozent und war zuletzt von 1977 bzw. 1978 C3-Professor. Gastprofessuren führten ihn 1971 an die Purdue University in den USA sowie 1973/74 an die University of Kent.
In seinen Veröffentlichungen beschäftige sich Rupert Breitling vor allem mit Interessengruppen sowie mit der Parteien- und Wahlfinanzierung.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Verbände in der Bundesrepublik. Ihre Arten und ihre politische Wirkungsweise (= Parteien, Fraktionen, Regierungen, Bd. 8). Hain, Meisenheim am Glan 1955 (= Dissertation Universität Heidelberg).
- Das Geld in der deutschen Parteipolitik. In: Politische Vierteljahresschrift, Bd. 2 (1961), H. 4, S. 348–363.
- Der Unternehmerbegriff. In: Alwin Diemer (Hrsg.): Geschichte und Zukunft. Dem Verleger Anton Hain zum 75. Geburtstag am 4. Mai 1967. Hain, Meisenheim am Glan 1967, S. 57–70.
- Meinungspolitik – public relations. In: Politische Vierteljahresschrift, Bd. 8 (1967), H. 3, S. 412–423.
- Literatur zur Partei- und Wahlkampffinanzierung. In: Politische Vierteljahresschrift, Bd. 9 (1968), H. 1, S. 99–120.
- Offene Partei- und Wahlfinanzierung. Kritische Betrachtungen zum Parteiengesetz von 1967. In: Ebd., S. 223–233.
- Unternehmerische Meinungsbildung in der Weimarer Republik. In: Carl-Joachim Friedrich/Benno Reifenberg (Hrsg.): Sprache und Politik. Festgabe für Dolf Sternberger zum sechzigsten Geburtstag. Verlag Lambert Schneider, Heidelberg 1968, S. 364–399.
- Auslandsgelder in der Innenpolitik. In: Gerhard Lehmbruch (Hrsg.): Demokratisches System und politische Praxis in der Bundesrepublik [für Theodor Eschenburg]. Piper, München 1971, S. 472–483, ISBN 3-492-01844-0.
- Die nationalsozialistische Rassenlehre. Entstehung, Ausbreitung, Nutzen und Schaden einer politischen Ideologie. Hain, Meisenheim am Glan 1971.
- Zur Renaissance des Demokratiebegriffs im 18. Jahrhundert. In: Peter Haungs (Hrsg.): Res publica. Studien zum Verfassungswesen. Dolf Sternberger zum 70. Geburtstag. Fink, München 1977, S. 37–52, ISBN 3-7705-1602-8.
- Die zentralen Begriffe der Verbandsforschung. In: Ernst-Bernd Blümle/Peter Schwarz (Hrsg.): Wirtschaftsverbände und ihre Funktion. Schwerpunkte der Verbandsforschung (= Wege der Forschung, Bd. 594). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985, S. 32–71, ISBN 3-534-08461-6.
- Berufsbeiträge aus Ämterpatronage. Eine vergessene Quelle politischer Finanzierunge. In: Max Kaase (Hrsg.): Politische Wissenschaft und politische Ordnung. Analysen zu Theorie und Empirie demokratischer Regierungsweise. Festschrift zum 65. Geburtstag von Rudolf Wildenmann. Westdeutscher Verlag, Opladen 1986, S. 292–301, ISBN 3-531-11804-8.
- "corruzione" und "virtù" – zur Dialektik Machiavellis. Ein Essay. In: Rupert Breitling (Hrsg.): Politische Studien. Politische Studien zum 65. Geburtstag von Erwin Faul. Bd. 1. Maisch, Gerlingen 1988, S. 127–143.
Einzelnachweise
- ↑ Breitling, Rupert. In: Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Bd. 3: 1933–1986. Springer, Heidelberg 2009, S. 130f., ISBN 978-3-540-88834-5.