Ruhr (eifelsches Adelsgeschlecht)
Von (der) Ruhr (auch Rore, Roir(e), Royre, Rohr, Ruer, Roer o. ä.) ist der Name eines erloschenen ursprünglich eifelschen Uradelsgeschlechts, das später auch am Niederrhein und im Münsterland ansässig war.
Die Familie ist zu unterscheiden von den wappenverschiedenen märkischen Ruhr zu Haus Ruhr (Hengsen), selbst wenn Johann Dietrich von Steinen und Anton Fahne die Familien fälschlicherweise vermengen.[1][2] Auch mit den bayerisch-märkischen Rohr besteht keine Stammesverwandtschaft.
Geschichte
Das Geschlecht hatte seinen namensgebenden Stammsitz auf Burg Rohr in Rohr, heute ein Ortsteil von Blankenheim im Kreis Euskirchen in der Eifel.[3] Ein Wilhelm von Rore erscheint bereits 1279 in einer Aachener Urkunde als Zeuge.[4] Die sichere Stammreihe beginnt mit Winand von Royre (auch dominus Winandus de Roere, miles), der urkundlich ab 1315 auftritt. Sein gleichnamiger Enkel war ebenfalls Ritter und darüber hinaus Rat des Herzogs von Jülich. Mit dessen Sohn Goddart von Roir (urkundlich 1393–1419), der ab 1403 mit Johanna von Ahaus verheiratet war, kam die Familie auch nach Westfalen und in das Münsterland, wo sie im Laufe der Zeit umfangreiche Güter erwarb.[5][6] So erwarb die Familie durch Heirat einer Erbtochter aus der Familie Stecke Lütkenhove/Haus Lüttinghof in Gelsenkirchen, das 1493 dem Borchard von der Ruhr gehörte und aus dem Gerdt von der Ruhr 1500/1502 seine Anteile verkaufte.[7] Gerdt von der Ruhr war mit Margarethe vermählt. Die zwei ältesten Söhne hießen Reiner und Rotger von der Ruhr. Eine Tochter Ludtgart von der Ruhr war mit Johann Peek zu Münster verheiratet. 1534 übernahmen die Eheleute Gerdt und Margarethe von der Ruhr sowie die Söhne Reiner und Rotger eine Bürgschaft für ihren Schwiegersohn bzw. Schwager Johann Peek. Als Pfand stellte Gerdt von der Ruhr seine Güter Strebick und Venninck/Venninghausen im Kirchspiel Brünen im Amt Bocholt im Hochstift Münster.[8]
Sohn Reiner von der Ruhr hatte Haus Reithaus in Wolbeck im Besitz. Reiner van der Ruhr zum Reithaus, schon 1542 verheiratet mit Anna Tilbeck,[9] mit der er die Kinder Gerdt, Stineken, Anneken und Grietken von der Ruhr hatte,[10] siegelte 1554 eine Urkunde des Johan Peyck und dessen Ehefrau Ludtgart von der Ruhr, 1555 eine Urkunde des Johann Tilbeck sowie 1560 eine Urkunde für seine Schwägerin Jutte Tilbeck, Witwe des Jürgen von Drolshagen, und eine Urkunde des Hermann von Velen.[11][12][13][14] Derselbe Reiner von der Ruhr besaß Grote und Lütke Westarp (Große und Kleine Westarp) in der Berdeler Bauerschaft im Kirchspiel Telgte, die er 1558 und 1561 verpfändete.[15] Zum Münsteraner Familienbesitz gehörte auch Gut Rotgerinck/Rötgering bei Kinderhaus in der Bauerschaft Uppenberg im Kirchspiel Überwasser, auf das die Eheleute Reiner von der Ruhr und Anna Tilbeck 1549 und 1550 sowie ihr Sohn Gerdt van der Ruer zum Reithaus 1571 eine Rente aufnahmen.[16][17] 1589 verkaufte derselbe Gerdt von der Ruhr zusammen mit seiner Frau Anna von Düsteren dieses freie Gut mit allem Zubehör an Heinrich Drosten und seine Frau Jost/Justine Bischopinck.[18] Im selben Jahr verkauften dieselben Eheleute auch eine Rente aus ihren Gütern Grote-Westarp und Lütke-Westarp.[19]
Der zweitälteste Sohn von Gerdt von der Ruhr und Margarethe, Rutger/Rotger von der Ruhr, hatte zeitweise die Gografschaft in Telgte inne. So siegelte er als Gograf zu Telgte 1548 eine Urkunde.[20] 1551/1552 führten die Eheleute Rotger von der Ruhr und Richtmot von Drolshagen vor dem Münsteraner Stadtrichter eine Klage gegen ihren Bruder und Schwager Ludolph von der Ruhr, der sich zu jener Zeit in Herrendiensten mit Harnisch und Pferden außer Landes befand.[21] Dieselben Eheleute verkauften 1561 zusammen mit ihren Kindern Gerdt, Heinrich, Sibilla/Billie und Margarethe, stellvertretend auch für ihre anderen noch unmündigen Kinder, für 50 Silbertaler ein Feld genannt de Wischkamp im Kirchspiel Rinkerode, das zum Erbe Huißham, Bauerschaft Hemmer, gehörte.[22] 1563 verkauften dieselben Eheleute vor dem Offizialat des Hofes zu Münster den Eheleuten Hinrick und Clara von Galen zu Bisping ihr Erbe und Gut genannt Hagedorn mit allem Zubehör im Kirchspiel Albersloh, Sunger Bauerschaft.[23] Vor demselben Offizialat verkauften dieselben Eheleute 1565 zusammen mit ihren Kindern Heinrich, Sibilla und Anna zwei Kämpe im Kirchspiel Rinkerode, Hemmer Bauerschaft, der eine das „Ostfeld“ und der andere das „Koeffelt“ genannt, beide zu Erbe und Gut Huißkam gehörig.[24] Sieben Jahre später waren zwei der Kinder verheiratet. Sibilla/Bilia von der Ruhr war mit Ernst, Herr zu Kitzlitz, vermählt und Anna von der Ruhr mit Bernhard/Bernsfelt von der Tinnen. Beide bekannten 1572 zusammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern Bernd und Heinrich, dass sie durch den noch schwebenden Prozess mit dem oben bereits erwähnten Jürgen von Drolshagen und nach dessen Tod mit seiner Witwe Jutta Tilbeck um fünf Stücke Erbes im Kirchspiel Rinkerode (Hoffham, Huißham, Storminck, Hagedorn und Holtkamp) in finanzielle Not geraten seien. Deshalb bewilligte ihnen der Münsteraner Bischof Johann IV. von Osnabrück die Aufnahme von 300 Talern von Johan und Margarethe Verendorp, unter Verpfändung zweier Felder, beide Storminck Feld genannt, im Kirchspiel Rinkerode, Bauerschaft Hemmer.[25]
1607 saßen Goddert von der Ruhr zu Venninghausen, Gerhard von der Ruhr, Sohn des Bernhard von der Ruhr, zum Reithaus in Wolbeck und Godderts Bruder Johann von der Ruhr zu Offer in Bösensell.[26] 1657/8 saß zu Venninghausen Borchard von (der) Ruhr, der mit Gertrud von Beyrling vermählt war.[27] Zu Offer/Haus Ruhr in Bösensell saß noch 1680 ein Johann Caspar von der Ruhr.[28]
Stammfolge
Die Stammfolge der Familie stellt sich basierend auf Schleicher und Anton Fahne, angereichert um die oben dargestellten Informationen, wie folgt dar:[2][29]
- Winand von Royre, urkundlich 1315–1340, Herr von Rohr, Ritter, ⚭ Alvera
- Godfried/Goddart/Gobel von Rore, 1344 Ritter, ⚭ N. N.
- Winand von Roir, 1361 Ritter und Rat des Herzogs von Jülich, ⚭ Elswinde/Elsa von Drove. Verkauften 1392 ihren Zehnten und 1393 ihren Hof zu Bessenich. Besaßen 1396 zu Nieder-Drove einen Hof mit einer Mühle am Drover Bach
- Goddert von Royre, Ritter, urkundlich ab 1374, 1406 Vogt von Schönforst; besaß pfandweise Schönforst und Münstereifel, die der Herzog von Jülich 1411 einlöste; empfing 1418 Hof zu Erzelbach bei Linnich als Lehen; 1419 Rat für Rainald (Jülich-Geldern); lebte 1436 noch; ⚭ 1403 Johanna von Ahaus, Nichte des genannten Rainalds, Witwe des Sweder III. von Vorst, Erbin der Herrschaft Ahaus. Goddert und Johanna verkauften die Herrschaft Ahaus 1406 an den Münsteraner Bischof Otto IV. von Hoya[30][31]
- Elsa von Roir, Erbin von Haus Rohr, einer Hälfte von Nieder-Drove und des Guntzelsbacher Hofs zu Marmagen, ⚭ Clais Huyst von Ulmen zu Ulmen, 1449
- Reinhard/Reiner von Roir, Ritter, Herr zu Drove; verkaufte sein Schloss Drove mit allem Zubehör 1439; besaß 1454 eine Hälfte von Nieder-Drove; lebte 1456 noch, ⚭ 1430 Elisabeth Stecke, Tochter von Borchard II. Stecke, Erbin von Lütkenhove/Haus Lüttinghof
- Goddart von der Ruhr, erhielt 1485 vom Werdener Abt Anton das Gut Oberbrabeck im Kirchspiel Gladbeck und Gut Puppinkhove im Kirchspiel Buer zum Lehen;[32] 1501 bereits tot, ⚭ I. Ludgardis (1456–1462), ⚭ II. 1487 Anna von Elverfeld
- aus I.: Borchard von der Ruhr, erhielt als Erstgeborener 1510 alle Erbgüter; verkaufte Lütkenhove/Lüttinghof (1508), Oberbrabeck im Kirchspiel Gladbeck und Pappemhove im Kirchspiel Buer an Reinhard von Raesfeld, Goissens Sohn, Drost des Klosters Werden,[33][34][35] ⚭ I. 1487 Beate/Bathe von Düngelen, Tochter von Hermann von Düngelen, ⚭ II. Anna von Grave zu Hassel
- aus I.: N. N. (Sohn) ⚭ N. N. von Hege, mater Blomvelt
- Godfried von Roir ⚭ Jacoba von der Capellen, Tochter des Steffan von der Capellen und der Agnes in gen Haef zu Gelinde
- N. N. (Sohn), am 4. November 1634 bei der klevischen Ritterschaft aufgeschworen
- N. N. (Tochter) ⚭ N. N. Peick
- Godfried von Roir ⚭ Jacoba von der Capellen, Tochter des Steffan von der Capellen und der Agnes in gen Haef zu Gelinde
- aus II.: Lutgard von Roir ⚭ 1523 Dietrich op dem Berge
- aus II.: Beatrix von Roir, übetrug ihr Erbteil 1560 ihrem Neffen Balthasar op dem Berge
- aus I.: N. N. (Sohn) ⚭ N. N. von Hege, mater Blomvelt
- aus I.: Gerhard/Gerdt von der Ruhr, besaß Strebick und Venninghausen im Kirchspiel Brünen, übertrug die Hälfte an Lütkenhove an Jaspar von Oer und dieser überließ sie weiter dem Burchard von der Ruhr, ⚭ Margarethe/Greta, beide lebten noch 1534
- Reiner von der Ruhr zu Reithaus (urkundlich 1534–1561) ⚭ Anna Tilbeck, sie lebte 1550 noch
- Gerdt von der Ruhr zum Reithaus (urkundlich 1545–1594; 1613 bereits †) ⚭ Anna von Düsteren
- Reinhard von der Ruhr zu Reithaus (urkundlich 1613–1636) ⚭ Catharina von Friesendorf[36]
- Friedrich von der Ruhr (1635 bereits †)
- mindestens ein weiterer Sohn
- Agnes von der Ruhr zu Münster (urkundlich 1613–1635; vor dem Ehemann verstorben) ⚭ Bernhard Menßmann († 1639), Kaufmann
- Lutgard von der Ruhr zu Reithaus (urkundlich 1618–1657) ⚭ I. Wilhelm von Karthausen zum Masthoff, ⚭ II. Johann von Dumstorff zum Masthoff
- Anna von der Ruhr zu Telgte (urkundlich 1627–1637), 1627 Witwe, ⚭ Gerhard von der Recke
- Anna Catharina von der Ruhr (urkundlich 1652) ⚭ Timman (Tyman) Hermann Schwarte
- Stineken von der Ruhr (urkundlich 1545)
- Anneken von der Ruhr (urkundlich 1545)
- Grietken von der Ruhr (urkundlich 1545)
- Gerdt von der Ruhr zum Reithaus (urkundlich 1545–1594; 1613 bereits †) ⚭ Anna von Düsteren
- Rotger von der Ruhr (urkundlich 1534–1572), 1548 Gograf zu Telgte, ⚭ Richtmot von Drolshagen
- Bernd von der Ruhr (urkundlich 1572)
- Gerdt von der Ruhr (urkundlich 1561)
- Heinrich von der Ruhr (urkundlich 1561–1572)
- Sibilla/Billie von der Ruhr (urkundlich 1561–1572) ⚭ Ernst, Herr zu Kitzlitz
- Margarethe von der Ruhr (urkundlich 1561)
- Anna von der Ruhr (urkundlich 1565–1593) ⚭ Bernhard/Bernsfelt von der Tinnen
- Borchard von der Ruhr zu Offer (1589 bereits †), klevischer Hauptmann, ⚭ Gertrud von Tilbeck, Erbin zu Offer, Tochter von Hermann von Tilbeck, lebte noch 1608
- Johann von der Ruhr zu Offer (urkundlich ab 1588; 1623 bereits †) ⚭ Margarethe von Vierhorst/Wienhorst (urkundlich 1590–1606)
- Gerhard von der Ruhr zu Offer (urkundlich 1621–1638) ⚭ Eva von Schüngel zu Echthausen, Tochter von Lorens von Schüngel und Catrin von Loe, urkundlich 1621
- Johann Caspar von der Ruhr zu Offer und Altenkamp († 1687) ⚭ Catharina Margaretha von Düthe (1694 bereits †), Erbin von Tunxdorf und Altenkamp, Tochter des Bernhard von Düthe und Rigmod Schwarte zu Altenkamp und Tunxdorf
- Eva Juliana von der Ruhr ⚭ Johann Jürgen Brower
- Maria Richmod von der Ruhr ⚭ N. N. Saelfeld
- Maria Christina von der Ruhr, war „wahnsinnig“
- Bernard Henrich Balzer von der Ruhr zu Offer, verzichtete 1685, ⚭ 1678 Anna Margaretha von Bischopinck zu Getter
- Burchard von der Ruhr
- Steffen/Stephan Eberhard von der Ruhr
- Gert/Gerhard Thimann von der Ruhr zu Altenkamp († 1723 oder später; kinderlos), verkaufte Altenkamp 1723, ⚭ Anna Margaretha von Marschalck
- Johann Nicolaus Casper von der Ruhr zu Tunxdorf ⚭ Maria Dorothea von Delio/Dalco
- Johann Casper von Ruhr († 1769), 1736 Belehnung mit Tunxdorf, verarmt, ⚭ I. Maria Forentine von Goes zu Bakemunde, ⚭ II. 1763 Helene Katharina Ehard aus Börger (sie ⚭ II. 1770 mit Landwirt Johann Heinrich Meyer aus Aschendorf)[37]
- aus II.: Bernhardine von der Ruhr († 17. März 1841), Konventualin Kloster Gertrudenberg; 1839 Stifterin einer „Stutenmesse“ in der Aschendorfer Pfarrei
- weitere 2 Kinder
- Johann Casper von Ruhr († 1769), 1736 Belehnung mit Tunxdorf, verarmt, ⚭ I. Maria Forentine von Goes zu Bakemunde, ⚭ II. 1763 Helene Katharina Ehard aus Börger (sie ⚭ II. 1770 mit Landwirt Johann Heinrich Meyer aus Aschendorf)[37]
- Anna Catharina von der Ruhr ⚭ Tiemann von Schwarte zum Kannenbaum
- Godfried Jacob von der Ruhr, urkundlich 1678
- Johann Caspar von der Ruhr zu Offer und Altenkamp († 1687) ⚭ Catharina Margaretha von Düthe (1694 bereits †), Erbin von Tunxdorf und Altenkamp, Tochter des Bernhard von Düthe und Rigmod Schwarte zu Altenkamp und Tunxdorf
- Margaretha von der Ruhr, urkundlich 1616, ⚭ Johann von Kerckerinck zu Sunger, urkundlich 1616
- Reinera von der Ruhr ⚭ Arnold Bongard
- Anna von der Ruhr
- Gerhard von der Ruhr zu Offer (urkundlich 1621–1638) ⚭ Eva von Schüngel zu Echthausen, Tochter von Lorens von Schüngel und Catrin von Loe, urkundlich 1621
- Goddert/Gerhard von der Ruhr zu Vennninghausen ⚭ N. N.
- Johann von der Ruhr ⚭ N. N.
- Bernard Henrich von der Ruhr ⚭ N. N.
- Godfrid Jacob von der Ruhr, urkundlich 1693
- Gertrud Mechtel von der Ruhr, urkundlich 1690, ⚭ Johann Raban von Detsener
- Margaretha von der Ruhr, 1693 Witwe, ⚭ N. N. Kothen
- Catharina Margreth von der Ruhr ⚭ Henrich Wilhelm von Hacke, Oberstleutnant
- Bernard Henrich von der Ruhr ⚭ N. N.
- Johann von der Ruhr ⚭ N. N.
- Margaretha von der Ruhr (urkundlich noch 1595; † kinderlos)
- Anna von der Ruhr (urkundlich noch 1595; † kinderlos)
- Reinera von der Ruhr (urkundlich noch 1595)
- Johann von der Ruhr zu Offer (urkundlich ab 1588; 1623 bereits †) ⚭ Margarethe von Vierhorst/Wienhorst (urkundlich 1590–1606)
- Ludolph von der Ruhr (urkundlich 1551)
- Ludtgart von der Ruhr ⚭ Johann Peek zu Münster
- Reiner von der Ruhr zu Reithaus (urkundlich 1534–1561) ⚭ Anna Tilbeck, sie lebte 1550 noch
- aus I.: Borchard von der Ruhr, erhielt als Erstgeborener 1510 alle Erbgüter; verkaufte Lütkenhove/Lüttinghof (1508), Oberbrabeck im Kirchspiel Gladbeck und Pappemhove im Kirchspiel Buer an Reinhard von Raesfeld, Goissens Sohn, Drost des Klosters Werden,[33][34][35] ⚭ I. 1487 Beate/Bathe von Düngelen, Tochter von Hermann von Düngelen, ⚭ II. Anna von Grave zu Hassel
- Elsebe von Roir ⚭ 1456 Hermann von Velen
- Greta/Griete von Roir († 1502), Erbin einer Hälfte von Nieder-Drove; sie kaufte 1463 die andere Hälfte von Nieder-Drove von Goddert Haust von Ulmen; ⚭ 1455 Melchior Frydag zu Löringhof († 1493), klevischer Erbmarschall, Sohn von Evert Frydag
- Goddart von der Ruhr, erhielt 1485 vom Werdener Abt Anton das Gut Oberbrabeck im Kirchspiel Gladbeck und Gut Puppinkhove im Kirchspiel Buer zum Lehen;[32] 1501 bereits tot, ⚭ I. Ludgardis (1456–1462), ⚭ II. 1487 Anna von Elverfeld
- Winand von Roir, 1406 vom Herzog von Jülich mit Meierei und Vogtei zu Aachen belehnt; 1420 und 1429 Ritter und Landdrost des Herzogtums Jülich, ⚭ Lisa von Cortenbach, Witwe des Peter von Louvenberg
- mutmaßlicher Sohn: Winand von Roir († 1434), 1407–1434 Abt zu Kornelimünster
- Goddert von Royre, Ritter, urkundlich ab 1374, 1406 Vogt von Schönforst; besaß pfandweise Schönforst und Münstereifel, die der Herzog von Jülich 1411 einlöste; empfing 1418 Hof zu Erzelbach bei Linnich als Lehen; 1419 Rat für Rainald (Jülich-Geldern); lebte 1436 noch; ⚭ 1403 Johanna von Ahaus, Nichte des genannten Rainalds, Witwe des Sweder III. von Vorst, Erbin der Herrschaft Ahaus. Goddert und Johanna verkauften die Herrschaft Ahaus 1406 an den Münsteraner Bischof Otto IV. von Hoya[30][31]
- Winand von Roir, 1361 Ritter und Rat des Herzogs von Jülich, ⚭ Elswinde/Elsa von Drove. Verkauften 1392 ihren Zehnten und 1393 ihren Hof zu Bessenich. Besaßen 1396 zu Nieder-Drove einen Hof mit einer Mühle am Drover Bach
- Irmgard (genannt Node oder Nole) von Rore ⚭ Heinrich von Clotten, Burggraf zu Cochem
- Arnold von Roir zu Lindweiler (Blankenheim) ⚭ Christine von Linzenich. Eheleute machten Lindweiler 1344 zum Offenhaus des Markgrafen von Jülich
- Bela von Roir, 1374, ⚭ I. Johann von Uelpich, ⚭ II. Teilgin von Deinsbur, 1374 zu Lindweiler
- Elisabeth von Rore
- Winegardis von Rore
- Godfried/Goddart/Gobel von Rore, 1344 Ritter, ⚭ N. N.
Wappen
Im Wappenbuch des Westfälischen Adels ist das Wappen wie folgt blasoniert: Von Schwarz über Silber geteilt, oben ein silberner springender Löwe. Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken eine silberne Kugel, über die sich eine siebenblättrige Schilfstaude erhebt.[6]
Laut Anton Fahne, der auf das kölnische Vasallenbuch verweist, handelt es sich um einen goldenen Löwen im rechten Oberwinkel. Auf dem Helm stellt er einen goldenen Löwen vor einem schwarzen Baum dar.[38] An anderer Stelle berichtet er, dass sich bei der klevischen Ritterschaft statt des Baumes auf dem Helm eine Säule mit vier schwarzen Federn besteckt findet.[39] Der Schild findet sich analog auch bei Lothar Müller-Westphal, der jedoch als Helmzier einen stehenden Löwen auf einem Turnierhut aufzeigt. Ernst von Oidtman wiederum zeichnete einen stehenden Löwen vor einem Hahnenfedern- oder Schilfbusch.[40][5]
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Band I, Köln 1848, S. 367 (Roire) (hhu.de); Band II, Köln 1853, S. 123 (Roire) (hhu.de).
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 341 f. (Google Bücher).
- Lothar Müller-Westphal: Wappen und Genealogien Dürener Familien, Düren 1989, S. 744 f.
- Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 13 (Mappe 995–1070, Reven–Scheidt gt Weschpfennig) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 88), Köln 1997, S. 187–193.
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 108 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 270 (hhu.de).
- Herbert Weffer: Familienbuch Rohr. Die Bewohner des Eifeldorfes Rohr mit Lindweiler im 18. Jahrhundert, Bonn 1994.
Einzelnachweise
- ↑ Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, Zweiter Theil, Lemgo 1755, S. 992 ff. (Google Bücher).
- ↑ a b Fahne (1858), S. 341 f.
- ↑ Schleicher (1997), S. 187.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0345 / Kamp, Urkunden AA 0345, Nr. 197, abgerufen am 10. Dezember 2025.
- ↑ a b Schleicher (1997), S. 188.
- ↑ a b Spießen (1901–1903), S. 108.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 151 / Studienfonds Münster / Akten, Nr. 8409, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Lünen, 06.02. / Haus Schwansbell (14.-20. Jh.), Nr. Akte 390, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, B-Testa / Testamente, Nr. I 651, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, B-Testa / Testamente, Nr. I 158, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wel.Uk.Pg / Pergamenturkunden, Nr. Wel.Uk.Pg - 120, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 151u / Sammlung Westfälische Familien (z.T. Dep.) / Urkunden, Nr. 158, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 103u / Domkapitel Münster, Domdechanei / Urkunden, Nr. 49, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, V 505u / Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.), Familie Mensing / Urkunden, Nr. 114, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, HarKe.Möl.Uk / Haus Möllenbeck, Urkunden, Nr. HarKe.Möl.Uk - 367 und Nr. HarKe.Möl.Uk - 387, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, A-AUS / Allgemeine Urkundensammlung, Nr. 200 und Nr. 201, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, HarKe.Möl.Uk / Haus Möllenbeck, Urkunden, Nr. HarKe.Möl.Uk - 435, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wel.Uk.Pg / Pergamenturkunden, Nr. Wel.Uk.Pg - 211, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, B-C Civ / Causae Civiles (Zivilprozessakten), Nr. 1730, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, HarKe.Möl.Uk / Haus Möllenbeck, Urkunden, Nr. HarKe.Möl.Uk - 292, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, B-Acta jud / Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten), Nr. 196, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, A-AUS / Allgemeine Urkundensammlung, Nr. 228, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, A-AUS / Allgemeine Urkundensammlung, Nr. 237, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, A-AUS / Allgemeine Urkundensammlung, Nr. 245, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, A-AUS / Allgemeine Urkundensammlung, Nr. 271, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Stadtarchiv Münster, B-C Civ / Causae Civiles (Zivilprozessakten), Nr. 1767, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 151 / Studienfonds Münster / Akten, Nr. 4253, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Ass.L / Landessachen vornehmlich des Hochstifts Münster, Nr. Ass.L - 285, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Schleicher (1997), S. 188–191.
- ↑ Friedrich von Landsberg-Velen und Gemen: Geschichte der Herrschaft Gemen und ihrer Herren und deren Geschlechter. In: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde, 42. Band, Münster 1884, S. 57 (Google Bücher).
- ↑ Landesarchov Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 101u / Domkapitel Münster / Urkunden, Nr. 0 - III M Nr. 15, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, Vorgang zu Verzeichnungseinheit AA 0546 / Werden, Akten AA 0546, Nr. 8 - a 6, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, A 301u / Vest Recklinghausen, Landesarchiv / Urkunden, Nr. 120 - b, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, A 301u / Vest Recklinghausen, Landesarchiv / Urkunden, Nr. 145, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, Vorgang zu Verzeichnungseinheit AA 0546 / Werden, Akten AA 0546, Nr. 8 - a 6, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 022u / Fürstbistum Münster, Lehnskammer / Urkunden, Nr. 261, abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Rudolf vom Bruch: Die Rittersitze des Emslandes, Münster 1962, S. 16.
- ↑ Fahne (1848), S. 367.
- ↑ Fahne (1854), S. 123.
- ↑ Müller-Westphal (1989), S. 744.